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Buch 30 NR. 2020 – 2133 empfangen von Bertha Dudde in der Zeit vom 8.8.1941 – 29.10.1941 Eine Einsicht ins Gesamtwerk Bertha Duddes - 1891-1965 - mit ihrer Autobiographie, einer Einführung ins Werk, vielen Hinweisen und Klarstellungen, allen Downloads (auch mehrsprachig), mit Schriftenangeboten verschiedener Herausgeber (gedruckte Bücher, Themenhefte u.v.m.), Ausdruckversionen aller Texte (Kundgaben) finden Sie >hier<, eine Auswahlliste mit allen Dudde-Büchern finden Sie >hier<. B.D. 2020 empfangen am 8.8.1941 Innere Stimme .... Wogegen sich das Innerste im Menschen wehrt, das entspricht auch nicht dem Willen Gottes, sowie der Wille, Gott zu dienen, ihn zum Denken und Handeln bestimmt.
Den mannigfaltigsten Versuchen ist er ausgesetzt von seiten des Gegners. Jede Willensschwäche benützt er, um ihm zu schaden. Doch ein Gott ergebenes Erdenkind spürt
auch die feinsten Regungen, die gegen dieses gerichtet sind, und darum wird immer das
recht sein, was der Mensch im innersten Herzen bejaht, und das unrecht, was ihm
Unbehagen einflößt. Selbst das dem Körper zum Wohlbehagen Dienliche wird eine
leise Unruhe in ihm wachrufen, sofern es nicht dem göttlichen Willen, sondern dem
Willen des Gegners entspricht, und darum soll der Mensch auf die leise Stimme im
Herzen achten und ihr stets Folge leisten. Jede Handlung hat ihren Ausgang im Gedanken, und der Gedanke ist Einwirkung guter oder böser Kraft auf den Menschen. Der
Gedanke ist geistiger Zustrom der Macht, der sich der Mensch hingibt. Und dem
Gedanken folgt unter Ausnützung der Kraft aus Gott die Tat .... Amen
B.D. 2021 empfangen am 9.8.1941 Geistige Wiedergeburt .... Der Moment der geistigen Wiedergeburt ist ungemein erhebend für die Seele und
doch dem Körper nur wenig spürbar, da die geistige Wiedergeburt eine Vereinigung
der Seele mit dem Geist in sich ist und ein Trennen vom Körper bedeutet. Es hat der
Körper wenig Anteil an diesem Akt der Vereinigung, und daher ist dies oft sehr schwer,
solange der Körper noch nicht still geworden ist, d.h., solange er noch einen gewissen
Widerstand der Seele entgegensetzt, so sie diese Vereinigung mit dem Geist eingehen
will. Und doch gibt inniges Gebet der Seele die Kraft, ihren Willen zur Ausführung zu
bringen. Und es soll das Gebet daher als Gegenmittel angewandt werden, wenn das Verlangen des Körpers zu stark ist und die Seele schwach zu werden droht. Der Geist im
Menschen ringt gleichfalls um die Seele und möchte ihr die Wonnen des Zusammenschlusses eintragen, und so die Seele dann seinem Drängen nicht nachkommt, gewinnt
der Körper Übermacht, und es wird sein Begehren erfüllt .... Amen
B.D. 2022 empfangen am 10.8.1941 Sorglosigkeit
- Gefahr .... Das für das Erdenleben Nützliche ist nicht immer fördernd für die Gestaltung der Seele, sondern oft sind die menschlichen Bestrebungen gerade dazu geeignet, die Arbeit an der Seele zu verhindern oder ungünstig zu beeinflussen. Und darum soll der Mensch Verständnis haben dafür, daß ihm Fehlschläge vom Schicksal beschieden werden, er soll wissen, daß sich bei dauernder günstiger Lebenslage eine gewisse Sorglosigkeit der Seele bemächtigt, daß das geistige Streben geringer wird und umgekehrt das Verlangen nach der Welt wiedererwacht oder zunimmt. Gerade die Sorglosigkeit läßt den Menschen trachten nach mehr .... nach Erfüllung des Lebensgenusses .... während Sorgen und Nöte das Verlangen danach abschwächen und der Mensch im Geistigen aufgeht. Der ständige Kampf des Menschen auf Erden regt ihn zum Nachdenken an, und Nachdenken ist der Beginn der geistigen Verbindung und also auch der Beginn geistigen Einwirkens. Durch das Nachdenken begibt sich der Mensch in die Macht jenseitiger guter oder böser Kräfte, je nach dem Objekt, das ihn zum Nachdenken veranlaßt. Denkt der Mensch nach, so ist dies schon sein Wille, Aufklärung zu erhalten .... Ein sorgloses Leben aber bringt dem Menschen so viele irdische Dinge nahe, die dann
seinen Gedankengang lenken in verkehrter Richtung. Nur, wenn der Mensch gänzlich
abgeschlossen hat mit der Welt, wenn das geistige Streben sein ganzes Denken bewegt,
dann kann ihm ein Leben in Sorglosigkeit beschieden sein, denn dann wird dies wenig
an seinem Denken und Streben ändern, und seine Seelenarbeit wird keine Unterbrechung oder ungünstige Beeinflussung erleiden .... Amen
B.D. 2023 empfangen am 10.8.1941 Vertiefen in innigem Gebet .... Es können sich die Menschen nicht die rechte Vorstellung machen, wie nötig das
Vertiefen ist in innigem Gebet. Die Gedanken sollen zu Gott gerichtet sein, es soll der
Mensch jede Gelegenheit nützen, die Verbindung mit Gott herzustellen. Er soll in Gott
das heiligste und vollkommenste Wesen sehen und, obwohl nicht würdig, voll Zuversicht und Glauben sich diesem Wesen zuwenden und Ihm alle seine Nöte und Leiden
vortragen .... in der schlichtesten und natürlichsten Weise, denn dies findet Sein Wohlgefallen. Er soll einen Zustand schaffen zwischen sich und dem Vater im Himmel, der
vertraut und kindlich genannt werden kann. Ihm soll kein Anliegen zu gering erscheinen, als daß er es dem himmlischen Vater vortragen könnte; er soll Ihn anrufen in allen
Nöten, und er soll wissen, daß Gottes Liebe das Kind nicht vergeblich bitten läßt, daß
nur das traute Verhältnis hergestellt werden soll, das dem Vater das Recht gibt, das
Leben des Erdenkindes zu regeln. Gott will erkannt werden von den Menschen, Er will
nicht als fernes, unnahbares Wesen gelten, Er will die Liebe des Erdenkindes besitzen,
um es bedenken zu können mit Seiner unendlichen Liebe .... Amen
B.D. 2024 empfangen am 11.8.1941 Mahnung zur Glaubensstärke .... Alles nimm von Gott entgegen so, wie es dir gesandt wird. Es werden Zeiten kommen, in denen du müde und verzagt sein wirst und wo dein Glaube schwach zu werden droht. Dann aber halte dich nur an das Gebet, und flehe Gott an um Kraft, und du wirst überwinden die Schwäche des Glaubens und alle irdische Not. Denn Gott braucht starke Streiter für den Kampf wider die Welt, und stark wird der Mensch nur durch Überwinden seiner selbst. Und darum bringe Gott jedes Opfer; versuche, dich jeder weltlichen Freude zu enthalten; bleibe Gott tief innerlich verbunden, und erkenne darin Seine große Liebe, daß Er dir Prüfungen auferlegt, an denen du ausreifen sollst. Denn der Tag rückt immer näher, der dich zur Tätigkeit ruft. Gott steht dir bei in jeder Not, und also darf sie dich nicht niederdrücken. Denn wen Gott einmal erfaßt hat mit Seiner Liebe, den lässet Er nicht fallen, und dieser Glaube soll so stark in dir werden, daß du jeder irdischen Not ohne Furcht begegnest und du nur immer zu Ihm deine Zuflucht nimmst im Gebet. Was Gott über die Menschen sendet, wird eines jeden Ruhe erschüttern, und auch die Gläubigen werden zweifeln an Seiner Liebe und denken, Gott habe sie verlassen. Doch unsichtbar steht Er ihnen zur Seite, und Er fordert nur Zuversicht und Hoffnung auf Seine Hilfe .... und Er wird diese nicht enttäuschen .... Amen
B.D. 2025 empfangen am 11.8.1941 Zustand der Gottferne .... Der Zustand der Gottferne kann sich niemals so auswirken, daß der Mensch gut und
edel ist, sondern immer wird er sich dorthin gezogen fühlen, wo Gott-gegnerische
Kräfte tätig sind, er wird Gefallen finden am Bösen, er wird ganz dem Willen dessen
entsprechen, der in größter Entfernung von Gott steht. Gott fernzustehen bedeutet
Tiefstand und Niedrigkeit, es bedeutet Unvollkommenheit, Unwissenheit und Kraftlosigkeit .... Amen
B.D. 2026 empfangen am 12.8.1941 Glaube an das Erlösungswerk Christi .... Eine unüberbrückbare Kluft bleibt die Gottferne für den Menschen, der Jesus
Christus nicht als Gottes Sohn und Erlöser der Welt anerkennt, denn für ihn gibt es
keine Möglichkeit, seinen Zustand zu wandeln. Denn dieser ist ein Zustand der Kraftund Machtlosigkeit. Die Kraft zum Höherstreben aber kann dem Menschen erst vermittelt werden, wenn er die Gnaden des Erlösungswerkes in Anspruch nimmt. Zuvor ist
er noch in den Banden dessen, der Gott fernsteht und keinen Willen hat, in die Gottnähe zu gelangen. Dessen Macht und Einfluß auf den Menschen ist noch zu groß, als
daß der Mensch allein sich ihm entwinden könnte. Und es starb Jesus Christus am
Kreuz für alle Menschen, denen die Kraft, sich zu lösen vom Widersacher, mangelte,
und Er erwarb ihnen dadurch die Gnaden .... d.h., Er vermittelte durch Seinen Tod
denen die Kraftzufuhr, die Ihn anerkennen und sich durch Ihn befreien lassen wollen
aus jener Gott-fernen Gewalt. Eigene Kraft, d.h., die Kraft, die Gott einem jeden Menschen zum Leben gewährt, vermag nichts jener Macht gegenüber, doch die Kraft, die
Jesus Christus durch Seinen Tod am Kreuz den Menschen erworben hat, vermag
alles .... Amen
B.D. 2027 empfangen am 12.8.1941 Zuwendung der Hilfe von oben in Zeiten der geistigen Not .... Es benötigt die Menschheit von Zeit zu Zeit eine außergewöhnliche Zuwendung der
Hilfe von oben, denn der geistige Tiefstand wirkt sich bedrohlich aus, und so Gott nicht
den Menschen beistehen möchte, würde sich die gesamte Menschheit zerfleischen in
gegenseitigem Haß und in Lieblosigkeit. Sowie die Liebe unter den Menschen erkaltet,
sind sie zu allem fähig, und dieser Geist der Lieblosigkeit ist es, der Anlaß ist zu dem
großen Erdenleid. So Gott in Seiner Liebe nicht zu den Menschen kommen möchte und
von Seinem Liebereichtum denen abgeben möchte, die noch in der Liebe stehen, wäre
die Erde wahrlich bald nur noch ein Schauplatz der schlechtesten Taten. Doch wo die
Lieblosigkeit verbannt ist, dort ist die Stimme Gottes wahrnehmbar, und es gibt diese
Stimme Kunde davon, daß ein Gott ist, Der Sich der Menschen liebreich annimmt. Gott
Selbst gibt Sich im Wort kund, Gott Selbst läßt geistige Nahrung zur Erde niederfließen,
und es ist dies ein Mittel, um die Lieblosigkeit unter den Menschen zu verringern. Es
wird so mancher stutzig werden ob der Kundgaben, sofern es ihm ernst ist, zu prüfen.
Und so der Empfangende sich ernstlich durchgerungen hat in Gebet um Gnade und
Erleuchtung, wird es ihm leichtfallen, das wiederzugeben, was Gott ihm kundgetan hat.
Und dies ist die Aufgabe derer, die Gottes Stimme zu hören vermögen. Sie sollen reden,
was Gott zu ihnen geredet hat; sie sollen das göttliche Wort verbreiten in der Welt; sie
sollen sich üben, dieses Wort auch zu leben, d.h. mit der Tat beweisen, daß es in das
Herz eingedrungen ist, und so der Gebende und Lehrende selbst das befolgt, was er predigt, so wird er Glauben finden unter den Menschen und also auch zum Segen der
Menschheit wirken können. Und das ist der Wille Gottes, daß durch Menschenmund
Sein Wort verbreitet wird .... es ist Sein Wille, daß sich auf der Erde vereine, die gleichen
Strebens sind .... Amen
B.D. 2028 empfangen am 13.8.1941 Vaterworte .... Vernehmet die göttliche Stimme: Es können die Menschen sich nicht vorstellen, daß
Meine Liebe ihnen Rettung bringen möchte aus tiefster Not, und sie sind in vollster
Unkenntnis darüber, daß sie ohne Meine Hilfe verloren sind, da sie einen Weg wandeln,
der ins Verderben führt. Sie tragen auch kein Verlangen danach, daß sie auf den rechten
Weg geleitet werden, und daher ist ihr Zustand hoffnungslos, wenn Ich Mich nicht ihrer
erbarme und ihnen Kenntnis gebe von der großen Not, in der sie sich befinden. Ich
weiß um ihr Schicksal, dem sie entgegengehen .... Ich muß sie unterweisen von Meinem Wort, Ich muß es ihnen zur Kenntnis bringen in
einer Weise, die ihren Ablehnungswillen ausschaltet .... Amen
B.D. 2029 empfangen am 14.8.1941 Erbarmen mit der großen Not .... Ich habe kein anderes Ziel als das Beenden dieser größten aller Nöte .... Amen
B.D. 2030 empfangen am 14.8.1941 Glaube und Liebe nötig zum Erkennen .... Nur wo die Liebe ist, da ist auch das Licht, und wo Liebe füreinander wirket, dort
wird auch das Verstehen sein. Denn einem liebenden Menschen wird es gelingen, in den
tiefsten Tiefen des Herzens zu suchen, und er wird das Licht entdecken, das in ihm
leuchtet. Und er wird wissend sein, wenngleich er sich in völlig unwissender Umwelt
befindet. Und es kann diesen wissenden Zustand ein jeder erreichen, so er es will. Nur
Lieblosigkeit setzet Schranken, die unüberschreitbar sind, und so ist in der Lieblosigkeit immer der Anlaß zu suchen für die geistige Finsternis. Das Weltwissen wird nicht
in Mitleidenschaft gezogen, wohl aber das geistige Wissen. Gottes Erbarmung läßt
jedoch auch denen geistiges Wissen zugehen, die nicht selbst in die Tiefen des Herzens
hinabsteigen .... Amen
B.D. 2031 empfangen am 15.8.1941 Liebe Schutz gegen das Böse .... Eine mächtige Waffe im Kampf gegen das Böse ist die Liebe, und wer mit dieser
Waffe kämpft, der wird Sieger sein. Wer in der Liebe steht, dem kann die böse Macht
nichts anhaben, er ist geschützt gegen alle Versuche des Feindes, ihm ein Leid zuzufügen. Und also soll erstes Bemühen des Menschen sein, sich in der Liebe zu üben, dann
wird er wenigen Versuchungen ausgesetzt sein, denn einen liebenden Menschen behelligt der Feind nicht, weil er weiß,daß seine Bemühungen erfolglos sind. Und daher wird
der liebetätige Mensch ein leichteres Leben auf Erden führen, er wird nicht so schwerem Leid oder Mißhelligkeiten ausgesetzt sein, denn so er in der Liebe steht, ist er schon
Gott zugewandt und benötigt das Leid nicht mehr zur Umgestaltung seines Denkens.
Die Liebe und Gott sind untrennbar, liebend tätig zu sein heißt gleichzeitig, die Gottferne zu verringern, es heißt also, Gott immer näherzukommen. Und wo Gott Selbst
durch die Liebe im Menschen ist, dort wird verständlicherweise der Feind nicht sein
können, also der Mensch dessen Bedrängen nicht ausgesetzt sein. Die Liebe zu üben ist
erstes und wichtigstes Gebot, weil ja erst der liebetätige Mensch Anrecht hat auf die
göttliche Liebe. Die Zuwendung der göttlichen Liebe aber ist das einzige, was der
Mensch auf Erden begehren soll, denn die göttliche Liebe erfüllt ihm alles, sie gibt ihm
irdisches und geistiges Gut, sie gibt ihm den Frieden der Seele, sie gibt ihm Kraft und
Gnade, sie führt ihn ein in das Wissen und hält ihm alles Unreine fern, das den Menschen umgibt und ihn bedrängt .... Amen
B.D. 2032 empfangen am 16.8.1941 Vorbereitung zum Empfangen .... Der bewußte Zusammenschluß mit Gott durch das Gebet hat ein Trennen des Geistes von der Erde zur Folge. Die Gedankentätigkeit wendet sich nun mit vollem Willen dem geistigen Reich zu, und nun erst kann dem Erdenkind göttliche Weisheit geboten werden von oben. Es muß die Trennung von der Erde erst stattgefunden haben, weil das Empfangen geistiger Botschaften den Willen des Menschen bedingt und das Gebet den Willen dessen bezeugt. Je inniger der Mensch betet, desto klarer kommen ihm die göttlichen Gaben zum Bewußtsein, die ihm nun in Form von Gedanken zugehen. Es ist die innige Verbindung mit Gott durch das Gebet unbedingt nötig, weil dies das Wirken der schlechten Kräfte unmöglich macht, denn ein Wesen, das sich bewußt mit Gott in Verbindung setzt, wird von jenen Kräften nicht mehr bedrängt. Nur dann suchen diese Einfluß zu gewinnen, wenn das Denken des Menschen sich wieder irdischen Dingen zuwendet, wenn also der Kontakt mit Gott gelöst ist. In der geistigen Welt bestehen gleichfalls Gesetze, die ein willkürliches Zuwenden geistigen Gutes ausschließen, und daher muß der Mensch selbst zuerst tätig werden, bevor ihm geistiges Gut ausgeteilt werden kann. Das Tätigwerden des Menschen besteht nur in einem Vorbereiten zum Empfangen. Diese Arbeit kann nicht umgangen werden, sie muß von dem Empfangen-Wollenden selbst ausgeführt werden und besteht darin, daß sich der Mensch in tiefster Demut Gott zu eigen gibt und um Seine Gnadengabe bittet und dann in sein Inneres sich versenkt, um diese Gabe zu erwarten. Sowie dies außer acht gelassen wird, können die gebenden Wesen nicht austeilen, und also tritt dann eine Stockung ein, die durch inniges Gebet wieder behoben werden kann. Die Aufnahmefähigkeit hängt also zumeist davon ab, daß der innige Kontakt mit Gott hergestellt wird, was dem Menschen aber nicht immer gelingt, wenn seine Gedanken dem Irdischen zugewendet sind. Das irdische Reich gehört jener Macht an, die den Zusammenschluß mit Gott verhindern möchte. Sie wird daher alles versuchen, diese Verbindung zu hindern oder zu stören. Der Wille des Menschen jedoch kann solche Versuche zunichte machen und wird auch dann entsprechend seinen Lohn ernten, der in der Vermittlung geistiger Gaben besteht, denn diese beglücken den Menschen, so es ihm ernst ist um geistige Höherentwicklung .... Amen
B.D. 2033 empfangen am 17.8.1941 Katastrophe .... Nur wenige Menschen richten ihr Augenmerk auf die Zeichen der Zeit, doch diese
wenigen wissen, daß nun die Zeit gekommen ist, die Jesus Christus angekündigt hat,
denn es erfüllet sich, wie es geschrieben steht, und sie erkennen, daß eine jede Zeit vorbestimmt ist seit Ewigkeit .... Amen
B.D. 2034 empfangen am 18.8.1941 Prädestinationslehre .... Die Prädestinationslehre muß auf das entschiedenste entkräftet werden, sollen die Menschen nicht in falsches Denken hineingedrängt und völlig irregeführt werden. Sie ist eine wirkliche Gefahr für die Menschen, die annehmen, was ihnen als Glaubenslehre geboten wird, ohne ernsthaft darüber nachzudenken. Diese Lehre ertötet jeglichen Trieb im Menschen, es wird das Streben zur Höhe dadurch unterbunden, es wird der Mensch untätig, und er überläßt sich gänzlich dem Treiben der Gewalten, die nun Macht haben über ihn. Es tut der Mensch nichts, um jene augenscheinliche Untätigkeit zu beheben, denn seine Annahme ist, daß die Gnade Gottes ihn erfaßt, so es Ihm wohlgefällig ist. Es ist diese Annahme ein Beweis, daß ihm der Glaube fehlt an Gottes unendliche Liebe und Barmherzigkeit, es ist ein Beurteilen der ewigen Gottheit nach menschlichem Ermessen, denn die Liebe Gottes wird abhängig gemacht vom Wert oder Unwert des Menschen. Die Barmherzigkeit Gottes erfaßt alle Menschen, so sie sich nur erfassen lassen wollen; nur wo der menschliche Wille Widerstand entgegensetzt, dort ist die göttliche Liebe unwirksam, jedoch unentwegt darauf bedacht, diesen Willen zu wandeln, Sich Selbst entgegen. Wohl findet Gott an den Menschen Sein Wohlgefallen, die nach Ihm verlangen, deren Wille also das Zuwenden der Gnade möglich macht. Doch Seine Sorge und Liebe gilt unausgesetzt denen, die sich noch nicht von Seiner Liebe erfassen lassen wollen. Es wäre aber gänzlich falsch, anzunehmen, daß Gottes Gnadengabe beliebig ausgeteilt wird, daß also das Empfangen derer von seiten des Menschen weder gehindert noch gefördert werden kann; es wäre gänzlich falsch, die Zuwendung göttlicher Liebe menschlich begrenzt anzunehmen, sie also abhängig machen zu wollen vom Wohlgefallen Gottes am Menschen. Es wäre dann der Mensch ein beklagenswertes Geschöpf, denn er ist in einem mangelhaften Reifezustand, der ein Wohlgefallen Gottes ausschließen müßte; er ist noch sündig, d.h., sein Wille strebt noch Gott entgegen. Erst der Gott zugewandte Wille erregt Gottes Wohlgefallen und er bestimmt Gott, dem Menschen Seine Gnade im Übermaß zuzuwenden. Niemals aber wird Gott die Gnade dem Menschen vermitteln, der noch den Gott abgewandten Willen in sich trägt. Es kann wohl der Mensch sich offen Gott entgegenstellen, seine Seele kann aber dennoch zu Gott verlangen, dann sind die Kräfte der Unterwelt in starkem Maß tätig, um ihn aufzulehnen gegen Gott, und dann wird die göttliche Gnade ihm helfen, den Sieg über jene Kräfte zu erringen. Es hat dies wohl die göttliche Gnade bewirkt, sie hat dem Menschen geholfen, dessen Innerstes im Verlangen nach Gott stand. Ein Mensch, dem ohne seinen Willen oder wider dessen Willen göttliche Gnade zufließen möchte, wäre ein gerichtetes Wesen, denn er müßte dann durch die Zuwendung der Gnade ausreifen. Ein solches Ausreifen aber scheidet den freien Willen aus und könnte demnach niemals zur Vollkommenheit führen .... Amen
B.D. 2035 empfangen am 18.8.1941 Schutz für die Seinen .... Wer es sich zur Aufgabe macht, das Evangelium zu verbreiten unter den Menschen, der wird niemals irdische Macht zu fürchten brauchen, denn er ist ein Werkzeug Gottes, das durch seine Dienstwilligkeit sich auch das Anrecht erworben hat auf Seinen Schutz in irdischen Nöten. Die Liebe Gottes begleitet ihn auf allen seinen Wegen, und Sein Geist führet ihn recht. Denn Gott benötigt Menschen, die für Ihn eintreten vor aller Welt, die Sein Wort künden denen, die gläubig sind und zur Umkehr bewegen sollen, die keinen Glauben haben, und also wird Er jene auch schützen, auf daß sie ihre Aufgabe erfüllen können. Und mutig und unverzagt sollen sie ausführen, was ihnen die innere Stimme gebietet. Sie sollen nicht kleingläubig werden, so von außen Gefahren an sie herantreten, denn nichts ist so groß, daß Gott es nicht beherrscht; eine jede Gewalt findet in Gott ihren Meister, und der Mensch, der Gott vertraut, gibt sich der stärksten Macht zu eigen und braucht keine andere Macht mehr zu fürchten. Der Dämon sucht wohl Oberhand zu gewinnen, und er bedrängt die Menschen ungemein, jedoch außergewöhnlich wirksam ist auch die Kraft aus Gott, die denen zufließt, die Ihn im Herzen tragen. Denn Er liebt Seine Kinder über alle Maßen, und die Ihm zu dienen bereit sind, die umfasset Er mit der Allgewalt Seiner Liebe, so daß sie alles zu opfern bereit sind und selbst ihr Leben hingeben für Ihn. Und so gebet getrost euer Leben in Gottes Hand .... Er schützet euch, so eure Stunde noch nicht gekommen ist, oder Er holt euch zu Sich in
Sein Reich, wenn ihr eure Aufgabe erfüllt habt und den Erdenwandel nicht mehr benötigt. Das irdische Leben hinzugeben für Seine Mitmenschen ist wahrlich das größte Liebes-Opfer, das ihr dem Herrn des Himmels und der Erde darbringen könnt, doch Er
fordert dies nicht von einem jeden, der für Ihn streitet. Er behütet euch, solange ihr in
gläubiger Liebe Ihm dienet und den Mitmenschen das Evangelium verkündet. Denn
dies ist unsagbar wichtig in der Not der Zeit, daß die Menschen Gott erkennen und sich
mit Ihm verbinden im Gebet .... Amen
B.D. 2036 empfangen am 18.8.1941 Widerstand hinderlich zur Erkenntniskraft .... Wogegen sich der Mensch wehrt, das bleibt ihm auch unverständlich so lange, bis er den inneren Widerstand aufgegeben hat. Die Wahrheit erkennen kann er erst, wenn ihm die Erkenntniskraft zugeht, die wieder die Folge des Verlangens nach der Wahrheit ist. Verlangen nach der Wahrheit setzt aber eine gewisse Willigkeit voraus, also das Gegenteil von Widerstand. Willigkeit wird immer ein demütiges Gefühl auslösen, während Widerstand sich mit Überheblichkeit paart. Die Demut trägt dem Menschen Gnade ein, die Überheblichkeit aber hält ihm solche fern, und ohne Gnade kann der Mensch nicht reifen an seiner Seele. Ohne Gnade aber bleibt er blind im Geist, unwissend und lichtlos. Wo aber die göttliche Gnade dem Menschen zufließt, wird dieser sehend, wissend und lichtdurchstrahlt. Also ist Widerstand verkehrter Wille, der gerichtet werden muß. Gibt der Mensch den Widerstand auf, d.h., ist sein Wille Gott zugewandt, dann wird ihm vieles annehmbar erscheinen, was er zuvor als unannehmbar abgelehnt hat, und dies bewirkt die göttliche Gnade, die dann dem Menschen zufließt, wenn sein Wille bewußt zu Gott sich bekennt. Daher bringen die Menschen so lange Einwände gegen göttliche Offenbarungen, bis sie den Willen bekundet haben nach Aufklärung. Denn dann sind sie bereit, zu horchen auf die Antwort, und ihr Verstand faßt diese von dem Augenblick an, wo das Verlangen nach der Antwort in ihm rege wird. Ohne Frage kann die Wahrheit ihm nicht ausgeteilt werden; und würde sie ihm geboten, so wäre der Mensch nicht fähig, sie aufzunehmen, und daher wird er in der Dunkelheit des Geistes dahingehen, solange er nicht nach dem Licht Verlangen trägt .... Amen
B.D. 2037 empfangen am 19.8.1941 Lebewesen - Kraftstationen .... Der Lebensstrom, dessen Urquell Gott Selbst ist, wird nie versiegen, und darum wird die Erde Lebewesen bergen, solange sie besteht, und wiederum wird die Erde bestehen, solange noch geistige Wesenheiten reifebedürftig sind. Jedem Lebewesen geht Kraft aus Gott zu, und also ist ein jedes Lebewesen eine Kraftstation, von wo aus die Kraft immer weitergeleitet oder umgeleitet werden kann. Das Weiterleiten der Kraft aus Gott ist das gleiche als zur Vermehrung dessen beitragen, was in der Schöpfung besteht, ganz gleich, ob es noch tot scheinende Schöpfung, also irdische Materie, ist oder lebende Schöpfungen sind, immer muß zur Vermehrung dessen die Kraft aus Gott gebraucht werden, ansonsten die Erde bleiben würde, was sie war, sich also niemals umgestalten könnte. Es ist aber die Erde in immerwährender Veränderung begriffen, und zwar sichtbar, so der Mensch selbst diese Veränderung bewirkt oder Naturelemente tätig sind, die eine gesetzmäßige Umänderung zuwege bringen. Unsichtbar aber gehen die Veränderungen vor sich, welche die tot zu sein-scheinende Materie betreffen, denn diese benötigen oft undenklich lange Zeiten, so daß der Mensch sie nicht beobachten kann und sie daher in kurzer Zeit nicht bemerkt werden. Da aber der Lebensstrom aus Gott einem jeden Schöpfungswerk zufließt, so kann nichts unverändert bleiben, denn alles lebt, was in der Schöpfung ist, und leben heißt nie im Gleichen verharren, es heißt stete Veränderung in sich. Die Lebewesen jedoch sind offensichtliche Kraftträger aus Gott, denn sie verharren niemals im gleichen Zustand. Es ist also eine Kraft in ihnen, die sie zur Tätigkeit antreibt, ganz gleich in welcher Weise. Und diese Kraft ist der Lebensstrom aus Gott .... Amen
B.D. 2038 empfangen am 20.8.1941 Lebewesen .... Alles, was lebt, steht daher im Zusammenhang mit Gott .... was tot oder leblos
erscheint, zwar gleichfalls, jedoch das Geistige darin erkennt die Zusammengehörigkeit
mit Gott noch nicht an, und folglich spürt es die ihm zugehende Kraft nicht. Mit dem
Moment des Aufgebens des Widerstandes gegen Gott wird es sich dieser Kraft bewußt
und kann sie auch nutzen, denn dann setzt auch das Tätigkeitsverlangen ein, und es
darf eine Tätigkeit ausführen, die sein Reifen zur Folge hat. So ist also Ausreifen ohne
Tätigkeit nicht zu denken, so, wie auch rechte Tätigkeit ohne Höherentwicklung nicht
zu denken ist im Stadium des freien Willens. Zwar kann der freie Wille auch zu einer
Tätigkeit Anlaß sein, die nicht der Seelenreife zuträglich ist. Dann wird die Kraft aus
Gott mißbraucht, und ein solcher Mißbrauch kann endlose Zeiten der Unfreiheit des
Wesens zur Folge haben, so daß also das Wesen niemals von dem Zwang loskommt, den
ein irdisches Schöpfungswerk für das Geistige in sich bedeutet. Die fortschreitende
Höherentwicklung ist also zu erkennen an allem, was lebt, also tätig ist .... Amen
B.D. 2039 empfangen am 21.8.1941 Gedankentätigkeit .... Ein rein geistiger Austausch zeitigt rein geistige Ergebnisse, also muß der Vermittlung von geistigem Wissen auch der Wille vorangegangen sein, solches von gebenden Kräften entgegenzunehmen. Es ist also dies ein Anfordern guter geistiger Kraft, bewußt oder unbewußt .... bewußt durch das Gebet um Erleuchtung, unbewußt durch Fragen, die der Mensch stellt, die geistiges Gebiet berühren, daher von wissenden Geisteskräften beantwortet werden. Steht jedoch der Mensch mehr mit der Erde in Verbindung, d.h., sind es rein irdische Dinge, über die er Aufklärung begehrt, so kann er rein verstandesmäßig sich die Antwort selbst geben. Der Verstand ist gleichfalls eine Gabe Gottes, er ist aber nicht zu vergleichen mit dem geistigen Wirken der jenseitigen Kräfte, die in der Vollkommenheit stehen und die nur den Kraftstrom aus Gott weiterleiten, denn was diese weitergeben, ist tiefste Erkenntnis und ein Wissen um geistige Dinge, das niemals der Verstand als solcher ergründen könnte. Irdische Fragen jedoch können vollauf gelöst werden, und es tritt dann die Kraft aus Gott in Aktion, die einem jeden Lebewesen zuströmt, die auch der Mensch sein eigen nennen darf, der keinerlei geistige Fragen klären möchte. Folglich wird das Gedankengut eines irdisch strebenden Menschen sehr groß sein können und braucht doch nicht Licht für ihn zu bedeuten. Denn dieses Wissen ist mit dem Moment des Todes erloschen, während die Übermittlungen aus dem geistigen Reich einer jeden Seele Eigentum bleiben, denn es ist unvergängliches Gut, also reinste Geisteskraft, die durch Mittler von Gott zur Erde gelangt. Der beste Beweis ist der, daß solche Weisheiten den Menschen geboten werden ohne gedankliche Tätigkeit, während irdische Lösungen durchweg gedankliche Arbeit erfordern, also die Lebenskraft aus Gott genützt wird .... Amen
B.D. 2039b empfangen am 21.8.1941 Gedankentätigkeit .... Es kann der Mensch nicht gezwungen werden, mit geistigen Kräften Fühlung zu
nehmen, sondern es ist dies ein Akt freier Willenstätigkeit. Folglich muß ihm auch die
Möglichkeit gegeben sein, gedanklich tätig zu sein, wenn er die Verbindung mit wissenden Kräften nicht herstellt, nur daß er dann beschränkt ist in seiner Tätigkeit, daß er
nur rein irdische Fragen lösen kann. Dann ist nur sein körperlicher Organismus tätig;
er nützt die ihm zugehende Lebenskraft völlig unabhängig von jenseitiger Unterstützung, solange er jene Kräfte nicht darum bittet. Die Gedanken, die nun der Mensch hat,
haben keinerlei geistigen Wert, also auch keinen Wert für die Ewigkeit, sie sind also
nicht geistiges, sondern irdisches, d.h. vergängliches Gut. Es kann aber die Gedankentätigkeit auch Probleme berühren, die außerhalb des Irdischen liegen, der Mensch aber
durch seinen Willen und seine Einstellung zu Gott dem Einfluß jenseitiger wissender
Wesen widerstehen, was als Folge hat, daß die Gedanken dessen völlig der Wahrheit
widersprechen .... Amen
B.D. 2040 empfangen am 22.8.1941 Gottnähe
- Kraftzuwendung .... Alles, was Gott zum Ziel hat, ist gut; folglich muß auch der Mensch, dessen Streben
Gott gilt, sich veredeln, weil die Annäherung an Gott alles das zur Folge hat, was zum
Vollkommenwerden nötig ist .... Amen
B.D. 2041 empfangen am 23.8.1941 Das lebendige Wort .... Das lebendige Wort verbürgt reinste Wahrheit und soll daher unverändert angenommen werden. Wer sich jedoch nicht voll und ganz dazu bekennen kann, der soll
beten um die innere Erleuchtung, auf daß ihm die Erkenntniskraft vermittelt werde.
Niemals aber soll er ablehnen oder die Wahrhaftigkeit des Wortes anzweifeln, denn
irrig kann wohl sein, was Menschen ihm zuvor geboten haben, niemals aber das, was
Gott Selbst von oben bietet. Und so Gott als Geber des Wortes nicht erkannt wird, soll
Gott als höchste Instanz angerufen werden um Aufklärung, dann wird Gott wahrlich
nicht den Menschen im Unklaren lassen, was Seinem Willen entspricht. Denn Gottes
Wort kommt zur Erde herab nicht nur für einen einzelnen, es soll allen Menschen geboten werden, und also muß es auch allen Menschen annehmbar sein. Und es wird auch
allen denen annehmbar sein, die zuvor falsch unterwiesen wurden .... Amen
B.D. 2042 empfangen am 24.8.1941 Kraft des göttlichen Wortes .... Was an Geistesgaben den Menschen vermittelt wird, ist ungemein wertvoll und aufklärend zu einer Zeit, wo Irrtum und Unkenntnis die Menschen am rechten Denken
hindert. Es verrennen sich oft die Menschen in eine Ansicht, ohne dafür eine rechte
Begründung geben zu können, sie halten aber zähe daran fest, und es ist schwer, sie
davon frei zu machen oder ihre Meinung zu widerlegen. Besser ist es, so sie sich keine
Meinung gebildet haben und ihnen nun die Wahrheit geboten werden kann, jedoch
eine vorgefaßte Meinung ihnen ausreden zu wollen, stößt auf harten Widerstand und
bleibt daher oft ohne Erfolg. Doch sowie ihnen geistiges Gut geboten wird, das von
oben zur Erde geleitet wurde, werden auch jene Menschen stutzig, so sie ernstlich
bemüht sind, in der Wahrheit zu stehen. Sie können verstandesmäßig nichts dagegen
vorbringen, und im Herzen mahnet sie ihre eigene Stimme, sich dazu zu bekennen, und
es ist nur von ihrem Willen abhängig, daß sie keinen Widerstand leisten und die göttliche Gabe annehmen als Geschenk Gottes. Die Kraft des Wortes ist unvorstellbar, sie
durchströmt den Menschen, der sich seiner Macht hingibt, und sie bringt es auch
zuwege, daß der Widerstand nachläßt, je aufmerksamer der Mensch das Wort prüft.
Und so einmal der innere Widerstand aufgegeben wird, wird die Kraft des Wortes
immer stärker, bis sie zuletzt ihn völlig in seinen Bann zieht, und dann wird das Verlangen danach immer größer, und nun beginnt es hell und licht zu werden, denn wo der
Widerstand überwunden wurde, dort kann das Wort wirken mit aller Kraft. Durch das
Wort wird die Wahrheit verbreitet und die Unkenntnis und der Irrtum gebannt .... Amen
B.D. 2043 empfangen am 26.8.1941 Mißbrauch der Kraft des Stärkeren .... Der Geist des Unfriedens beherrscht die Welt, und es kann dieser Geist nichts anderes zeitigen als wieder Unfrieden und Lieblosigkeit. Niemals wird die Liebe sich entfalten können, wo die Menschen sich lieblos begegnen. Dagegen wird der Haß und die
Rachsucht zur höchsten Blüte kommen. Und dies bedeutet immer größere Zerstörung
dessen, was Besitz des anderen ist. Es bedeutet ferner, daß der Mensch immer mehr
zurückgeht in seiner geistigen Entwicklung, die Zweck und Ziel des Erdenlebens ist,
daß er tiefer und tiefer sinkt und zuletzt von der Welt scheidet in einem Zustand, der
fast unreifer genannt werden (muß oder kann, d. Hg.) als zu Beginn seiner Verkörperung
auf Erden. Denn die Lieblosigkeit ist das Gegenteil dessen, was zur Höhe führt. Die
Menschheit ist in einem entsetzlichen Wahn verfangen; sie wähnt sich berufen, das
Schwache zu unterdrücken oder gänzlich auszurotten, und sieht dies als das Recht des
Stärkeren an .... Denn der Starke soll der Gebende sein und versorgen den, der schwach und hilfsbedürftig ist, er soll ihm beistehen in seiner Not und Kraftlosigkeit; es soll der Starke
seine Macht und Kraft nicht mißbrauchen zur Unterdrückung des Schwächeren, sondern diese vor Unterdrückungen schützen. Wo aber Lieblosigkeit ist, da wird der göttlichen Ordnung nicht mehr geachtet. Es hat ein jeder nur sich selbst lieb, er suchet sein
Wohlleben zu vergrößern und sich zu bereichern am Besitz des Schwachen, der ihm
nicht Widerstand genug entgegensetzen kann. Und dieser Zustand ist auf die Dauer
untragbar, denn er wirkt sich immer zerstörend aus, niemals aber aufbauend, wie alles,
was gegen die göttliche Ordnung gerichtet ist, Untergang bedeutet. Wohl ist in der
Natur ein ständiger Kampf zu beobachten, der immer wieder ein Vermehren der Kraft
des Stärkeren zur Folge hat. Wohl führt dieser Kampf zur immerwährenden Umgestaltung der Außenform des Wesenhaften, doch dann ist er Gott-gewollt, weil Gott Selbst
den Willen der Kreatur lenkt und jeder Vorgang nötig ist zur Höherentwicklung des
Geistigen in jeglicher Form. Der Mensch aber hat alle diese Formen überwunden, und
es ist ihm während der Zeit seines Erdenwandels der freie Wille gegeben, den er nun
nutzen soll zur Höherentwicklung der Seele. Er soll kämpfen, aber nur gegen sich selbst
und die bösen Triebe in ihm. Er soll das Gute, Edle anstreben und alles Niedrige zu
überwinden suchen, und dies ist ständiges Kämpfen .... Amen
B.D. 2044 empfangen am 26.8.1941 Gottes Zulassung .... In der Willensfreiheit muß der Mensch die Erklärung suchen für jegliches Geschehen, das Menschen sich zufügen und das oft unsägliches Leid für sie bedeutet und das doch von Gott zugelassen wird. Er könnte es wohl verhindern durch Seine Allmacht, es würde dies aber eine Beschränkung des freien Willens sein, so der Mensch in der Ausführung dessen gehindert würde, was er tun will. Es würde der Mensch dann wieder in den Mußzustand zurückgedrängt werden, wenn Gott ihm den freien Willen nehmen möchte. In der Zeit seines Erdenlebens würde ihm das Erproben des freien Willens unmöglich gemacht werden. Es muß der Mensch ausführen können, was er sich vornimmt, dann erst kann von einer freien Entscheidung im Erdenleben die Rede sein. Nur wo die Auswirkung des freien Willens im schlechten Sinn sich gegen Menschen richtet, die sich bewußt mit Gott verbinden und Ihn um Schutz bitten, wird Gott es verhindern, daß letztere durch den schlechten Willen zu Schaden kommen, doch der böse Wille wird gewertet als vollbrachte Tat. Zur Zeit aber sind unendlich viele Menschen im gleichen bösen Willen stehend, und also haben diese alle Anteil an der Not der Zeit .... sofern sie etwas gutheißen, was aus schlechtem Willen geboren ist. Erst so sie eine böse Tat verabscheuen, sind sie frei von Schuld. Das Anerkennen einer schlechten Tat aber läßt sie mitschuldig werden an dem Leid, das diese Tat nach sich zieht. Was unzählige Menschen aber für recht halten, obgleich es größtes Unrecht ist, das wird Gott nicht ungeschehen machen, denn es müssen die Menschen selbst das Unrecht einsehen, ansonsten sie stets dasselbe tun würden, ohne ihr Unrecht zu erkennen als solches. Es schließt dies aber nicht aus, daß Gottes Gerechtigkeit doch eingreift, so das Treiben der Menschheit solche Ausmaße annimmt, daß ihr selbst Gefahr droht. Doch dann hat auch dieser Eingriff nur den Zweck, wieder den freien Willen des Menschen tätig werden zu lassen, daß er sich angesichts des größten Leides wendet zum Guten .... daß der Mensch nun aus eigenem Antrieb gutzumachen sucht, was er zuvor durch seine Zustimmung direkt oder indirekt verschuldet hat. Es muß Gott das Treiben der Menschheit zulassen, will Er nicht vorzeitig den Willen des Menschen bestimmen, bevor dieser die freie Entscheidung getroffen hat. So er sich jedoch endgültig entschieden hat, wird Gott die Auswirkung dessen abschwächen, wo es nötig ist und zulässig, ohne den Menschen unfrei zu machen .... Amen
B.D. 2045 empfangen am 27.8.1941 Lauheit .... Je lauer der Mensch ist, desto stärkeren Einfluß hat er von seiten des Widersachers zu befürchten. Er bietet dann weder Widerstand, noch erstrebt er die Kraft Gottes, und also ist er in der größten Gefahr, schwach zu werden und zu unterliegen. Er soll sich immer vor Augen halten, daß der Aufstieg zur Höhe mühsam ist und daß ein Nachlassen seiner Willensstärke sehr leicht einen Rückschritt zur Folge hat, der wieder Kraftanstrengung fordert, um eingeholt zu werden. Der Widersacher ist wachsam, d.h., er verpaßt keinen Moment der Schwäche des Menschen, ebenso soll aber auch dieser wachsam sein, auf daß er seine Seele nicht der Gefahr aussetzt, vom Widersacher bedrängt zu werden. Und er soll desto eifriger beten um Kraft, je schwächer er sich fühlt. Doch so er auch im Gebet lau zu werden beginnt, ist die Gewalt des Gegners über ihn groß. Und doch kann ihm das Ringen wider diese Gewalt dann nicht erspart bleiben. Es stehen ihm wohl geistige Wesen bei, jedoch muß deren Hilfe angefordert werden, weil sie ohne den Anruf nicht tätig werden können. Und der Mensch unterläßt oft in Stunden der Willensschwäche auch diesen Anruf, und dann ist er der Macht des Gegners schutzlos ausgeliefert. Und er muß selbst den Kampf ausfechten gegen ihn, der oft sehr schwer ist. Und immer ist es das Nachlassen im Gebet, was seine Willensstärke erlahmen läßt. Je öfter und inniger der Mensch mit Gott sich verbindet, desto weniger ist er den Einflüssen des Feindes ausgesetzt, denn beides zugleich, die Kraft aus Gott und die Macht des Widersachers, kann nicht wirksam werden. Immer aber ist die Kraft aus Gott stärker und scheidet jedes Wirken böser Kräfte aus. In Stunden der Not, der Lauheit und Willensschwäche genügt ein inniger Anruf um Unterstützung guter Wesen, und es wird dem Wirken jener schon Einhalt geboten. Nur der Wille zum Guten muß im Menschen noch vorhanden sein, und bald wird auch die Innigkeit des Gebetes wieder zunehmen, und der Mensch ist der Gefahr entronnen .... Amen
B.D. 2046 empfangen am 28.8.1941 Die reinen Herzens sind .... In der Reinheit des Herzens ist die Gewähr gegeben, daß sich der Mensch in der
Wahrheit befindet. Wer Übles tut, der denkt auch übel; wer sich jedoch bemüht, klar
und rein zu bleiben für Gott, dessen Denken muß auch dementsprechend sein. Der
Mensch, der reinen Herzens ist, wird stets alles verabscheuen, was dem Göttlichen
zuwiderstrebt, er wird in der Tiefe des Herzens forschen können, weil kein Unrat ihm
den Einblick verwehrt, und ebenso wird die Weisheit zu ihm emporsteigen, weil sie kein
Hindernis findet. Und reinen Herzens wird jeder sein, der in und mit Gott lebt, der mit
Ihm verbunden bleibt, der sein Leben bewußt lebt, d.h., der seine Erdenaufgabe
erkennt, sich Gott zu eigen gibt und immer bemüht ist, Seinen Willen zu erfüllen. Er
wird ohne Gott nicht mehr leben wollen und können, und jeder unlautere Gedanke
wird ihm fernbleiben; er wird, so er schwach wurde, Gott innig um Vergebung bitten,
weil sein Herz das Unrecht erkennt und es nicht bewußt Unrecht tun will .... Amen
B.D. 2047 empfangen am 28.8.1941 Geistige Unfreiheit oder Unterstellen des Willens .... Die Folgen der Auflehnung gegen Gott müssen von dem Geistigen selbst getragen
werden, das sich dadurch an Gott versündigte, oder es muß das Geistige Gott
sich unterwerfen, um wieder den Zustand herzustellen, der ehedem war. Also es
muß das Geistige entweder die Unfreiheit als Qual empfinden oder sich die Freiheit
wieder erwerben, indem es Gott untertan ist. Der unfreie Zustand aber kann niemals
anders von dem Wesenhaften eigenmächtig beendet werden als durch Unterstellen
des Willens unter den göttlichen Willen. Folglich gibt es nur ein Verharren
im gebannten Zustand oder ein Sich-Erlösen daraus. Ersteres ist Gott-widersetzlicher
Wille, letzteres ein Aufgeben des Widerstandes gegen Gott. Gewissermaßen ist
das Aufgeben des Widerstandes eine Flucht aus dem unfreien Zustand, der Qual
für das Wesen bedeutet, und darum muß es den endlos langen Erdenweg gehen, um
endlich die Liebe zu Gott empfinden zu können, auf daß sich das Wesen dann in
freudigem Verlangen Gott zuwendet .... Amen
B.D. 2048 empfangen am 29.8.1941 Furchtloses Verkünden des göttlichen Wortes .... Es ist der Wille Gottes, daß keine andere Macht gefürchtet werde, wo es gilt, den
Menschen Sein Wort zu verkünden. Es werden Zeiten kommen, wo dieses aufs strengste untersagt wird; es werden Zeiten kommen, wo nur in aller Stille und Heimlichkeit
das Evangelium weitergegeben werden wird, weil die Menschen irdische Macht fürchten und sie darum zaghaft und ängstlich sind. Wohl sollen die Menschen auch in der
Stille wirken. So sie sich Gott aber zum Dienst anbieten, dann sollen sie auch Gott als
den alleinigen Herrn anerkennen und Ihm also dienen, daß sie laut und furchtlos reden
und Sein Wort verkünden. Dann nur werden sie die rechten Streiter Christi sein und
dem Widersacher Seelen abringen für Ihn. Das Gebot der Nächstenliebe ist das größte,
und so um die Seelen der Mitmenschen gekämpft wird, ist dies die wahre Liebe zu
ihnen. Es wird dies eine Zeit des Kampfes sein, der mutige und Gott ergebene Streiter
fordert, denn die Welt wird erbarmungslos vorgehen und keine Gewaltmittel scheuen,
um den Willen derer zu beugen, die Christo nachfolgen und Ihn bekennen vor der Welt.
Doch im gleichen Maß wird die Gnade Gottes wirksam sein, es werden die Streitenden
von übernatürlicher Kraft durchströmt werden, sie werden geduldig auf sich nehmen,
was ihnen auferlegt wird, und je inniger sie sich Gott verbinden, desto weniger spüren
sie die irdische Not oder Geißelung des Körpers. Denn in dieser Zeit wird ein jeder
gesegnet sein, der sich Gott zu eigen gibt, und er wird Dinge vollbringen können, die
außerhalb irdischer Möglichkeit liegen. Und das Vertrauen auf Gottes Hilfe wird jede
Furcht und Sorge bannen, und es steht der Mensch Rede und Antwort, ohne seine
Worte zu erwägen. Denn er ist es nicht, der nun spricht .... Amen
B.D. 2049 empfangen am 29.8.1941 Gleichgültiges oder verlangendes Entgegennehmen der göttlichen Gabe .... Jede geistige Gabe soll dankend in Empfang genommen werden und muß daher als göttliche Gabe erkannt werden. Der unwissende Mensch aber weiß sie nicht zu würdigen, und dies ist Ursache, daß er teilnahmslos entgegennimmt, was ihn zutiefst bewegen und beglücken sollte. Und eine Gabe, die so gleichgültig entgegengenommen wird, hat wenig Wirkung auf die Seele des Menschen. Daher bleibt es ein erfolgloser Versuch, jenen Menschen die Wahrheit übermitteln zu wollen, denn die Aufnahmefähigkeit fehlt ihnen, d.h. die Erkenntniskraft, die wieder nur dem verlangenden Menschen zugehen kann. Es ist ohne Belang, auf welcher geistigen Stufe er steht, so ihm die göttliche Gnadengabe dargeboten wird; wenn diese nur mit hungrigem Herzen aufgenommen wird, dann wird er bald in das Erkennen geleitet, denn ein verlangendes Herz öffnet sich dem geistigen Zustrom, und also kann dieser ungehindert überfließen, und dies hat zur Folge, daß dem Menschen ein reiches Wissen erschlossen wird, das auf irdischem Wege niemals erreicht werden kann. Der verlangende Mensch wird empfangen, der gleichgültige Mensch jedoch leer ausgehen, obgleich ihm dasselbe geboten wird, denn das Verlangen nach geistigem Gut kann niemals ausgeschaltet werden, ansonsten der freie Wille des Menschen nicht tätig wäre. So braucht also der Mensch nur zu wollen, daß ihm die Erkenntniskraft zugehe, dann wird er sich bald entscheiden können, sofern ihm geistige Wahrheit angetragen wird, und dann wird er auch aus tiefstem Herzen dankbar sein, daß er der göttlichen Gnade gewürdigt wird .... Amen
B.D. 2050 empfangen am 30.8.1941 Rechtes Verhältnis und lebendige Verbindung .... Äußerlichkeiten .... Von der Liebe Gottes erfaßt und mit Seiner Gnade bedacht sein schaltet stets irriges
menschliches Denken aus. Es muß sich der Wille des Menschen zuvor erkennbar von
Gott abgewendet haben, so daß er in Ungnade fällt, dann erst ist es möglich, daß die
Unwahrheit von seinem Denken Besitz ergreift. Solange jedoch des Menschen Wille
nur das Rechte anstrebt, solange er Gott fürchtet als einen gerechten Richter und stets
bemüht ist, zu Seinem Wohlgefallen zu leben, so lange sind der Unwahrheit die Pforten
verschlossen; sie findet kein Aufnahme-bereites Herz, und in dieser Erkenntnis darf
alles als reinste Wahrheit angenommen werden, was einem Menschen von oben vermittelt wird, der sichtlich in der Gnade Gottes steht. Gott liebt alle Seine Kinder und
möchte sie vor der Unwahrheit schützen, doch zumeist entziehen sie sich selbst Seinem
Schutz durch ihre Bereitschaft für den Gegner Gottes. So aber ein Kind sich bewußt
dem Vater unterstellt, sich Ihm vertrauend hingibt, Seine Liebe, Seine Gnade und die
Wahrheit begehrt, so läßt der Vater dieses Kind wahrlich nicht unbeschützt .... Amen
B.D. 2051 empfangen am 30.8.1941 Anfordern geistiger Kraft oder vermehrte Liebetätigkeit .... Es bleibt das Wissen des Menschen immer mangelhaft, solange er sich sträubt gegen
die Beeinflussung der jenseitigen wissenden Kräfte. Der Mensch hat eine innere Ablehnung gegen das, was ihm nicht greifbar oder sichtbar ist, und diese Abneigung
bestimmt ihn oft zum Widerstand gegen alles Geistige, so daß er sich auch nicht entschließen kann, etwas zu prüfen, weil ihm der Ursprung unerklärlich erscheint. Diese
Einstellung aber hat zur Folge, daß ihm niemals die Wahrheit nahegebracht werden
kann, daß er in Unkenntnis den Erdenweg zurücklegt und also auch in einem mangelhaften Reifezustand nach dem leiblichen Tode eingeht in das geistige Reich. Sie hat zur
Folge, daß ihm wenig geistiges Wissen vermittelt werden kann, er also auf immer gleicher Stufe bleibt, wenn er nicht außergewöhnlich liebetätig ist. Nur letzteres kann eine
Umänderung des Denkens zuwege bringen. Vermehrte Liebetätigkeit kann ihm vermehrtes Wissen und Wahrheit eintragen, denn dann wirken jene geistigen Kräfte
gleichfalls auf den Menschen ein ohne dessen Wissen .... Amen
B.D. 2052 empfangen am 31.8.1941 Glaube
- Unglaube .... Die Selbständigkeit des menschlichen Denkens ist wohl zu schätzen, wo es sich um
irdische Fragen und deren Beantwortung handelt, die größte Gefahr aber dort, wo geistige Probleme gelöst werden sollen. Es hat der Mensch das Bestreben, die Richtigkeit
seines Denkens zu beweisen, und das wird ihm auch gelingen in rein irdischen Ergebnissen seines Denkens. Geistiges aber ist nicht mit Beweisen zu belegen, folglich kann
auch niemals verstandesmäßig etwas für richtig oder falsch erklärt werden, was geistige
Fragen anbelangt. Die Vielseitigkeit irdischer Auffassung bedingt ein Beweisen dessen,
was als Lehre aufgestellt wird. Geistiges Wissen aber kann nicht in eine feste Lehre
gedrängt werden, weil Beweise nicht erbracht werden können. Wie man aber die Wahrheit dessen nicht beweisen kann, was als geistiges Gedankengut gewonnen wurde, so
kann man auch keinen Beweis für die Unwahrheit dessen erbringen, denn selbst der
hochentwickelte Verstand kann nicht eindringen in ein Gebiet, das ihm verschlossen
bleibt, solange er nicht geistige Kraft dazu in Anspruch nimmt. Man wird nur immer
von ,,Glauben“ reden können; der Glaube aber ist Sache des Herzens, nicht des Verstandes. Auf dem Glaubenswege gelangt der Mensch zu einem Wissen, das er verstandesmäßig sich niemals aneignen kann. Dieses Wissen aber zu beweisen ist nicht möglich,
es kann ihm aber auch nicht die Unwahrheit dessen nachgewiesen werden, was er zu
wissen glaubt. Und da keine Beweise erbracht werden können, muß es auch dem Mitmenschen überlassen bleiben, sich das Wissen des gläubigen Menschen anzueignen. Es
ist das Annehmen dieser Weisheiten eine völlig freie Willensangelegenheit. Andererseits aber hat der Mitmensch auch nicht das Recht, ihn als einen Phantasten oder Lügner hinzustellen, denn auch er kann dafür keinen Beweis erbringen, und sein noch so
scharfes und klares Verstandes-Denken ist unzulänglich geistigen Wahrheiten gegenüber. Der gläubige Mensch nimmt diese an, der Ungläubige weigert sich .... Amen
B.D. 2053 empfangen am 1.9.1941 Geistige Finsternis Anlaß zu schwerem Erdenleid .... Die Sendung, die Gott verbreitet zum Wohl der Seelen, ist eine Gnade für die
Menschheit, die nur dann in ihrer Größe erfaßt werden würde, wenn der Mensch Einblick nehmen könnte in die Lichtfülle des geistigen Reiches und daran den Dunkelheitszustand auf Erden ermessen würde. Die geistige Finsternis ist unvorstellbar und
das Vermitteln des Lichtes fast unmöglich geworden. Die Lichtträger werden unbeachtet gelassen, wenn nicht gar verfolgt und geschmäht, und sie könnten doch mit dem
Licht der ewigen Weisheit das Dunkel erhellen und die menschlichen Seelen erlösen
aus einem qualvollen Zustand. In größter Gottferne stehen diese Seelen .... und ihnen
naht Sich Gott wieder, weil Seine Liebe die Menschheit nicht in dem Zustand belassen
will. Er läßt ein Ereignis über die Erde gehen, das wohl imstande sein kann, die Dunkelheit zu bannen, wo nur die geringste Willigkeit eines Menschen zu finden ist. Diesem
wird wie ein Lichtstrahl die Erkenntnis kommen, daß er einen falschen Weg geht; er
wird sich Gott zuwenden und Ihn um Beistand bitten in größter Not und also Seine
Nähe begehren .... Amen
B.D. 2054 empfangen am 1.u.2.9.1941 Gottferne .... Erkalten der Liebe .... Je weiter sich der Mensch von Gott entfernt, desto mühsamer wird es sein, ihm die göttliche Liebelehre zu vermitteln, denn das Entfernen von Gott hat auch ein Erkalten der Liebe zur Folge, und also steht er auch der Lehre Christi, die nur Liebe predigt, ablehnend gegenüber. Es erfordert große Liebe und Geduld von seiten der Menschen, ihm den Zweck und das Ziel des Erdenlebens klarzumachen, denn zumeist wird sein Wille ihn bestimmen, nichts anzunehmen, was ihm darüber geboten wird. Der Gottferne Zustand ist immer ein Zustand der Willigkeit dem Gegner Gottes gegenüber, folglich wird der Mensch niemals das annehmen wollen, was für Gott spricht. Wer es sich nun angelegen sein läßt, solchen Menschen das Licht zu bringen, der muß sich gefaßt machen auf Einwände und Widerlegungen aller Art, er darf nicht gleich mutlos werden, sondern muß sich größter Geduld und Ausdauer befleißigen und versuchen, eine recht innige Verbindung mit guten geistigen Kräften herzustellen, auf daß sie gedanklich von jenen geleitet werden und jedem Ansturm von seiten des Gegners standhalten können. Es ist eine überaus dankbare Aufgabe, einen Gott abtrünnigen Menschen zu gewinnen für Gott, doch es bemühen sich um diesen auch jenseitige Wesen, denen die Betreuung der Erdenkinder unterliegt, und diese unterstützen den Menschen in seinem Vorhaben und geben ihm die rechten Gedanken und Worte ein, so daß er nun nicht mehr allein streitet, sondern geistige Kraft ihm nun zur Seite steht. Und so muß ein Mensch, der die Liebe an sich verneint, durch Liebe zum rechten Erkennen geführt werden; er muß das wohltätig empfinden, was er abweisen möchte, und dadurch nicht mehr in seiner strikten Ablehnung verharren können .... (2.9.1941) Er muß Gefallen finden an dem, was ihm geboten wird, weil es ihm in Liebe geboten wird, und es vorerst aufnehmen mit seinem Ohr, auf daß es dann auch in seinem Herzen Eingang findet und er nun darüber nachdenkt. Dann ist schon der Versuch an ihm nicht erfolglos geblieben. Es ist dies der Beginn, die Gott-Ferne zu verringern, und die geringste Willigkeit wird gelohnt werden durch die Unterstützung geistiger Freunde. Denn diese sehnen nur die Stunde herbei, wo die Gedankentätigkeit des Menschen auf überirdische Dinge gelenkt wird, um dann entsprechend einwirken zu können mit ihrem Einfluß. Der Mensch jedoch, der unwillig ist und alles abweist, findet keine Verbindung mit ihnen, und ihr Wirken bleibt erfolglos, und das Leben des Menschen geht dahin, ohne ihm Nutzen gebracht zu haben für seine Seele. Der Geist der Lieblosigkeit hat ihm jeglichen Glauben zerstört, und nur durch erkennbares Wirken in Liebe für ihn kann das Herz eines solchen Menschen empfänglich gemacht und er gleichfalls zur Liebetätigkeit angeregt werden. Zwar wird der Gegner Gottes gleichfalls ringen, um ihn nicht zu verlieren, und darum ist der Kampf nicht leicht, der um Gott-ferne Seelen von seiten der Streiter Christi geführt wird. Doch wo der Wille ist, dort ist auch die Kraft .... denn diese steht dem Menschen zu Gebote, der sie nützen will für Gott. Und es bedienet sich der Streiter des göttlichen Wortes, das mit Kraft gesegnet ist. Das Wort Gottes, in Liebe geboten, muß wirksam sein, wo nicht satanischer Einfluß offensichtlich den Menschen gefangenhält .... Amen
B.D. 2055 empfangen am 2.9.1941 Demütiges Gebet Voraussetzung zum Übermitteln des Wissens .... Weise ist, wer sich klein und machtlos dünkt und Gottes Hilfe erbittet .... Amen
B.D. 2056 empfangen am 3.9.1941 Dreieinigkeit .... Die Lehre der Dreieinigkeit Gottes hat schon zur größten Zersplitterung der Gläubigen Anlaß gegeben und wird ständig Ärgernis sein, solange sie nicht richtiggestellt, d.h.
den Menschen annehmbar geboten wird. Geistige Finsternis ließ sie erstehen .... geistige Finsternis fand eine Auslegung der Worte „Vater
- Sohn und heiliger Geist“, die
genügte, das Denken der Menschen zu verwirren. Es ist dies auch eine Glaubenslehre,
die bedingungslos angenommen werden mußte, weil der Mensch, der darüber nachdachte, zu keiner befriedigenden Lösung kommen konnte, also sie entschieden hätte
verwerfen müssen. Und dies wurde unterbunden, indem das Annehmen der Glaubenslehre zwangsmäßig gefordert wurde. Die Lehre vom drei-persönlichen Gott ist unannehmbar für jeden denkenden Menschen .... Amen
B.D. 2057 empfangen am 3.9.1941 Geistiger Austausch - Ewigkeitsfragen .... Immer sind es Ewigkeitsfragen, die dem Menschen beantwortet werden im geistigen Austausch mit dem Jenseits, denn das Wissen darum ist allein wichtig. Was jedoch zum besseren Verständnis zuträglich ist, wird dem Menschen nicht vorenthalten bleiben, wenngleich es diesirdische Dinge berührt. Um ausführlich unterwiesen werden zu können, muß er erst wissen, daß ein Zusammenhang aller Dinge besteht und daß letztes Ziel aller Schöpfungen die Vollendung des sich in ihnen bergenden Geistigen ist und bleibt. Was auf Erden besteht, dient immer nur dem Wesenhaften zum Aufenthalt, auf daß dieses reifen und Gott näherkommen kann. Um diesen Gang des Wesenhaften auf der Erde soll der Mensch wissen und auch um seinen Sinn und Zweck. Und alle Schöpfungen soll er betrachten als seinesgleichen, als eine Außenform, die, gleich ihm, Geistiges in sich birgt. Das Wissen darum bestimmt dann auch sein Denken und seinen Glauben. Wer die Schöpfungswerke nur betrachtet oder zu ergründen sucht aus rein weltlichen Interessen, der tritt der geistigen Welt, also auch der Ewigkeitsfrage, nicht näher, denn sein Denken konzentriert sich nur auf die materielle Welt. Er wird dann niemals einen rein geistigen Austausch mit dem Jenseits anbahnen können und also auch die reine Wahrheit entbehren müssen, denn diese geht nur jenen zu, die hungern und dürsten danach. Diese aber haben die Materie zum großen Teil überwunden, und also kann ihnen nun die Wahrheit geboten werden; es wird ihnen nun ein Bild entwickelt, das alles hinreichend erläutert, was zu wissen dem Menschen nötig ist .... Amen
B.D. 2058 empfangen am 4.9.1941 Wissen oder vermehrte Liebetätigkeit nötig zum Zusammenschluß mit Gott .... Je nach Aufnahmefähigkeit wird sich der Mensch nun dieses Wissen aneignen. Immer aber wird das Wissen Dinge betreffen, die mit Gott und der Unendlichkeit im Zusammenhang stehen, und immer wird das empfangene Wissen dazu beitragen, den Menschen Gott näherzubringen, denn sowie der Mensch Aufklärung bekommt über göttliches Wirken und Walten, wird er sich auch in Ehrfurcht beugen vor Ihm, und dies bedeutet auch Annäherung an Gott. Folglich muß der Mensch zuvor ein bestimmtes Wissen sein eigen nennen, ehe er den Zusammenschluß mit Gott finden kann. Er muß eingeweiht sein in die göttliche Liebelehre; er muß wissen, daß in der Liebe Gottes alles seinen Ursprung hat und daß er selbst ein Geschöpf ist, aus dem Liebewillen Gottes hervorgegangen. Er muß auch um den Zweck der Schöpfung wissen und um die Aufgabe des Menschen während seines Erdendaseins. Erst der Mensch, der ein solches Wissen sich angeeignet hat, arbeitet nun bewußt an der Gestaltung seiner Seele, und dies trägt ihm den Zusammenschluß mit Gott ein. Wer ohne Wissen den Zusammenschluß mit Gott erreichen will, der muß ungemein liebetätig sein, so daß er durch die Liebe Gott nahekommt. Er muß den Mangel an Wissen durch uneigennützige Liebe zu ersetzen suchen, denn dann ist seine Seele so, wie es Gott wohlgefällig ist, und ihm wird blitzschnell die Erkenntnis kommen, so er aus dem Erdenleben scheidet. Er wird also auch das gleiche Wissen besitzen, weil dies unbedingt nötig ist für die Aufgabe, die ihn im Jenseits erwartet. Denn nun ist das Übermitteln des Wissens an unwissende Seelen die Tätigkeit, die er ausführen muß. Im Wissen zu stehen auf Erden bedeutet, schon auf Erden die Mission ausführen zu können, also Wissen weiterzugeben denen, die ohne Kenntnis sind. Und es ist diese Mission außergewöhnlich segensreich, denn sie trägt sowohl dem Gebenden wie dem Empfangenden großen geistigen Vorteil ein. Und darum ist es auch von größter Bedeutung, wenn der Mensch Fragen stellt in Gedanken, die jenes Gebiet streifen, das irdisch unzugänglich ist. Solche Fragen werden ihm beantwortet von wissenden Kräften und also beitragen, daß sein Wissen vermehrt werde und er nun seinerseits wieder lehrend tätig sein kann .... daß er also auf Erden schon in erlösendem Sinn sich betätigen kann am Mitmenschen .... Amen
B.D. 2059 empfangen am 6.9.1941 Verstoß gegen göttliche Gebote .... Gegen die göttlichen Gebote zu verstoßen ist Sünde, denn es vergrößert die Entfernung von Gott insofern, als daß Er nicht dort sein kann, wo Lieblosigkeit ist. Alles, was
dem Gebot der Liebe zuwidergeht, wird auch ein Erkalten der göttlichen Liebe nach
sich ziehen und also dem geistigen Wesen selbst zum Schaden gereichen, weil es
dadurch in einen immer unfreieren Zustand gerät. Als Mensch nun wirkt sich dieser
Zustand so aus, daß die Gewalt des Gegners von Gott über ihn immer größer wird, daß
er gezwungen wird von ihm unter seinen Willen, daß sein Denken und Handeln stets so
sein wird, wie dieser es will, also immer Gott entgegengesetzt. Und es ist dies unvorstellbar qualvoll für die Seele, denn sie ist ihrer endgültigen Befreiung noch so fern, sie
nimmt den gefesselten Zustand mit hinüber in das geistige Reich. Denn nur die Liebe
kann das Wesen erlösen, folglich muß die Lieblosigkeit binden. Und wer also lieblos ist
gegen seine Nächsten, der verstößt gegen das Gebot der Liebe und wird daher nie frei
werden aus der Gebundenheit, die ihm die einstige Auflehnung gegen Gott eingetragen
hat. Darum hat Gott den Menschen das Gebot der Liebe gegeben, das sie nur befolgen
brauchen, um dadurch Gott näherzukommen und als ein seliges Wesen in das geistige
Reich eingehen zu können. Gegen das Gebot der Liebe versündigen kann sich der
Mensch, indem er der göttlichen Liebelehre entgegenhandelt oder auch Handlungen
unterläßt, die Liebe zum Nächsten beweisen sollen. Es soll der Mensch nicht nur den
Nächsten hüten vor Schaden, er soll ihm nützen, d.h. ihm alles antun, was ihm selbst
begehrenswert erscheint, dann erst wird die Verbindung mit Gott hergestellt, denn zu
einem liebenden Menschen steigt Gott Selbst hernieder und würdigt ihn Seiner
Nähe .... Amen
B.D. 2060 empfangen am 7.9.1941 Scheidewand .... Es ist wie eine Scheidewand, die das Gute um sich aufbaut, so sein Verlangen zu Gott
gerichtet ist. Das Böse sucht diese Scheidewand zwar niederzureißen und bedienet sich
dazu unlauterer Mittel .... Amen
B.D. 2061 empfangen am 8.9.1941 Rechtes Gebet .... Erfüllung .... „Vater, Dein Wille geschehe ....“ Im bewußten Anruf Gottes liegt die größte Macht. Alles kann der Mensch erreichen,
dessen Einstellung zu Gott so ist, daß er mit Ihm in Verbindung tritt, so er sich in irdischer oder geistiger Not befindet, denn er kann jeder Sorge enthoben sein. Es sorget
nun ein anderer für ihn, Dessen Macht die größte ist. Es hat Gott Seinen Kindern eine
Brücke zu Ihm freigestellt, das Gebet. Wer diese Brücke nützet, hat stets und ständig die
Möglichkeit, Ihm die Sorgen und Nöte vorzutragen; und Gott die Sorgen vortragen zu
können heißt auch, deren ledig zu werden, denn Gott nimmt einem jeden Menschen
das Leid ab, desto williger, je vertrauender es Ihm vorgetragen wird. Hat sich der
Mensch erst einmal frei gemacht von dem Gefühl unüberbrückbarer Gottferne, fühlt er
sich als Sein Geschöpf, erkennt er also seine Zugehörigkeit zu Gott, so ist auch sein
Gebet recht, denn er wird nun mit seinem Schöpfer, seinem Vater von Ewigkeit, sprechen wie ein Kind und vertraulich bittend zu Ihm kommen in allen seinen Nöten. Der
Mensch ist machtlos .... was er auch beginnt, es kann nur dann wunschgemäß zu Ende
geführt werden, wenn Gott Seine Zustimmung gibt. Will also der Mensch aus eigener
Kraft Herr werden seiner Sorgen und Leiden und göttliche Hilfe außer acht lassen, so
wird seine Mühe und sein Streben doch erfolglos sein, wenn Gott Seine Zustimmung
nicht gibt. Alles Gelingen ist doch von Gott abhängig, und verständlicherweise wird
Gott dem Menschen beistehen, der direkt zu Ihm kommt und Seinen Beistand erbittet.
Das rechte Gebet bezeugt das rechte kindliche Verhältnis, das Gott hergestellt wissen
will, und es tritt dann die Vaterliebe in Aktion, und Er erfüllt dem Menschen jegliche
Bitte .... Diese Erkenntnis hat zur Folge, daß die Erfüllung jeder Bitte dem Vater anheimgestellt wird, daß das Kind betet „Vater, Dein Wille geschehe“ und daß es sich nun vertrauensvoll der Vaterliebe überläßt und aus Seiner Hand ergeben entgegennimmt, was ihm zugedacht ist. Glaube und Vertrauen auf Seine Güte und Weisheit soll jedem Gebet zugrunde liegen, dann überläßt das Erdenkind die Erfüllung seiner Bitten dem himmlischen Vater, und dann ist das Gebet so, wie es Ihm wohlgefällig ist, und Er wird es erhören .... Amen
B.D. 2062 empfangen am 9.9.1941 Kampf .... Willensstärke .... Der Mensch, der sich Gott zu eigen gibt, hat keinen geistigen Rückgang zu befürchten, er wird sich stets zur Höhe entwickeln, nur ist auch dieses nur in ständigem Kämpfen zu erreichen, da Kampf die Willensstärke vermehrt, und ein starker Wille unbedingt erforderlich ist für den, der Gott dienen, also für Ihn streiten will. Es werden an ihn Anforderungen gestellt, die nur mit starkem Willen erfüllt werden können. Es gilt, Widerstand zu leisten, denn das Verlangen der Welt wird immer im Gegensatz stehen zu dem, was Gott von den Menschen verlangt. Und so muß der Mensch nicht nur seinem eigenen Verlangen widerstehen können, sondern auch dem Verlangen derer, die der Welt angehören. Sich Gott zu eigen geben heißt, gänzlich in Seinem Willen verbleiben zu wollen, und diese Bereitschaft trägt ihm Gottes Liebe und Gnade ein, und also wird Gott Selbst immer tätig sein, wo der Wille des Menschen schwach zu werden droht. Dann wird Er ihm beistehen und seinen Willen stählen durch Übermittlung Seiner Kraft. Der Zustrom göttlicher Kraft aber bedeutet auch Fortschritt zur Höhe, er bedeutet Hilfsbereitschaft jenseitiger Wesen, die sich gleichfalls des Menschen annehmen und ihn schützen in jeder Not und Gefahr. Geistiger Rückschritt ist nur zu befürchten bei offenem Widerstand, bei offener Auflehnung gegen Gott. Das Streben nach Gott scheidet aber einen solchen Zustand innerster Auflehnung gegen Gott aus, denn der strebende Mensch steht im Erkennen, und also weiß er auch, daß Gott das vollkommenste und liebenswerteste Wesen ist, und er erkennt seine eigene Niedrigkeit, und dies läßt ihn tief demütig werden und sich in allem dem Willen Gottes unterstellen. Auflehnung aber ist die Folge von geistiger Überheblichkeit, Überheblichkeit die Auswirkung geistiger Dunkelheit, also Unkenntnis vom Wesen Gottes .... Im Erkennen seiner Kleinheit wird der Mensch groß, denn er empfängt das köstlichste Geschenk Gottes, Seine Gnade, und diese macht ihn überreich .... denn in der Gnade
Gottes leben zu dürfen heißt, geistig zu reifen, also Licht und Wissen entgegen nehmen
zu können und somit Gott näherzukommen; wer im Licht steht, ist im Bereich der göttlichen Liebeausstrahlung, und sein Anteil ist Licht und Kraft von Ihm. Göttliche Kraft
empfangen zu dürfen ist Seligkeit schon auf Erden. Es ist etwas Geistiges, das nie mehr
vergehen kann, das der Mensch behält als Eigentum bis in alle Ewigkeit. Auf Erden
äußert sich diese Kraft in einem übergroßen Wissen .... in einem Wissen um Dinge, die
dem Erdenmenschen sonst verborgen sind. Es ist das Wissen die Grundbedingung zur
Seligkeit im geistigen Reich, denn ohne Wissen kann der Mensch nicht selig werden.
Ohne Wissen ist für ihn der Aufenthalt im Jenseits lichtlos, und ohne Wissen ist ihm
auch ein Betätigen in Liebe unmöglich. Bevor er seine erlösende Tätigkeit sowohl auf
Erden als auch im Jenseits beginnt, muß er Wissen entgegennehmen, und selig, der solches schon auf Erden anstrebt .... der in Kenntnis gesetzt zu werden begehrt und sich
nicht wehrt gegen die Einwirkung jenseitiger Lichtwesen, ihr Licht auf den Menschen
übertragen zu wollen. Die ihm geben, stehen im Wissen und wollen immer liebend
tätig sein; doch nicht immer ist der Mensch willig, die köstliche Gabe entgegenzunehmen. Wer selbst zu besitzen glaubt, der bittet nicht um diese Gabe. Seine Überheblichkeit hindert ihn daran. Doch wer sich arm fühlt im Geist, der wird bedacht werden ohne
Einschränkung. Was er zu entbehren glaubt, wird er begehren und auch erhalten, und
seine geistigen Schätze werden sich mehren, und einen Rückgang gibt es ewig nimmer,
denn wer wissend geworden ist, der hat überwunden. Er trägt kein Verlangen mehr
nach der Welt und irdischen Gütern .... Amen
B.D. 2063 empfangen am 10.9.1941 Inniges Gebet .... Die Welt und ihre Gebräuche werden nie gänzlich umgeändert werden. Es ist alles,
was den Augen oder den Sinnen wohltut, die Waffe dessen, der die Welt bedeutet, und
er wird mit diesen Waffen kämpfen, solange die Welt besteht. Nur wer sich frei macht
von seiner Macht, der wird sich auch frei machen von Handlungen, die unwichtig sind
oder hinderlich für die Gestaltung der Seele. Das ist der Einfluß des Bösen, daß er das
Empfinden schwächt für Wahrheit und Lüge und daß auch ringende Menschen diesem
Einfluß unterliegen, solange ihr Wille nicht alles verneint, was Zeugnis ablegt von gegnerischem Wirken. Die Belehrungen von oben geben wohl ein klares Bild, und es
könnte sich der Mensch entsprechend wandeln, doch seine Sinne verlangen nach Eindrücken von außen so lange, bis die von oben gebotene Wahrheit sein ganzes Sinnen
und Trachten erfüllt, dann erst hat er sich gelöst von den Anforderungen der Welt, und
er erkennt sie als äußerst nichtig und bedeutungslos. Eine Gefahr sind sie nur, wenn der
Mensch um ihretwillen die innere Gestaltung vernachlässigt, wenn es ihm schwerfällt,
sich gedanklich zu lösen, wenn er dem Erfüllen äußerer Handlungen zuviel Wert beilegt und er dann gehindert ist am innigen Zusammenschluß mit Gott, d.h.,wenn es ihm
nicht gelingt, sich gänzlich unempfindlich zu machen für Außeneindrücke und sich in
sein Innerstes zu begeben und mit Gott in Verbindung zu treten. Es ist dies weit schwerer in einer Umgebung, die für seine Sinne bestimmt ist, als so sich der Mensch in „sein
Kämmerchen“ zurückzieht, also unbeeinflußt von Außeneindrücken mit Gott allein zu
sein. Die Innigkeit des Gebetes wird unstreitbar tiefer sein, wo alle Außeneindrücke
wegfallen, also wird der Zusammenschluß mit Gott leichter hergestellt werden können.
Es muß sich der Mensch klar darüber sein, daß Gott überall ist, wo der Mensch bei Ihm
sein will .... daß es keines bestimmten Ortes oder einer bestimmten Umgebung bedarf,
um den Zusammenschluß mit Gott herbeizuführen .... Amen
B.D. 2064 empfangen am 10.9.1941 Zustand des Todes auf Erden und im Jenseits .... Alles wandelt sich, und nichts bleibt, wie es ist .... Amen
B.D. 2065 empfangen am 11.9.1941 Begründung des Kampfes gegen das Geistige .... Das Bewußtsein der eigenen Kraftlosigkeit bestimmt den Menschen, sich einer kraftgebenden Macht anzuvertrauen und solche anzufordern, und darum ist das Gefühl der Schwäche stets ein Vorteil, wenngleich es irdisch als größter Nachteil gewertet wird. Die Welt, d.h. die Menschen, die der Welt leben, sucht nur den irdischen Aufgaben gerecht zu werden und benötigt dazu mehr oder weniger Kraft und Willensstärke. Ein Nachlassen dieser sieht sie als ein Manko an und sucht nun die Ursachen davon zu ergründen, und zwar .... als Einfluß des Widersachers .... glaubt sie, diese gefunden zu haben im geistigen Streben. Und darum zieht sie mit allen Mitteln gegen solches zu Felde. Gerade das, was allein segenbringend und erfolgreich für die Seele ist, wird als Nachteil gewertet und daher bekämpft. Man geht davon aus, daß der Glaube an eine höhere Macht und an deren Beistand oder Kraftvermittlung das irdische Streben des Menschen entsprechend verringert, daß also des Menschen eigene Kraftentfaltung nachläßt, und er sich dem Wirken jener Macht erwartungsvoll überläßt und man sucht solches zu verhindern, indem man den Glauben an eine höhere Macht zu zerstören sucht, insbesondere den Glauben an die Kraftzuwendung ohne eigenes Zutun. Die Stärke und Macht des Gebetes sucht die Welt zu entkräften. Sie fordert gerade das Gegenteil .... außergewöhnliche Kraft oder Willensentfaltung ohne Zuhilfenahme einer Kraft von oben, denn sie sieht als allein wertvoll an die Körperkraft oder das Verstandesdenken, das irdische Anforderungen zu meistern imstande ist. Eine solche Anschauung aber unterbindet jegliches geistige Streben. Denn ein geistiger Fortschritt kann nur erzielt werden durch Vermittlung der Gnade und solche immer nur gewonnen werden durch das Gebet. Ein Gebet aber setzt das Anerkennen einer Macht voraus, die Gnade und Kraft vermitteln kann und will, und es soll diese Kraft auch angefordert werden. Es soll der Mensch das Gefühl der Schwäche nicht nur zu überwinden suchen durch vermehrte irdische Tätigkeit, sondern er soll sich an Den wenden, Der allein dieses Gefühl wandeln kann durch Seine Gnade, durch das Vermitteln dessen, was dem Menschen mangelt zur geistigen Höherentwicklung. Denn höchste irdische Entfaltung trägt dem Menschen keinen geistigen Erfolg ein; erst wenn er sich klein und schwach fühlt, geht er den Weg zu Gott, und dann erst erfüllt er die eigentliche Erdenaufgabe, die ihm zwar wenig irdischen, dafür aber umso größeren geistigen Erfolg einträgt .... Amen
B.D. 2066 empfangen am 11.9.1941 Schutz des reinen Gotteswortes gegen irdische Maßnahmen .... Das Verlangen nach geistiger Speise ist Bedingung zum Empfangen derselben, und
so ihr darbet, werdet ihr hungern und dürsten danach. Dies bedenket, wenn weltliche
Maßnahmen gegen euch gerichtet sind und ihr alles zu verlieren scheint, was euch bisher geistige Nahrung bot. Bedenket, daß das Wort Gottes kostbarer euch geboten wird,
als ihr es je besessen habt .... bedenket, daß man euch Menschenwerk nehmen will und
daß euch dafür das reine göttliche Wort von oben dargeboten wird; daß ihr also nichts
verlieret, sondern weit Kostbareres empfanget, daß ihr zuvor aber tiefes Verlangen
danach empfinden müsset, ehe Gott Selbst euch speiset. Es werden noch große Proben
euch gestellt werden, so daß ihr euch entscheiden müsset, welcher geistigen Richtung
ihr euch anschließen wollt. Und es wird nicht leicht sein, euch dann zu Christus und
Seinem Wort zu bekennen .... angesichts dessen, daß dieses Sein Wort den Menschen
unzugänglich gemacht wird, und selbst die Gläubigen werden zu zweifeln beginnen,
weil Gott es geschehen läßt, daß Sein Wort verunglimpft wird. Er aber weiß es, warum
Er es zuläßt .... denn ihr verlieret nichts, sondern gewinnt unendlich mehr, Er gibt euch
das unverbildete Wort in aller Reinheit und mit dem Wort auch Seinen Segen. Und wer
sich sehnet nach der Speise des Himmels, der wird sich daran laben dürfen, denn Gott
ist Selbst im Wort bei denen, die nach Ihm Verlangen tragen. Und dieses Wort wird Er
schützen und es nicht dem bösen Willen derer preisgeben, die alles vernichten wollen,
was christliches Denken verrät. Das Wort, das von oben kommt, gibt wieder Kenntnis
von Seinem Willen; es wird den Menschen Trost und Kraft sein in schwerster Zeit, es
wird sich von Mund zu Mund weiterpflanzen, und es wird gierig aufgenommen werden
von jenen, die alles hingeben mußten, was ihnen bisher kostbares Gut war. Gott weiß
um diese Zeit der Not und sorget vor, indem Er in aller Stille entstehen läßt, was die Welt
zu vernichten plant .... Amen
B.D. 2067 empfangen am 12.9.1941 Erkennen Gottes durch Wunderwerke der Schöpfung .... Die Inanspruchnahme der göttlichen Gnade setzt auch den Willen voraus, in Gottnähe zu kommen, und da dieser Wille dem Menschen alles einträgt, um was er bittet, so
geht ihm auch die Gnade Gottes ungemessen zu. Denn der willige Mensch nützet auch
die Gnade, da diese wieder die Willenskraft vermehrt. Im Bestreben, Gott wohlgefällig
zu leben, ist sein Herz auch liebebereit und durch die Zuwendung der Gnade Gottes
auch liebefähig. Es braucht der Mensch somit vorerst nichts weiter, als Gott anzuerkennen und sich selbst als Sein Geschöpf, das unwürdig und klein Ihm gegenüber ist, und
zu Ihm verlangen, dann bittet er auch in der rechten Weise zu Ihm, und dieser demütigen Bitte wird entsprochen. Um aber Gott zu erkennen, genügt es, sich eingehend in die
göttliche Schöpfung zu vertiefen, sich die Wunderwerke zu betrachten und sich selbst
damit in Zusammenhang zu bringen. Ernsthafte Gedanken darüber lassen ihn mit
Sicherheit zu dem Ergebnis kommen, daß er selbst sich bejahend einstellt zu seinem
Schöpfer, und dann wird auch das Verlangen in ihm wach, Ihm nahezukommen. Dann
erfaßt ihn die Liebe Gottes und verhilft ihm zur Höhe .... Amen
B.D. 2068 empfangen am 12.9.1941 Erdenleben
- Probezeit .... Eine kurze Zeit nur weilet ihr auf Erden, und in dieser kurzen Zeit müsset ihr euch entscheiden, welches Leben ihr in der Ewigkeit führen wollt. Denn euer Erdenleben ist bestimmend für die Ewigkeit. Es ist nur ein Probedasein, und an euch allein liegt es, ob ihr die Probe besteht, ob ihr das Erdenleben so nützet, daß es euch ein Leben in aller Herrlichkeit einträgt im geistigen Reich oder euer Los dort ein trauriges ist. Wofür ihr euch im Erdenleben entscheidet, das wird euch beschieden sein nach dem Ableben. Also wird ein jeder Mensch dann den Lohn ernten für die Arbeit, die er auf Erden geleistet hat. Irdische Arbeit wird auf Erden schon ihren Lohn finden und also nicht gewertet werden für die Ewigkeit. Nur allein die geistige Arbeit trägt Ewigkeitserfolg ein, denn geistige Güter nimmt die Seele mit hinüber in das geistige Reich, während irdische Arbeit und deren Lohn zurückbleibt auf Erden, so die Seele abscheidet. Und wer nun nichts aufzuweisen hat an geistigem Gut, der hat die Probe nicht bestanden, er hat das Erdenleben nicht genützet, er ist untätig gewesen im geistigen Sinn, wenngleich er auf Erden reich war an Gütern der Welt. Er hat den Zweck seines Erdenlebens nicht erfaßt und daher nicht bewußt gelebt. Der Erdenwandel soll ein geistiges Ausreifen bezwecken. Werden aber irdische Fähigkeiten ausgebildet und nur Wert darauf gelegt, wie sich der Mensch irdischen Reichtum erwerben kann, so vergeht die Probezeit, ohne dem Menschen Erkenntnis zu bringen. Das verfehlte Erdendasein ist aber niemals mehr auszugleichen, und was der Mensch auf Erden versäumt hat, ist schwerlich im Jenseits nachzuholen. Die Reue im Jenseits ist unbeschreiblich, wenn die Seele arm und dürftig sich wiederfindet, wo sie hell und strahlend den Eintritt ins geistige Reich erleben könnte. Immer und immer wieder wird der Mensch in Kenntnis gesetzt von seiner Aufgabe und seinem Ziel, doch ungehört verhallen die Worte in den Ohren der Menschen, denn sie sind sich der Tragweite ihrer Nachlässigkeit nicht bewußt. Solange sie leben, denken sie nicht an ihre Aufgabe, im Jenseits aber bereuen sie jede Minute, die sie ungenützt vorübergehen ließen .... Amen
B.D. 2069 empfangen am 13.9.1941 Geistige Neuordnung .... Eine gewisse geistige Überheblichkeit ist es, sich berufen zu fühlen, eine geistige Neuordnung einzuführen, d.h., Bestehendes auszurotten und es ersetzen zu wollen durch neue Lehren und Gebote, die wohl dem Besten der Menschheit dienen sollen, jedoch nur körperlichen Vorteil, aber keine geistige Höherentwicklung eintragen. Es ist dies unstreitbar ein Einfluß böser Macht, denn es richtet sich dieses Vorhaben gegen Gott und gegen die göttliche Lehre, und wer es anerkennt, der ist gleichfalls jener Macht untertan, ansonsten er den gegen Gott gerichteten Willen daran erkennen würde, daß die Gottheit Jesu Christi in Abrede gestellt wird. Christus brachte der Welt das Heil, und so man Ihn verleugnet, verfällt die Welt wieder in den Zustand geistiger Finsternis, in dem sie ehedem war. Und eben diese geistige Nacht, in der sie wandelt, ist Ursache, daß Gott das Licht wieder neu entzündet und alle Mittel anwendet, die Menschen zum Nachdenken zu veranlassen. Denn geistige Dunkelheit ist es, sich anzumaßen oder es gutzuheißen, etwas verbessern zu wollen, was Gott durch Jesus Christus zur Erde kommen ließ .... eine Lehre, die nur Liebe predigte und die allein eine geistige Höherentwicklung fördern kann, und es ist vermessen, diese Lehre nun verbessern zu wollen und etwas Neues dafür zu setzen, das den göttlichen Geboten nicht mehr entspricht. In Seiner unendlichen Liebe läßt Gott die Auswirkung dieses Vorhabens den Menschen noch zum Segen werden, die in Gefahr sind, die göttliche Liebelehre zu vernachlässigen, und ihr Augenmerk zu sehr auf Äußerlichkeiten richteten. Sie werden durch eine starke Erschütterung des bisherigen Denkens veranlaßt, Stellung zu nehmen zum Kern der christlichen Lehre. Was ihnen genommen wird, können sie leicht dahingeben, solange sie den Glauben an die Gottheit Jesu in sich tragen und also auch Seiner Lehre anhangen, die nur die Liebe zur Richtschnur hat. Also werden auch jene Maßnahmen, die getroffen werden, um den Untergang von etwas Bestehendem herbeizuführen, nur dazu dienen, den Glauben zu vertiefen, obgleich das nicht die Absicht derer ist, die solche Maßnahmen erlassen. Die Äußerlichkeiten aber sind wertlos, und ihnen soll daher nicht nachgetrauert werden. Es führt dies nur zu Klärung des innersten Empfindens, es führt zum Nachdenken und kann somit denen, die lau sind, zum Segen gereichen. Dennoch ist die Absicht, die dem Vorhaben zugrunde liegt, verwerflich. Sich berufen zu fühlen, eine geistige Umwälzung herbeizuführen, ist Mangel an Demut und also auch Mangel an Erkenntnis, solange noch irgendwelcher irdische Vorteil dadurch erreicht werden soll. Die Welt aber sucht nicht, den Glanz des Lichtes zu verstärken, sondern das Licht zu verlöschen, weil es ihr Treiben beleuchtet, denn die treibende Kraft dazu ist der, dessen Wille gegen Gott gerichtet ist .... Amen
B.D. 2070 empfangen am 14.9.1941 Lichtvoller oder licht- und kraftloser Zustand im Jenseits .... Das Abscheiden des Menschen von der Erde ist ein Vorgang, der so bedeutsam ist,
fallen doch alle körperlichen Kräfte von ihm ab, um durch geistige Kräfte ersetzt zu
werden, oder .... wo dies der mangelnden Seelenreife wegen nicht möglich ist, einen
kraftlosen Zustand für die Seele bedeutet. Sowohl das Zuströmen der geistigen Kraft als
das Verlieren derselben ist der Seele spürbar, denn sie empfindet, genau wie im Erdenleben, den Mangel und die Fülle dessen, was ihr nun zuströmt, als Qual oder als Beglükkung. Sie fühlt sich in einen Zustand versetzt, der wohl frei ist von jeder Körperschwere,
doch ihre Empfindungen bestimmen den Grad des Wohlbehagens. Es wird nach einer
kurzen Ruhepause die Seele nun entweder rührig tätig sein, oder sie wird in einer qualvollen Untätigkeit verharren und sich von dieser selbst nicht frei machen können. Der
unerlösten Seele fehlt die Kraft, und das Erkennen dessen ist unsagbar bedrückend. Sie
ist wie gefesselt, sie ist in einer Lage, in der sie sich nicht wohl fühlt, und kann sich nicht
davon befreien. Sie hat Verlangen nach irdischen Dingen, und das Verlangen bleibt
unerfüllt. Sie ist in einer freudlosen düsteren Gegend und möchte ihr entfliehen, aber es
hält sie wie mit Ketten an dem Ort ihres Aufenthaltes zurück. Ihr ganzer Zustand ist
Mißbehagen, weil ihr das Empfindungsvermögen nicht genommen ist, weil sie nur mit
geistigen Augen sehen kann, diese aber noch sehr schwach sind, daß sie nichts zu sehen
vermag, also in völlig lichtloser Gegend sich befindet. Und der kraftlose Zustand ist für
sie äußerst qualvoll, da sie noch um den Zustand auf der Erde weiß und sich also rückschrittlich gegangen weiß. Und nun kommt es darauf an, wie das Erkennen ihrer Lage
sich auswirkt auf ihren Willen, den sie gleichfalls noch unverändert besitzt. Ihre Lage ist
so trostlos, daß sie zum Nachdenken darüber gezwungen ist; sie kann nun entweder
apathisch alles über sich ergehen lassen, obgleich ihr der Zustand nicht behagt .... Solange aber der Wille untätig ist und solche nicht anstrebt, tritt keine Veränderung
ihrer Lage in günstigem Sinne ein. Die Kraftzufuhr allein ist bestimmend für den
Glückszustand der Seele im Jenseits. Eine Seele, die sofort bei ihrem Eintritt in das geistige Reich Kraft vermittelt bekommt, ist ein glückseliges Geschöpf. Sie kann nun nicht
anders als tätig sein, denn die Kraftzufuhr erhöht ihren Tätigkeitsdrang. Sie fühlt sich
so glücklich, daß sie das Glück nicht allein tragen will und kann, daß sie mitteilungsbedürftig ist und von ihrer Kraft den unglücklichen Seelen abgeben möchte, weil ihr Empfinden voll tiefsten Mitleids ist für die noch unreifen Seelen, die darben müssen.
Und sie steht inmitten des Lichts, und das läßt sie auch erkennen .... sowohl die Wonnen
der Glückseligkeit als auch die Leiden der unerlösten Wesen. Sie möchte nun in das
Reich der Dunkelheit Licht hinübertragen, sie möchte den Seelen helfen, die in Not
sind, und beginnt nun ihre Tätigkeit, indem sie Zugang sucht zu den unglücklichen
Seelen und diese gedanklich zu beeinflussen sucht, ihrer Lethargie sich zu entreißen
und zu streben, d.h., gleich ihr zu helfen denen, die noch tiefer in geistiger Nacht stehen .... Amen
B.D. 2071 empfangen am 14.9.1941 Widerlegen der Einwände und Belehren mit Gottes Hilfe .... Ein jeder Einwand ist zu widerlegen mit Gottes Hilfe. Es muß der Mensch immer
bereit sein, Gott im Herzen anzurufen, er darf sich niemals auf seine eigene Kraft verlassen, er muß alles beginnen mit Gott, d.h. Ihn um Seinen Segen bitten und also auch
den Belehrungen der Mitmenschen inniges Gebet vorangehen lassen. Dann wird er
jedem Einwand sich gewachsen fühlen, er wird, vom Geist Gottes getrieben, die rechten
Worte gebrauchen, blitzschnell selbst erfassen, was ihm noch unklar ist, und nun verständlich jede Streitfrage beantworten oder erläutern können. Verstandesdenken allein
wird nicht genügen zur Klärung der Fragen, die geistiges Leben betreffen. Da aber der
Gegner, dessen Einwände widerlegt werden sollen, nur verstandesmäßig solche aufwirft, wird unter Zuhilfenahme geistiger Kraft ein jeder Einwand widerlegt werden
können, denn geistiges Wirken ist stärker und macht jede Verstandesschärfe schwach
und unzulänglich. Der Mensch, dem geistiges Wissen mangelt, wird stets die Wahrheit
anfechten. Sie ist ihm, da er noch der Welt angehört, unannehmbar, und es sträubt sich
der Wille dagegen, weil die Wahrheit ihn zu anderem Lebenswandel bestimmen würde.
Und darum ist es ein äußerst schweres Beginnen, die Menschen in die Wahrheit einzuführen. Und alle Mittel werden von seiten dessen, der die Lüge ist, angewendet, um
die Menschen an der Annahme der Wahrheit zu hindern. Ebenso aber ist Gottes Liebe
unausgesetzt bedacht, die Wahrheit zur Erde zu leiten und sie zu verbreiten. Doch wer
sich dieser Aufgabe unterzieht, der wird immer im Kampf stehen. Ihm wird aber dennoch große Kraft zur Verfügung stehen, vorausgesetzt, daß er sie ausgiebig nützet .... Amen
B.D. 2072 empfangen am 15.u.16.9.1941 Erlösungswerk .... Mit dem Unterstellen eures Willens unter den göttlichen Willen gebt ihr euren geistigen Widerstand gegen Gott auf, und ihr erkennt und bekennt eure Zugehörigkeit zu
Ihm. Also ist Zweck und Ziel des Erdenlebens, daß ihr endgültig zu Gott zurückkehrt
und den Gegner Gottes verachtet. Um die Zugehörigkeit zu Gott zu erkennen, muß
euch aber zuvor das Wissen vermittelt werden um Ihn und Sein Wirken, sowie auch um
das Wesen des Gegners von Gott. Ihr müsset die Auswirkung der Kräfte beider Mächte
erkennen lernen, um euch dann entscheiden zu können für eine der beiden Mächte.
Sowie aber eine Macht das Wissen um das Wirken der anderen Macht unterbindet,
kann von einer Entscheidung nicht mehr gesprochen werden. Dies aber plant der
Widersacher, um seine Macht vergrößern zu können. Er geht gegen Gott Selbst vor, er
sucht das Denken der Menschen so zu beeinflussen, daß sie die ewige Gottheit anzweifeln, daß sie geneigt sind, zu glauben an ein zufälliges Entstehen der Schöpfung ohne
den Willen und die Kraftentfaltung einer höheren Macht. Das Anerkennenkönnen
Gottes wird also unterbunden; es nimmt eine Macht von euch Besitz unrechtmäßigerweise; sie nimmt sich, was sie fürchtet zu verlieren, sowie der freie Wille sich entscheidet. Dieser Kampf ist unrechtmäßig und die Auswirkung auf den Menschen ungeheuer
nachteilig. Es wäre also der Mensch der Leidtragende, so Gott ihm nicht zu Hilfe kommen möchte. Er muß den Glauben an Ihn und Seine Kraft im gleichen Maße zu stärken
versuchen, wie ihn der Gegner schwächen will, und ihn erwecken, wo dieser ihn schon
untergraben hat .... Zur klaren Erkenntnis wird er erst kommen, wenn die Sündenschuld getilgt ist, denn
Sünde und Dunkelheit gehören zusammen, und Helligkeit des Geistes und Reinheit des
Herzens sind gleichfalls nicht ohneeinander zu denken. Ein aus der Sünde geborenes
Wesen (das entstanden ist durch den Willen einer Gott entgegen gerichteten Macht.) muß
zuvor gereinigt werden, ehe es zum Licht, d.h. zur Gottnähe, zugelassen wird. Reinigung des Herzens aber ist gleich der Vergebung der Sündenschuld, es wird der Makel
einer Schuld von dem Wesen genommen. Dies setzt aber erst volles Einverständnis der
Schuld voraus, denn erst, wenn eine Schuld als solche erkannt wird, erwacht der Wille,
von dieser Schuld frei zu werden. Letzteres ist eine Erlösung des Unfreien, die ungeheure Willenskraft erfordert, da der Mensch die Größe seiner Schuld gar nicht ermessen kann, die das Wesen durch den Abfall von Gott auf sich geladen hat. Und es würde
endlose Zeiten dauern, ehe ein Wesen die schwere Schuld an Gott abgetragen hat; es
würde die Erlösung (oft unendliche) endlose Zeiten benötigen, denn es sind nicht die
Sünden zu büßen, die der Mensch im Erdenleben begangen hat, sondern die offene
Auflehnung gegen Gott war die eigentliche Sünde. Diese aber ist ungeheuer, sie ist mit
menschlichem Verstand nicht zu fassen. Die unfaßbare Größe der Schuld bewog Jesus
Christus zu Seinem Erlösungswerk .... Er wollte für die Menschen leiden, um ihnen das große Leid der Schuldentsühnung
zu ersparen .... (16.9.1941) Es war das Werk der größten Liebe zu den Mitmenschen .... Er litt unsäglich, und Er starb einen qualvollen Tod .... Amen
B.D. 2073 empfangen am 16.9.1941 Die innere Stimme .... Der Mensch benötigt einen Mahner, denn er ist sehr oft in Gefahr, sich und sein Streben zu vergessen, und dann muß er gewarnt oder gemahnt werden vor schlechtem oder zu gutem Handeln. Und es ist dies auch eine Gnade Gottes, ein Hilfsmittel zur Höhe, das Gott ihm in Seiner Liebe zuwendet. Gott überläßt den Menschen nicht seinem selbstgewählten Schicksal. Wenn er falsche Wege zu gehen droht, dann macht sich der Mahner in ihm laut bemerkbar, und er wird immer dagegensprechen und ihm raten, was er beabsichtigt, zu lassen und sich guter Handlungen zu befleißigen. Und es muß nun der Wille tätig sein, dieser inneren Stimme Folge zu leisten. Es wird dies zwar auch oft einen inneren Kampf kosten, jedoch ohne Kampf ist kein geistiger Fortschritt zu erzielen. Der Stimme in sich zu lauschen ist äußerst wichtig und trägt der Seele des Menschen baldigen Reifezustand ein, denn es ist die göttliche Stimme, die im Menschen tönt, die nur beachtet zu werden braucht, dann aber auch sicheren Erfolg einträgt. Doch diese innere Stimme wird zur Zeit wenig beachtet, sie wird durch die Stimme der Welt übertönt, denn diese dringt hörbar an das Ohr des Menschen, die innere Stimme aber klingt so leise, daß ihrer geachtet werden muß, daß alles Äußere verstummen muß, soll ihr Tönen gehört werden. Doch die Stimme Gottes ertönt auch nur dem, der sie hören will, die Stimme Gottes wird niemals laut und der Welt vernehmlich klingen, sondern nur leise und fein im Herzen ertönen, und wer sie also vernehmen will, der muß sich in sein Innerstes zurückziehen und nun darauf achten, was Gott ihm sagen will. Das Horchen nach innen ist das einzige, was Gott von den Menschen verlangt, um ihnen nun Aufschluß zu geben. Sehr oft ist der Mensch geneigt, die Stimme der Welt zu beachten, und so Gott nicht immer wieder den Weg zu den Menschen nehmen möchte, würde bald die Stimme der Welt die innere Stimme übertönen, und die Gestaltung der Seele wäre dann in Frage gestellt. Denn unbedingt gehört es zur Fortbildung der Seele, daß der Mensch möglichst Fühlung nimmt mit geistiger Kraft, da die innere Stimme gleichfalls die Auswirkung geistiger Kräfte auf den Menschen ist, und daß diese, so sie sich äußern, auch gehört werden müssen, ansonsten ihre Kraft unwirksam bleibt. Gottes Liebe ist unentwegt darauf bedacht, dem Menschen den Erdenweg so leicht als möglich zu machen; bedienet sich der Mensch der Hilfsmittel, die ihm von seiten Gottes reichlich geboten werden, so wird es ihn keinen großen Kampf kosten, zur Höhe zu gelangen. Denn solange der Mensch willig ist, ist auch Gott willig, ihm jede Hilfeleistung zuzuwenden, um ihm die Zeit auf Erden zu einer segensreichen Zeit werden zu lassen, wenn der Mensch dankbar die Hilfe Gottes entgegennimmt und dessen achtet, was Gott ihm sagen will .... Amen
B.D. 2074 empfangen am 17.9.1941 Gegenstände ohne Zweck .... Eine immerwährende Umgestaltung der Außenform hat das Ausreifen des Geistigen
in ihr zur Folge. Die Umänderung ist also dann Gott-gewollt, wenn sie dieses Ausreifen
möglich macht, d.h. dem Geistigen Gelegenheit zum Dienen gibt. Es kann auch durch
menschlichen Willen eine Außenform entstehen, die keinen rechten Zweck zu erfüllen
hat, die also dann lediglich eine Formveränderung ist, jedoch dem Geistigen keine
Möglichkeit zum Dienen gibt, was für das Geistige einen Stillstand seiner Entwicklung
bedeutet und daher verständlicherweise qualvoll ist. Solche Schöpfungen werden
immer nur dem Menschen zur Augenweide dienen, also seine Sinne befriedigen und
nur dazu angetan sein, Begierlichkeit im menschlichen Herzen zu entfachen und für die
seelische Höherentwicklung des Menschen gleichfalls hinderlich sein. Die Zerstörung
solcher Formen zum Zwecke der Umformung für nützliche Dinge ist immer Gottgewollt, denn sie ist eine Befreiung des Geistigen aus einer qualvollen Lage. Solche
Gegenstände werden aber mitunter durch menschlichen Willen jeder Zerstörung ferngehalten, solange sich der Mensch seines Besitzes erfreut. Erst wenn er den Gegenstand
verachtet, also keinerlei Freude des Herzens über seinen Besitz empfindet, ist der schädigende Einfluß des Geistigen darin unwirksam. Und dann wird auch der Mensch keinen Anstand daran nehmen, es zu vernichten, d.h. das Umformen dessen zu etwas
Nutzbringendem bewirken. Gegenstände, die keinen anderen Zweck erfüllen als den
der Sinnes- und Fleischeslust, sind unter Einfluß des Bösen entstanden, weil sie diesem
ein willkommenes Mittel sind, die geistige Höherentwicklung des Menschen zu hindern .... Amen
B.D. 2075 empfangen am 17.9.1941 Seelen der Verstorbenen in Erdennähe .... Die Seelen der Verstorbenen halten sich so lange in Erdennähe auf, wie ihre Gedanken und ihr Verlangen noch den irdischen Gütern und Genüssen gilt. Sie sind mit
allem, was sie begehren, verbunden durch das Verlangen und werden sich immer in der
Nähe dessen aufhalten. Was sie liebten auf Erden, davon können sie sich auch im Jenseits nicht so leicht trennen, und die Folge davon ist, daß es ihnen schwer ist, im Jenseits
zur Höhe zu streben. Nimmt noch irdisches Begehren die Seele gefangen, so ist das geistige Ausreifen in Frage gestellt, denn ein Begehren schaltet zumeist ein Geben aus so
lange, bis die Seele geistige Speise begehrt. Die Zuwendung derer wird auch den Drang
zum Geben in ihr erwecken oder vermehren. Ist sie aber noch nicht aufnahmefähig für
geistige Kost, so wird ihr diese auch nicht geboten, denn dann hat sie sich noch nicht
restlos gelöst von der Erde und würde niemals den Wert dessen erkennen, was im geistigen Reich als Kostbarstes begehrt wird. Es ist aber das Verlangen nach irdischem Gut
ein Mangel an Seelenreife, und so ist die Erde umgeben von zahlreichen Seelen im mangelhaften Reifezustand, die sich nicht lösen können von dem, was ihnen im Erdenleben
lieb und begehrenswert erschien. Solchen Seelen kann nur durch Gebet Hilfe gebracht
werden, denn ein Gebet in Liebe läßt sie etwas empfinden, was sie bisher nicht kannten .... Amen
B.D. 2076 empfangen am 18.9.1941 Selbstüberwindung .... Ohne Selbstüberwindung kann der Mensch nicht zur Höhe gelangen, denn nur der
Mensch, der sich selbst überwindet, der ständig ankämpft gegen das Unedle in seinem
Wesen, wird sich so gestalten, daß er sich der ewigen Gottheit nähern kann und Ihrer
Liebe und Gnade teilhaftig wird. Die Wandlungen seines Wesens muß er selbst durchführen, er muß an sich arbeiten und also für die Neugestaltung seiner Seele Sorge tragen, dann erst wird der Geist aus Gott sich mit der Seele verbinden können. Ist aber dieser Moment eingetreten, daß die Vereinigung von Seele und Geist stattgefunden hat,
dann ist auch deutlich das Wirken des Geistes zu erkennen .... Amen
B.D. 2077 empfangen am 18.9.1941 Bewußtes Zuwenden zu Gott .... Den geringsten Willen zu Gott lohnet Er mit Seiner Liebe. Es weiß der Mensch nicht,
daß der Vater von Ewigkeit nach Seinen Geschöpfen verlangt, die Seine Liebe hervorgebracht hat, die aus Seiner Kraft entstanden sind, also Seine göttliche Liebe zum
Ursprung haben .... Amen
B.D. 2078 empfangen am 19.9.1941 Vererbungstheorie .... Die sogenannte Vererbungstheorie ist auch dazu angetan, das Denken der Menschen falsch zu leiten. Denn es gehen die Menschen immer davon aus, eine rein irdische Erklärung finden zu wollen für die verschiedenartigen Entwicklungen sowohl rein körperlich als auch in charakterlicher Beziehung. Es ist zwar der Aufbau des Körpers, also die rein stoffliche Außenform wissenschaftlich zu erforschen, und diese Forschungen werden immer nur zu Klarheiten lediglich der stofflichen Zusammensetzung der Materie führen, niemals aber werden Charaktereigenschaften oder seelische Gestaltung mit den Ergebnissen in Zusammenhang gebracht werden können, denn diese sind nicht abhängig von der Materie, also wird niemals die Folge von einer bestimmten stofflichen Zusammensetzung eine bestimmte geistige Entwicklung sein können. Die stoffliche Zusammensetzung ist für die geistige Höherentwicklung völlig belanglos, also ist auch das Wissen darum eine sogenannte tote Wissenschaft, die ohne jeden geistigen Wert bleibt und nur das Denken der Menschen außerordentlich in Anspruch nimmt. Es wird eine Gesetzmäßigkeit zu beobachten sein in allem Geschaffenen; es wird diese Gesetzmäßigkeit auch im menschlichen Körper festzustellen sein, doch das Wissen darum sollte nur zum Erkennen der ewigen Gottheit führen, Die überaus weise und allmächtig ist. Dann ist dieses Wissen von Segen für die Menschheit. Sowie aber von der rein materiellen Zusammensetzung der Schöpfungen Gottes auf das Wesen .... das Denken, Fühlen und Wollen eines Lebewesens geschlossen wird, wenn charakterliche Eigenschaften für eine Auswirkung gewisser stofflicher Bindungen .... also Zusammenschluß verschiedenartiger irdischer Substanzen .... gehalten werden, dann wird der Gedankengang des Menschen falsch geleitet, und dann sind solche Forschungen nicht nur wertlos, sondern irreführend, also verwerflich. Die körperliche Beschaffenheit des Menschen ist ohne Einfluß auf die seelische Gestaltung dessen, also es wird nicht eine hohe geistige Reife Folge sein des Zusammenschlusses zweier als körperlich einwandfrei erkannter Menschen, sondern die geistige Reife kann ebenso und oft noch leichter erreicht werden von einem schwachen, den Anforderungen der Theoretiker nicht genügenden Körper. Etwas rein Äußerliches kann sich wohl vererben, was mit der Gesetzmäßigkeit in der Schöpfung zu erklären ist, belanglos ist dies aber für die geistige Gestaltung, und somit sind solche Forschungen ohne jeglichen Wert .... Amen
B.D. 2079 empfangen am 19.9.1941 Gebet Brücke über die Kluft zu Gott .... Eine unüberwindliche Kluft bedeutet die Entfernung von Gott für den Menschen, so
er die Gnade des Gebetes nicht nützet, denn er wird ewiglich nicht in Gottnähe gelangen .... Amen
B.D. 2080 empfangen am 20.9.1941 Irdische Maßnahmen .... Es ist etwas rein Äußerliches, woran die Menschen Anstoß nehmen, sowie sie irdische Verfügungen verurteilen, nur weil sie das irdische Leben erschweren oder beeinträchtigen. Sowie das Seelenleben des Menschen dadurch nicht gefährdet ist, sind solche Verfügungen belanglos, können weit eher noch zur Förderung dessen beitragen. So
brauchen also jegliche Maßnahmen nur in der rechten Einstellung zu Gott betrachtet
und bedacht zu werden, und es wird zu erkennen sein, daß Gott dadurch einen anderen
Mißstand beseitigen will, wenngleich menschlicherseits etwas anderes angestrebt wird.
Der Wille des Menschen gilt der Vernichtung des Bestehenden. Sowie die Verfügungen
sich gegen geistiges Streben richten, ist dieses Vorhaben nicht gutzuheißen .... Amen
B.D. 2081 empfangen am 20.9.1941 Göttliche Führung .... Leicht und unbeschwerlich ist der Weg zur Höhe, wenn Gott Selbst des Menschen
Begleiter ist. Dann gibt es keine Hindernisse, denn Gott führt Seine Schützlinge an allen
Fährnissen vorbei, Er führt sie durch Dornen und Gestrüpp hindurch, ohne daß sie
derselben achten, Er läßt sie nicht irregehen, sondern Er führt sie sicher und schnell
zum Ziel. Der Weg zur Höhe ist nur dann mühevoll, wenn der Mensch ihn allein wandeln will. Dann ist er oft in Gefahr, zu straucheln oder vom rechten Weg abzuweichen.
Sowie er sich aber der göttlichen Führung überläßt, kann er ohne Bedenken auf Erden
wandeln, sein Weg wird der rechte sein, denn so Gott als Führer angerufen wird, ist Er
auch zur Führung bereit. Unsichtbar dem leiblichen Auge zwar, doch ständig wirksam
und spürbar dem Herzen des Menschen, der nun so sicher dahingeht, weil er weiß, daß
Gott immer bei ihm ist. Und wohin er nun auch seine Schritte lenkt, wohin er seine
Füße setzt .... Amen
B.D. 2082 empfangen am 21.9.1941 Geistige Freiheit .... Eine jede Mitteilung aus dem geistigen Reich ist bedeutungsvoll und daher anzuerkennen, sowie der Bittruf um Erleuchtung zu Gott vorangegangen ist. Denn Gott gibt
Antwort, wenn auch in der verschiedensten Weise. Er bedenkt die Seinen ihrem Empfinden gemäß,Er läßt sie Einblick nehmen auch in das geistige Reich, so dies ihrem Seelenheil dienlich ist. Sein Geist wirket, wo Er ein aufnahmewilliges Geschöpf findet, und
die unbedingte Folge davon muß sein geistige Helligkeit im Menschen. Leuchtet aber
einmal das Licht im Menschen, dann gibt es keinen Rückfall in die Finsternis, denn das
Licht ist so hell, daß es jede geistige Dunkelheit durchbricht und die Finsternis weichen
muß. Die ewige Wahrheit soll überall verbreitet werden unter den Menschen; sie soll
auch Eingang finden dort, wo Menschen ihr den Zugang versperrt haben. Überallhin
soll der Lichtstrahl dringen,überallhin soll das reine Evangelium getragen werden. Und
das ist Aufgabe der Menschen, die von Gott gewürdigt werden, die Wahrheit in Empfang zu nehmen direkt oder indirekt. Wo Menschenwille Grenzen setzt, dort wird Gott
die Schranken niederreißen, dort wird Gott Sich wieder des menschlichen Willens
bedienen, einen Mißstand zu beseitigen, dessen Auswirkung geistige Dunkelheit ist.
Der Widerstand ist oft sehr groß, denn die Dunkelheit des Geistes bewirkt, daß das
Streben nach dem Licht unterbunden wird. Die geistigen Kräfte aber setzen ihren ganzen Einfluß dagegen und suchen sich Menschen auf Erden aus zur Mitarbeit. Und wo
die Verbindung in aller Innigkeit hergestellt wird mit der geistiglichtvollen Welt, dort
sind auch die höchsten geistigen Erfolge zu verzeichnen. Mit dem lebendigen Wasser
werden jene erquickt werden, und was ihnen geboten wird, dürfen sie weitergeben, auf
daß auch dort der Acker fruchtbar gemacht werde, wo noch Dürre und Unfruchtbarkeit
ist. Oft müssen gewaltsame Umwälzungen stattfinden und zwar muß das Denken der
Menschen anders gelenkt werden als bisher. Es soll vor allem ein jeder Mensch die geistige Freiheit behalten, d.h. annehmen und ablehnen können, was er will, was ihm seine
innere Stimme gebietet. Dazu aber muß ihm auch die Möglichkeit gegeben werden,
schöpfen zu können, wo er will. Geistiger Zwang bedeutet Rückschritt, und die den
Menschen in einen solchen hineindrängen, sind gebunden durch den Widersacher, dessen Sinnen und Trachten ist, die Wahrheit zu untergraben. „Suchet, so werdet ihr finden ....“ spricht der Herr .... also darf den Menschen auch das Suchen nicht verboten
sein. Dem ernsthaft Suchenden kommt die Wahrheit aus Gott entgegen, denn Gott segnet einen jeden, der nach der Wahrheit verlangt. Und so wird Er zuerst dort die Ketten
sprengen, wo die geistige Freiheit beschnitten wurde, Er wird viele Menschen dem
Leben wiedergeben, in das Er sie ursprünglich gestellt hat, Er wird ihnen Pflichten auferlegen, wo sie ihre Kraft entfalten können, und ihnen dadurch ein Dienen in Liebe
möglich machen .... ein Dienen, das gänzlich abweicht davon, was sie bisher unter Dienen verstanden haben. Denn der wahre Gottesdienst besteht in werktätiger Nächstenliebe .... Amen
B.D. 2083 empfangen am 22.9.1941 Mißbrauch der Gaben, die den Menschen vom Tier unterscheiden .... Der ungetrübte Lebensgenuß ist Ziel und Streben des Menschen, der noch in dunkelster Geistesnacht auf Erden wandelt. Und sowie er Erfüllung findet, kostet er das
Leben voll aus und lebt also nur dem Körper, während die Seele leer ausgeht, und dieser Zustand ist so überaus unvollkommen zu nennen, wenn der Mensch sich zufriedengibt mit nur körperlichen Genüssen. Es zeugt dies von rein materieller Einstellung, es
ist dann der Mensch lediglich eine Form ohne Inhalt, er ist nicht anders, d.h. höher zu
bewerten als jegliche Kreatur, der Verstand und freier Wille mangelt, denn letzterer
wird von dem Menschen nicht genützt oder in völlig verkehrter Weise. Die Gaben, die
den Menschen vom Tier unterscheiden, sollen die Höherentwicklung der Seele
bezwecken, ihre Anwendung soll lediglich die Umgestaltung der Seele zuwege bringen.
Der Mensch aber nützet diese Gaben nur zum gesteigerten Wohlleben des Körpers,
und also mißbraucht er sie. Die Lebenslage des einzelnen ist dabei nicht ausschlaggebend, denn schon das Streben nach den Genüssen des Lebens ist Mißbrauch der ihm
zugehenden Lebenskraft und der ihm durch Gottes Liebe geschenkten Gaben. Ob ihm
das Leben Erfüllung bringt oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, daß er durch sein
Begehren die Dunkelheit der Seele verschlimmert, denn das Sinnen und Trachten
danach hält die Seele von ihrer eigentlichen Aufgabe zurück. Also es kann das Leben
des Menschen leer bleiben und arm an irdischen Freuden und bringt ihm dennoch
keine seelische Höherentwicklung, weil das Verlangen auf irdischen Genuß gerichtet
ist. Ihnen wird die Erfüllung oft versagt, um sie von ihrem Sinnen und Trachten abzuwenden, dem geistigen Erleben zu, und sie finden doch nicht den Weg ins geistige
Reich. Höchstes Ziel ist und bleibt ihnen irdisches Glück .... Amen
B.D. 2084 empfangen am 23.9.1941 Erlösung durch Dienen in Liebe .... Ohne dienende Tätigkeit kann sich kein Wesen erlösen. Dies gilt sowohl für die Wesen im gebundenen wie auch im freien Willen. Immer ist dienende Tätigkeit die Voraussetzung zur Erreichung des Zustandes, der es seiner Außenform ledig werden läßt. Und je williger sich das Wesen der dienenden Tätigkeit unterzieht, desto schneller kann es die Außenform wechseln, bis die letzte Außenform, der Fleischleib des Menschen, die Seele umgibt, und nun ist wieder das Dienen in Liebe die Aufgabe, welche die Seele erfüllen muß, um auch der letzten Außenform entfliehen und unbelastet eingehen zu können in das geistige Reich. Dienen in Liebe ist das einzige, was die Seele frei macht aus ihrem unfreien Zustand, und gerade dessen achten die Menschen so wenig. In ihrem Hasten und Jagen finden sie nicht mehr Zeit für andere Menschen, sie vergessen die eigentliche Aufgabe, denn sie betrachten sich selbst zu sehr im Mittelpunkt stehend. Und daher bleiben sie gebunden, denn nur Dienen in Liebe erlöst. In den Vorstadien sind die Wesen durch den göttlichen Willen zur dienenden Tätigkeit bestimmt, sie sind in einem gewissen Mußzustand, so daß sie die Tätigkeit ausführen müssen, die ihnen Gott zugewiesen hat. Als Mensch aber scheidet der göttliche Wille insofern aus, als Er den Menschen selbst denken und handeln läßt nach seinem Willen. Und daher wird er nicht in eine dienende Tätigkeit hineingedrängt, sondern er muß aus freiem Willen sich dienend betätigen. Es muß der Trieb dazu im Herzen vorhanden sein, es muß also die Liebe in ihm entzündet werden, denn diese erst treibt ihn dazu, sich dienend zu betätigen am Nächsten. Ohne Liebe aber fehlt ihm der Trieb, und es erfüllt der Mensch dann nicht, was ihm als Erdenaufgabe gestellt ist. Und daran krankt die gesamte Menschheit .... Liebetätig zu sein erfordert so lange größte Überwindung seiner selbst, wie der
Mensch noch nicht in der Liebe steht. Ist aber die Flamme der Liebe in seinem Herzen
entzündet, so kann er nicht anders, als sich in Liebe zu betätigen, denn Liebe ist Kraft,
Kraft aber kann nie untätig bleiben, sie wird immer zur Tätigkeit anregen, also sich
äußern wollen, und zwar in einer den Mitmenschen beglückenden Weise. Und also dienet der Mensch dem, den er beglücken will, und er macht sich dadurch frei von seiner
einstigen Schuld .... da er in Überheblichkeit herrschen wollte .... Amen
B.D. 2085 empfangen am 24.9.1941 Geistige Kommunion .... Es gibt keinen bedeutsameren Vorgang als die geistige Vereinigung des Menschen
mit Gott, und es wird der Mensch aus dieser Vereinigung den größten Nutzen ziehen
für seine Seele; also ist dieser Vorgang gleichsam nötig zur Gestaltung der Seele nach
göttlichem Willen. Es verbindet sich der Mensch mit Gott bewußt, d.h., er strebt die
Gegenwart Gottes an und erfüllt die Bedingungen, die Voraussetzung sind, daß Gott
Sich dem Menschen nähert .... Gott bringt nun den Menschen unausgesetzt Sein Wort nahe und will durch das
Wort die Liebe im Menschen erwecken zur Tätigkeit. Er will, daß der Mensch das Wort
annehme und sich bemühe, danach zu leben .... Amen
B.D. 2086 empfangen am 25.9.1941 Zweck der Naturkatastrophen .... Unbedenklich kann davon gesprochen werden, daß die Erde von gewaltigen Naturkatastrophen heimgesucht wird, ja es soll sogar dieser Katastrophen Erwähnung getan
werden, auf daß die Menschen wissen, daß nicht Zufälligkeiten die jeweiligen Ereignisse bestimmen. Es gibt keinen Zufall, alles ist vorbestimmt, und alles geht den Gang
der Höherentwicklung. Und die kommende Naturkatastrophe macht unzählige Wesenheiten frei und gibt ihnen neue Verformungsmöglichkeiten. Gleichzeitig aber sollen die
Katastrophen auf die Menschen so einwirken, daß sie den Anschluß suchen an Gott.
Letzteres wird von den Menschen nur noch sehr wenig beachtet, und daher will Gott
Sich ihnen wieder nahebringen, wenn auch in einer Weise, wo Angst und Schrecken die
Menschen erfassen wird; doch so die Ereignisse angekündigt sind zuvor, erkennt der
Mensch die Zusammenhänge, und er vertraut sich dann der Macht an, die ihm helfen
kann. Die Naturgewalten sind das einzige, das auch den ungläubigsten Menschen zu
erschüttern vermag und ihn auch zum Glauben zurückführen kann. Doch sie sind niemals von langer Dauer, und ebenso ist auch der Wille zum Glauben nur so lange rege,
wie der Mensch in Gefahr ist, sein Leben zu verlieren. Es greift aber bei keinem Menschen die ewige Gottheit so ein, daß der Mensch gezwungen wird zum Glauben .... Amen
B.D. 2087 empfangen am 27.9.1941 Göttliche Gnade ist Hilfsmittel .... Der geringste Widerstand gegen die göttliche Gnade hat ein Nachlassen dieser zur
Folge, denn es kann die Gnade Gottes dort nicht wirksam sein, wo sie abgewiesen wird.
Wer in der göttlichen Gnade zu stehen begehrt, dessen Maß ist unerschöpflich. Darum
ist das Gebet um die Gnade Gottes überaus erfolgreich, bezeugt dies doch den Willen,
die göttliche Gnade in Empfang zu nehmen, und dies bedeutet auch Zuwenden derer.
In Fällen tiefster geistiger Not wird die Gnade Gottes auch den Menschen nahegebracht, die solche nicht erbitten, denn es neigt sich die erbarmende Liebe Gottes
ihnen zu und sucht sie auch wider ihren Willen aufnahmefähig zu machen. Doch zur
Aufnahmewilligkeit können sie nicht gezwungen werden; die göttliche Hilfe ist aber
mitunter so klar ersichtlich, daß der Mensch sich davon berührt fühlt und keinen
Widerstand leistet, und dann beginnt die Gnade zu wirken .... Amen
B.D. 2088 empfangen am 28.9.1941 „Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an ....“ Es sind unzählige Momente im Erdenleben, wo Gott an die Herzen der Menschen
pocht und Einlaß begehrt .... wo Er im Wort zu ihnen kommt, entweder durch Menschenmund oder durch die Stimme des Herzens. Und es kann nicht ein Mensch sagen,
daß Gott seiner nicht geachtet habe. Er begehrt Einlaß in eines jeden Menschen Herz,
um nun in ihm wirksam werden zu können, denn die Umgestaltung der Seele kann nur
vor sich gehen unter Zuhilfenahme der Kraft aus Gott, die dem Menschen zufließt in
Seinem Wort. Also muß das Wort Gottes angehört werden, auf daß der Mensch durch
sein Leben nach diesem Wort in den Besitz der Kraft aus Gott kommt. Es ist die Äußerung Seines Willens, die Gott durch Sein Wort den Menschen zugehen läßt. Tut der
Mensch nun den Willen Gottes, so widersetzet er sich nicht mehr seinem Schöpfer, sondern er erkennt Ihn an. Er tritt also in das rechte Verhältnis ein zu Gott, er geht nicht
mehr gegen Ihn, sondern mit Ihm .... Amen
B.D. 2089 empfangen am 29.9.1941 Erkenntniskraft und Wahrheit .... In der Erkenntnis zu stehen gibt dem Menschen vollste Sicherheit, und dies ist unbedingt nötig, um für das, was er verbreitet, mit Überzeugung eintreten zu können. Es ist
eine schöne Aufgabe, die Wahrheit unter den Menschen zu verbreiten; sie ist aber auch
schwer und kann nur dann restlos erfüllt werden, wenn der Mensch selbst keinen Zweifel mehr hat. Denn dem Mitmenschen wird so manches unannehmbar erscheinen.
Bewiesen aber kann nichts davon werden, was als Wahrheit den Menschen geboten
wird, also kann es nur auf dem Wege des Glaubens hingenommen werden. Der Glaube
aber wird verständlicherweise dann erweckt oder verstärkt werden, wenn ein starker
Glaube (Tiefgläubiger) sich für das Gebotene einsetzt. Dem Menschen, der in der Wahrheit steht, wird aber auch das Erkennen leicht sein, denn er wird vom Geist Gottes
gelehrt, und dieser vermittelt ihm neben der Wahrheit auch die Glaubenskraft und das
Verständnis .... und es wird jeglicher Zweifel im Menschen schwinden, ihm wird alles
verständlich sein, er wird den Zusammenhang begreifen, und was er selbst als Wahrheit
erkennt, kann er nun auch ohne Hemmungen dem Nächsten weitergeben. Er selbst
weiß, und alle Einwände von Gegnern der Wahrheit bezeugen nur das Unwissen dieser.
Der Glaube würde erst dann erschüttert werden, wenn wirkliches Wissen die auf dem
Wege des Geistes empfangenen Wahrheiten widerlegen könnte .... dies aber wird niemals möglich sein, denn der Geist Gottes wirket unausgesetzt, und die Erkenntniskraft
sowohl als auch das vermittelte Wissen sind in ständigem Zunehmen begriffen. Es gibt
Dinge, die menschliche Weisheit niemals ergründen wird, wo also keine Gegenbeweise
erbracht werden können und sowohl das Annehmen als auch das Ablehnen nur davon
abhängig ist, in welchem Grad der Erkenntnis der Mensch steht .... Amen
B.D. 2090 empfangen am 30.9.1941 Ausschalten irdischen Erlebens .... Es benötigen die gebenden Kräfte ungeteilte Aufmerksamkeit, um dir geistige
Gaben vermitteln zu können, und also muß jedes irdische Erleben ausgeschaltet werden. Es muß die Seele sich lösen davon und nur dem geistigen Reich das Denken
zuwenden. In gewissem Zusammenhang stehen zwar alle irdischen Begebenheiten
auch mit dem geistigen Erleben, soweit sie den Menschen zum Handeln und Denken
beeinflussen und dieses wieder die Arbeit an der Seele bestimmt. Dann ist auch jedes
irdische Erlebnis zum Segen für die Seele. Zumeist aber sind die Menschen nur rein
irdisch davon beeindruckt, und sie ziehen keinen geistigen Nutzen daraus. Je weiter der
Mensch vorgeschritten ist, desto weniger berühren ihn die Außeneindrücke, und also
sind sie dann nicht mehr bestimmend für seine geistige Entwicklung. Und dies soll
angestrebt werden ....
B.D. 2091 empfangen am 30.9.1941 Annehmen traditioneller Überlieferungen Gefahr .... Unverständlich ist es, wenn sich der Mensch für eine Lehre einsetzt, die traditionsmäßig übernommen wurde, jedoch einer ernsten Prüfung, kaum standhalten würde. Nur ein wahrheitshungriger Mensch unterzieht jede Lehre einer Prüfung und er wird auch Erfolg haben insofern, als er irrige Lehren von der Wahrheit unterscheiden kann und daß er sich dementsprechend für oder wider bestehende Lehren entscheidet. Was er als Wahrheit erkennt, nimmt er und behält es als kostbares Gut. Er trennt sich aber auch leicht von dem ihm unwahr Erscheinenden, es ist ihm wertlos, und also scheut er sich nicht, es hinzugeben, also abzuweisen. Und nun erst wird ihm die Lehre wertvoll sein und ihn erfüllen. Und er wird für diese Lehre eintreten, weil sie lebendig wurde in ihm, wohingegen traditionsmäßig übernommene Lehren totes Gut sind, denn sie werden angenommen und behalten aus einer Art Pflichtgefühl heraus. Es wagt der Mensch keine eigene Meinung vorzubringen, er hält sich streng an die ihm durch Menschen vermittelte Lehre. Und verständlicherweise kann eine solche Lehre dem Menschen keine geistige Reife eintragen, denn erst, was er als Wahrheit erkennt, veredelt sein Wesen. Um aber eine Lehre als Wahrheit erkennen zu können, muß der Mensch alles Für und Wider erwägen. Ist dies sein ernster Wille, dann erkennt er die Wahrheit, und nun setzt auch seine Arbeit ein .... auch dem Mitmenschen Aufklärung zu geben. Es kann aber der Mensch nur die Lehre vertreten, die er selbst als Wahrheit ansieht. Er muß also zuvor geprüft haben, ehe er eine Lehre weitergeben kann. Und das ist ein sicheres Zeichen des Wertes einer Lehre, wenn sie voller Überzeugung dem Mitmenschen vermittelt werden kann. Ist der Mensch so durchdrungen von ihr, daß er fähig ist, dem Mitmenschen eine Lehre faßlich und annehmbar zu vermitteln, dann ist auch anzunehmen, daß er selbst ernstlich geprüft hat, denn etwas ihm noch Unklares kann er nicht verständlich wiedergeben, es würde einer ernsten Prüfung auch nicht standhalten und auch nun von ihm selbst als wertlos zur Seite gelegt werden. Sowie also darüber debattiert wird, wird der Mensch Sieger sein im Wortkampf, der Stellung genommen hat zu einer Lehre und gedanklich selbst tätig war. Ihm wird es leichtfallen, den Mitmenschen zu belehren, weil er den Inhalt dessen beherrscht, was er weitergeben will, während eine übernommene Lehre mehr zu einem Wortspiel wird, weil sie einer eingehenden Betrachtung nicht standhält und sich daher nicht eignet zum Vermitteln. Es können sich die Menschen dann immer nur an den Wortlaut einer Lehre halten, sinngemäß aber bringt der Wortlaut Verwirrung unter die Menschen, wie umgekehrt helles Licht und Erkenntnis das Vermitteln einer als wahr erkannten Lehre dem Mitmenschen einträgt. Und daher muß immer wieder gewarnt werden vor der Annahme traditioneller Glaubenslehren, denn diese können den Menschen wenig oder nichts geben. Was aber beglückend sich auswirken soll, muß für alle Menschen gleich annehmbar sein, vorausgesetzt, daß diese auch das Verlangen nach der Wahrheit in sich tragen und eine Mission darin erblicken, weiterzugeben, was ihnen vermittelt wird. Diese werden sehr wohl Lüge und Wahrheit zu unterscheiden vermögen, und ein gedankenloses Annehmen traditioneller Überlieferungen wird folglich ausgeschlossen sein .... Amen
B.D. 2092 empfangen am 1.u.2.10.1941 Weltgeschehen .... Der Wille Gottes regieret im Himmel und auf Erden, und Seine Liebe und Weisheit
ist bestimmend, was auch geschieht auf Erden wie im Jenseits. Alles ist vorbestimmt,
jedoch bedingt durch den Willen der Menschen, soweit es sich um irdische Geschehen
handelt. Daher ist es falsch, anzunehmen, daß menschliche Willkür göttliche Gesetze
umstoßen könnte .... es ist falsch, wenn die Menschen glauben, Einfluß zu haben auf
irdische Geschehen. Denn Gottes Wille muß erst die Zustimmung geben, ehe der
menschliche Wille sich auswirken kann. Und Gott gibt auch Seine Zustimmung und
hindert den menschlichen Willen nicht. Doch Er lenkt dann jegliches Geschehen nach
Seinem Willen. Und so können die Menschen völlig frei denken und handeln .... doch
was Gott nicht will, geschieht nicht, denn Sein Wille ist entscheidend. Diese Erkenntnis
muß der Mensch besitzen, um sich völlig sorglos Gott zu überlassen .... er muß wissen,
daß nichts über ihn kommen kann, wenn es nicht der Wille Gottes ist .... er muß wissen,
daß das, was über ihn kommt, in Gottes Allmacht, Liebe und Weisheit seine Erklärung
findet und ihm zum Segen gereichen kann und daß der Wille der Mitmenschen wohl
indirekt Anlaß sein kann zur irdischen Lebensgestaltung, es dennoch aber Gott vorbehalten bleibt, welche Auswirkung dieser menschliche Wille nach sich zieht .... (2.10.1941) Ist der Wille gut, so wird er auch konform gehen mit dem göttlichen Willen,
denn es sind dann gute Kräfte, die den Menschen beeinflussen, und zwar so, wie es
Gott-gewollt ist. Dann wird sich das Wollen des Menschen immer so äußern, daß es
dem entspricht, was Gott in Seiner Weisheit beschlossen hat. Denn alles Gute ist göttlich, es ist die Äußerung des göttlichen Willens. Der schlechte Willen dagegen strebt das
an, was gegen Gott gerichtet ist. Doch um ausgeführt werden zu können, muß sich der
Mensch einer Kraft bedienen, die ihm aber von Gott aus zugeht .... die Lebenskraft, die
ihm erst das Ausführen seines Willens ermöglicht. Folglich kann auch eine schlechte Tat
erst ausgeführt werden, wenn Gott es zuläßt, anderenfalls Er das Leben dessen beenden
müßte, so Er ihn hindern wollte .... oder aber Er andere Geschehnisse so lenkt, daß ein
Ausführen einer schlechten Tat unmöglich wird. Doch der Wille des Menschen wird
dann gewertet gleich vollbrachter Tat. Läßt Gott jedoch zu, daß der Mensch seinen Willen zur Tat werden läßt, dann ist diese Tat ein Vorgang .... ein Ereignis im menschlichen
Leben, das wieder den Seelen zur Höherentwicklung dient .... Amen
B.D. 2093 empfangen am 2.10.1941 Kenntnis der Lehre Christi verpflichtet zur Annahme .... Das ist das Wirken des Widersachers, daß er in den Menschen den Ablehnungswillen erweckt oder verstärkt gegen alle Lehren, die Jesus Christus und das Erlösungswerk betreffen. Und hat er dies erreicht, so hat er auch leichtes Spiel, den Glauben an Gott als Schöpfer und Erhalter aller Dinge gänzlich zu zerstören, denn die Jesus Christus als Erlöser abweisen, geben sich willig in seine Gewalt und sind sonach gleichfalls Gegner von Gott, da der Widersacher seinen Willen auf die Menschen übertragen kann, ohne Widerstand zu finden. Wo einmal der Glaube an Jesus Christus gelehrt wurde, wo die Menschen in Kenntnis gesetzt wurden von Ihm und Seinem Erlösungswerk, dort kann sich der Mensch nicht mehr lösen von Ihm, ohne seine Seele in äußerste Gefahr zu bringen. Mangelndes Wissen enthebt ihn der Verantwortung, doch im Wissen zu stehen verpflichtet auch zur Annahme des Glaubens an Jesus Christus, denn das Übermitteln der Lehre Christi ist eine Gnade Gottes, die ihm geboten wurde, begründet durch einen gewissen Reifezustand der Seele bei der Verkörperung als Mensch. Unzähligen Menschen mangelt das Wissen darum, weil ihre Seelen noch nicht aufnahmefähig sind für diese größte aller Gnaden. Es sind nicht alle Seelen gleichgestaltet, weil der Gang der Höherentwicklung zuvor im gebundenen Willen nicht der gleiche ist für alle Wesen, und daher muß das Wesen im Stadium als Mensch erst eine gewisse Seelenreife erreicht haben, bevor ihm das Wissen um Jesus Christus und Sein Erlösungswerk nahegebracht werden kann. Dargeboten soll es zwar allen Menschen werden, solange sie auf Erden weilen, doch die in der geistigen Entwicklung noch zurückstehenden Menschen sind oft noch zu sehr von niederen Instinkten belastet, als daß sie aufnahmefähig wären für eine Lehre, die göttliche Triebe im Menschen zur Entwicklung bringen soll .... Das Triebleben solcher Menschen muß mitunter noch tierisch genannt werden, und
in einem so niedrigen Geisteszustand ist ihnen eine Lehre, die nur Liebe fordert, unverständlich und daher unannehmbar. Ihr Entwicklungsgang ist mit dem Erdenleben
noch nicht abgeschlossen, weil sie aus den Vorstadien noch zu starke Triebe in das
Erdenleben hinübergenommen haben und zur Überwindung dieser eine beträchtlich
längere Zeit benötigen. Der Begriff der uneigennützigen Nächstenliebe kann ihnen in
diesem Leben mitunter nicht verständlich gemacht werden, was jedoch nicht ausschließt, daß sie gleichfalls nur durch die Liebe erlöst werden können und das Erlösungswerk dann erst im Jenseits einsetzt. Doch auch für jene Menschen ist Jesus
Christus gestorben, und auch ihnen wird das Wissen um das Erlösungswerk im Jenseits
vermittelt, so es ihnen nicht auf Erden nahegebracht werden konnte. Der geistige Reifezustand vor der Verkörperung als Mensch ist bestimmend, wo und unter welchen
Lebensbedingungen der Mensch seinen Aufenthalt auf Erden nehmen darf. Gott weiß
um den einstigen Widerstand und um den Willen eines jeden einzelnen Wesens und
gliedert es dementsprechend dort ein, wo es die meisten Möglichkeiten zum Ausreifen
seiner Seele hat. Verständlicherweise ist, wo die Lehre Christi den Menschen geboten
wird, der Weg zur Höhe bedeutend leichter zurückzulegen, doch andererseits verpflichtet diese Gnade auch .... Amen
B.D. 2094 empfangen am 3.10.1941 Notwendigkeit eines Eingriffs von oben .... Der gegenwärtige Geisteszustand bedingt einen Eingriff von oben, und nur damit ist
es zu erklären, wenn ein unvorhergesehenes Ereignis die Welt in Schrecken und Aufruhr versetzen wird. Zu einer Zeit, wo die Menschheit nur noch des irdischen Lebens
achtet, hat der Widersacher diese völlig in seiner Gewalt, und es wirket sich dies aus in
krasser Lieblosigkeit, in Vergehen wider die göttliche Ordnung und in gegnerischer
Einstellung zur ewigen Gottheit sowie geistigem Streben. Und diesen Geisteszustand
der Menschheit sah Gott voraus, und Er hat zu allen Zeiten darauf hingewiesen, daß Er
Sich offenbaren wird in einem außergewöhnlichen Naturereignis, das zwar, rein äußerlich gesehen, ein katastrophales Zerstörungswerk ist, aber doch auch Rettung bringen
kann zahllosen Seelen, die in Gefahr sind, sich an die Mächte der Unterwelt zu verlieren. Der Mensch mißbraucht zur Zeit seinen freien Willen in so offensichtlicher Weise,
daß Gott ihn warnen will, den eingeschlagenen Weg weiterzuwandeln. Er stellt ihm die
Hinfälligkeit dessen vor Augen, was ihm allein erstrebenswert scheint. Und Er sucht
sein Denken auf andere, beständige Dinge zu lenken. Es wird das Leben an die Menschen herantreten in einer Form, die ihnen fast untragbar erscheint. Doch es ist dies die
einzige Möglichkeit einer Hilfeleistung, die gleichzeitig auch dem noch in der festen
Form gebannten Wesenhaften die Möglichkeit gibt, frei zu werden und seinen Entwicklungsgang auf Erden in anderer Form anzutreten. Der Mensch, als höchstentwickelte
Kreatur, wird dieses Zerstörungswerk als Grausamkeit empfinden, doch das noch
unreife Wesenhafte begrüßt es als einen Akt der Freiwerdung aus qualvoller Umhüllung. Der in der Erkenntnis stehende Mensch weiß um den Zusammenhang der Dinge,
er weiß um die Notwendigkeit eines solchen Eingreifens von seiten der Gottheit, und
also ist es ihm auch verständlich, daß nur die göttliche Liebe Sich äußert, wenngleich
namenloses Elend über die Menschheit dadurch kommt. Denn anders ist sie nicht
mehr zu retten vor dem Untergang. Der körperliche Leibestod kann doch ein Erwachen zum ewigen Leben sein, doch leibliches Leben auf Erden in Ruhe und Zufriedenheit geistigen Tod nach sich ziehen. Und was das bedeutet, können die Menschen auf
Erden nicht fassen, und wüßten sie es, dann wäre ihnen jedes Mittel recht zur Errettung
vom ewigen Untergang. Die Unwissenheit kann aber nur gebannt werden, wenn die
Menschen Augen und Ohren willig öffnen, so Gott ihnen durch Menschenmund die
Wahrheit kundgibt .... doch in ihrer Verblendung unterbinden sie jegliches geistige
Wirken und versperren sich selbst dadurch den Weg zur Wahrheit und zum Wissen.
Und es ist geistige Dunkelheit auf der Erde, die wiederum erfordert, daß ein Blitzstrahl
die Menschen erleuchtet, daß Licht entzündet werde, auf daß den rechten Weg finden,
die willig sind .... Amen
B.D. 2095 empfangen am 3.10.1941 Sammeln geistiger Güter .... Glückselig der Mensch, der zu Gott gefunden hat. Sein Erdenleben ist nicht vergebens gelebt. Die Welt kann ihm das nicht bieten, was Gott Selbst ihm gibt, denn die
Welt teilt nur irdische Güter aus, und diese sind vergänglich. Gott aber gibt geistige
Schätze, und diese behalten ihren Wert für die Ewigkeit. Und was der Mensch einmal an
geistigem Gut entgegengenommen hat, das kann er nimmermehr verlieren, es kann
ihm auch nicht genommen werden, es wird nicht weniger, wenngleich er davon abgibt.
Und also lohnet Gott den Menschen ihre Hingabe an Ihn, Er bedenket sie mit göttlicher
Gabe, Er beglücket sie unvorstellbar, denn ob auch der Körper davon wenig spürt, die
Seele aber empfindet jede Zuwendung von Kraft in Form von Wissen überaus wohltuend und dankbar, und sie bleibt nun in dauernder Verbindung mit Gott, weil sie den
beglückenden Zustand nicht mehr missen will. Und es ist dies ein Zustand der Freiheit
und der Geborgenheit im Herrn, den keine weltlichen Freuden aufwiegen können. Und
doch wird dieses kostbare Gut nur wenig angestrebt, und es wird nicht erkannt als solches; und ob es auch den Menschen dargeboten wird, sie wissen es nicht zu würdigen.
Sie gehen achtlos daran vorüber, und darum können sie auch nicht gespeist werden mit
dem Brot des Himmels, das nur die entgegennehmen können, die es innig begehren.
Und ob sie auch an den Freuden der Welt sich schadlos halten, ihr Leben ist sehr niedrig zu bewerten, und das Ende wird sein bitterste Armut an geistigen Schätzen. Denn
nur geistiges Gut kann der Mensch hinübernehmen in die Ewigkeit, irdisches Gut muß
er zurücklassen. Und darum soll der Mensch zuerst die Güter sammeln, die er mit hinübernehmen kann, und er soll seiner Seele gedenken, die darben muß, so ihr geistiges
Gut vorenthalten wurde. Geistiges Gut aber kann erst dann gewonnen werden, wenn
der Mensch Gott erkennen und lieben gelernt hat, denn dann strebt er nur nach der
Vereinigung mit Ihm, und ihm wird Köstliches zuteil .... er nimmt die Liebe aus Gott
entgegen, die sich äußert in der Zuwendung des Wissens .... Amen
B.D. 2096 empfangen am 4.10.1941 Mission .... Streiter für das Reich Gottes .... Es ist eine außergewöhnliche Mission, die der Mensch zu erfüllen hat, den Gott dazu
ausersehen hat. Die geistige Not der Zeit erfordert solche Menschen, die rührig tätig
sind für das Reich Gottes; sie fordert Menschen, welche die Verbindung herstellen von
der Erde zum geistigen Reich .... die sich bereit erklären, als Mittler zu wirken zwischen
Gott und den Menschen, die in der Erkenntnis stehen, d.h., denen das Wissen um die
Wahrheit vermittelt werden kann. Denn um die Not der Zeit zu verringern, muß zuerst
die Wahrheit unter den Menschen verbreitet werden. Und dies ist eine Aufgabe, die
große Liebe und starken Glauben erfordert, denn es muß der Mensch den schärfsten
Anfeindungen der Welt standhalten, er darf nicht wankend werden oder nachlassen,
wenn seine Mission Erfolg eintragen soll. Er muß bereit sein, jederzeit sein Leben hinzugeben für die Wahrheit, er darf irdische Macht nicht fürchten so, wie er das Leiden
des Körpers nicht achten darf. Sein Glaube muß stets stärker sein und alles überwinden. Es ist diese Mission nur dann durchführbar, wenn der Mensch in innigster Verbindung steht mit Gott, wenn er durch diese Verbindung ständig Kraft aus Gott entgegennimmt. Denn Gott allein ist seine Stärke, seine Macht und seine Kraft, durch die er alles
ausführen kann, was er will. Die Menschen in der Wahrheit unterweisen zu wollen ist
ein Beginnen, das große Ausdauer und Geduld erfordert, denn es gilt den oft hartnäkkigen Widerstand zu brechen, der verständlich ist, da die geistige Dunkelheit die Menschen unfähig und unwillig macht, die Wahrheit anzunehmen. Immer und immer wieder muß der Mensch versuchen, Licht in die geistige Nacht der Mitmenschen zu bringen. Er muß durch seinen eigenen Lebenswandel und dessen Auswirkung den Menschen ein gutes Beispiel sein, er muß immer wieder einzuwirken versuchen in Liebe auf
jene Menschen, denen das Verständnis mangelt, und er darf nicht ängstlich die Folgen
bedenken, die ihm irdischerseits durch sein Wirken entstehen könnten .... Amen
B.D. 2097 empfangen am 4.10.1941 Geistige Nahrung .... Der Zustrom der göttlichen Gnade ist deutlich erkennbar, wenn im Menschen das
Verlangen wach wird nach geistiger Nahrung. Dann tritt die Liebe Gottes in Aktion,
indem die Gedanken des Menschen außergewöhnlich beeinflußt werden von guten geistigen Wesen, die dadurch den Willen Gottes ausführen und der Seele des Menschen
helfen wollen. Sowie sich der Mensch nun nicht bewußt dagegenstellt, ist diese Einwirkung von Erfolg, und die Seele folgt willig in das Reich, das ihr die jenseitigen Freunde
erschließen möchten. Es ist dieser Vorgang der gedanklichen Beeinflussung eine
Gnade, die Gott dem Menschen zuwendet, der sich im Gebet vertrauensvoll an Ihn
wendet um Seinen Beistand. Und jeder fragende Gedanke an Gott ist ein unbewußtes
Gebet, das schon Erhörung findet. Das bewußte Gebet aber trägt dem Menschen auch
göttliche Gnade ein, d.h. Hilfeleistung in geistiger Not. Ist im Menschen nun das Verlangen nach geistiger Speise wach geworden, so wird es auch immer in ihm bleiben, wenngleich eine nach Wahrheit hungernde Seele auch stets gesättigt werden wird.„Bittet, so
wird euch gegeben werden ....“ Gott will, daß die Menschen Ihn anrufen im Gebet, und
Er sichert ihnen die Erfüllung der Bitte zu. Sowie der Mensch aber geistiges Gut begehrt
und um solches das Gebet zur Höhe sendet, wird er niemals karg bemessen werden,
und dennoch wird sein Verlangen danach nie stille werden, denn die Gnade Gottes
macht, daß er unausgesetzt geistige Nahrung begehrt. Und also wird er auch unausgesetzt bedacht werden. Geistige Nahrung aber ist Wissen um die Wahrheit. Daß der
Mensch in der Wahrheit unterwiesen wird, ist die größte Gnade Gottes, denn Gott bietet dem Menschen ein kostbares Geschenk .... Amen
B.D. 2098 empfangen am 5.10.1941 Unvergänglichkeit dessen, was Gott zur Erde kommen läßt .... Eine Gabe, die göttlichen Ursprungs ist, ist unvergänglich. Alles, was von Gott
kommt, bleibt in seiner Ursubstanz bestehen, denn es ist geistige Kraft, es ist das
Erzeugnis der Liebesausstrahlung aus Gott. Es kann nicht vergehen, weil geistige Kraft,
die einmal ausgestrahlt ist, ewiglich das gleiche bleibt .... Amen
B.D. 2099 empfangen am 5.10.1941 Gottes Ruf zum Dienst .... In jeder Weise sollt ihr euch dem Herrn unterstellen, d.h. immer willig sein, das zu
tun, was Gott wohlgefällt. Ihr sollt allein nur Seinen Willen gelten lassen, und was euch
dann die innere Stimme zu tun gebietet, das ist recht, denn Gott Selbst legt euch Seinen
Willen durch die innere Stimme vor. Ihr tut also dann gleichsam euren Willen, und
doch geht dieser gleich mit dem Willen Gottes. Und dann dürfet ihr auch unbesorgt
sein, dann wandelt ihr auf Erden unter der Obhut eurer geistigen Freunde, die euch
gedanklich den göttlichen Willen kundtun. Und immer wird geistiges Streben zuerst
von euch gefordert werden, wenngleich die irdische Tätigkeit nicht unbeachtet bleiben
darf, doch so ihr euch Gott zum Dienst anbietet, ist es Sein Wille, daß ihr euch jederzeit
zur Verfügung stellt, daß ihr Ihm dienet, wenn Er euch rufet .... Amen
B.D. 2100 empfangen am 5.u.6.10.1941 Erschaffung des Wesenhaften .... Dies bedenket, daß ihr die Geschöpfe dessen seid, der Gott widerstand, daß der Wille
der Gott-feindlichen Macht euch in das Leben rief und daß ihr daher Kinder der Sünde
seid .... Menschlicher Verstand fasset es nicht, daß nichts verlorengehen kann, was aus Gott ist;
er fasset es nicht, welch ungeheures Unterfangen es ist, das von Gott Entfernte wieder in
Gottnähe zurückzuleiten .... Das Wesenhafte ist nun gezwungen, seine einstige Überheblichkeit abzulegen und
sich zu (fügen) beugen unter den göttlichen Willen. Es muß also einen Zustand ertragen, der eine Fessel bedeutet für das Wesenhafte, das sich zuvor in Freiheit befand. Es ist
seiner Freiheit beraubt, weil es diese mißbraucht hat .... Amen
B.D. 2101 empfangen am 7.10.1941 Gnaden des Erlösungswerkes .... Dies sind die Gnaden des Erlösungswerkes, die Jesus Christus den Menschen erworben hat, daß sie ihre Willensschwäche zu überwinden vermögen, daß sie nicht mehr
widerstandsunfähig dem Feind ihrer Seele gegenüberstehen, daß ihnen Kraft und
Gnade zufließt ungemessen, so sie diese begehren, und daß der geringste Wille zu Gott
sie diese Kraft aus Gott auch empfinden läßt und das in vermehrtem geistigen Streben
zum Ausdruck kommt. Der Zustand der Menschheit vor der Erlösung durch Jesus
Christus war erbarmungswürdig .... ihr mangelte jeglicher Wille zur Höhe, denn der
Glaube fehlte den Menschen an ein Weiterleben nach dem Tode, und ihr Streben galt
nur irdischen Vorteilen und körperlichem Wohlbehagen. Sie glaubten wohl an einen
Gott, Der ihnen das irdische Leben gestalten konnte nach Seinem Willen, und also galten ihre Bitten nur der Verbesserung des Erdendaseins. Der Seele und ihrer Gestaltung
wurde nicht geachtet, und es ergab dies eine weltlich eingestellte Menschheit, der geistiges Streben fremd war. Dies war das Werk des Widersachers, der den Willen des Menschen noch zu sehr in seiner Gewalt hatte, der sie aber auch antrieb zur Lieblosigkeit
gegeneinander. Um des irdischen Wohllebens willen waren den Menschen alle Mittel
recht, und ihr Sinnen und Trachten war böse und lieblos. Und in dieser Zeit stieg der
Herr zur Erde .... Indem Jesus Christus Seinen Willen völlig dem Willen Gottes unterstellte, indem Er
betete:„Vater, nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe ....“ machte Er Sich den Willen
Gottes zu eigen, Er gab Seinen Willen Gott hin und nahm dem Widersacher die Gewalt
über Seinen Willen, und also brach Er durch Seinen Tod am Kreuze den Willen des
Widersachers und entwand die Menschheit, für die Er starb, gleichfalls dem Willen dessen, denn es litt der Mensch Jesus den Tod am Kreuze, um dadurch die Menschen frei
zu machen von ihrem Peiniger. Und Gott nahm das Opfer an, und Er gibt einem jeden
Menschen verstärkte Kraft, der sich der Gnaden des Erlösungswerkes bedienen will
und Gott gleichfalls seinen Willen hingibt .... Amen
B.D. 2102 empfangen am 8.10.1941 Kraft und Macht der Liebe .... Die Liebe ist der Wunder größtes .... sie ist Kraft und Wirkung zugleich .... sie ist eine
Macht, die alles beherrscht und die gleichzeitig dient .... sie ist der Gegenpol des Hasses
und der Lieblosigkeit so, wie Gott als die Liebe Selbst der Gegenpol dessen ist, der den
Haß in sich trägt wider Ihn. Die Liebe ist der Urgrund alles Lebens, und es ist nichts,
was die Liebe nicht hervorgebracht hat. Selbst der Gegenpol Gottes ward aus der göttlichen Liebe heraus geschaffen, doch als höchst vollkommenes Wesen, das sich selbst
zur Unvollkommenheit werden ließ durch seinen Willen. Da Gott die ewige Liebe ist,
muß alles, was aus Ihm ist, auch gut sein, weil die Liebe niemals etwas Schlechtes gebären kann. Somit ist alles gut aus Gott hervorgegangen. Doch die Liebe ließ auch nichts
Unfreies entstehen, denn Unfreiheit ist etwas Unvollkommenes, kann also niemals göttlichen Ursprungs sein. Wo die Liebe Gottes tätig ist, dort geht nur höchst Vollkommenes hervor. Was aber unvollkommen ist, hat nicht die Liebe zum Ursprung, oder es
ist durch Lieblosigkeit in einen Unvollkommenheitsgrad gedrängt worden. Der Grad
der Liebe also ist bestimmend für den Grad der Vollkommenheit, d.h., der Mangel an
Liebe wird sich immer in Unvollkommenheit auswirken .... es sei dies auf Erden oder
im Jenseits, das Gesetz der Liebe bleibt überall unumstößlich, ihm sind alle Schöpfungen unterworfen. Der Zustand des Wesenhaften hängt gleichfalls von diesem Gesetz ab,
und Leben oder Tod hat ebenfalls den Grad der Liebe zur Bedingung. Liebe soll allem
innewohnen, was aus der ewigen Liebe hervorgegangen ist, dann wird es herrschen und
dienen zugleich, es wird erschaffen und gestalten können wieder kraft seiner Liebe und
unvorstellbare Beglückung darin finden .... Amen
B.D. 2103 empfangen am 8.10.1941 Liebe Lösemittel .... Wohl kämpft der Widersacher mit allen verfügbaren Mitteln, um den Menschen von
Gott endgültig zu trennen, doch gegen eines ist er machtlos .... gegen die Liebe .... Amen
B.D. 2104 empfangen am 9.10.1941 Innerstes Empfinden Richtschnur für den Lebenswandel .... Das innerste Empfinden im Menschen ist die Richtschnur für seinen Lebenswandel.
Solange der Mensch fragend ist, ist er weder verneinend, noch bejahend, und dann
äußert sich die Stimme in ihm, die er nur zu beachten braucht, um auf dem rechten Weg
zu sein. Bejahen-Können ist oft sehr schwer, solange der Glaube mangelt, doch erst der
Wille bringt die Entscheidung. Ist dieser gut, dann nimmt der Mensch unbedenklich
an, was ihm das innerste Empfinden sagt, denn er hat durch seine Frage das Herz geöffnet dem Einfluß der jenseitigen Freunde. Der Mensch aber, dessen Wille noch unter der
Macht des Gegners steht, verschließt sein Herz jenen Einflüsterungen. Er setzt also
Widerstand dagegen und weiset ab, d.h., er verneint. Der Stimme seines Herzens achten
wird immer nur der Mensch, der willig ist, das Rechte zu tun. Denn dieser stellt Fragen
und wartet auf die Beantwortung dieser. Der unwillige Mensch lebt, ohne solche Fragen
zu stellen, die geistiges Wissen betreffen, weil er alles Geistige, d.h. ein Leben außerhalb
des irdischen Lebens, verneint. Und einem Nicht-Fragenden kann keine Antwort zugehen. Des Menschen Denken bewegt sich zumeist um irdische Dinge, und er betrachtet
die Zeit für geistige Forschungen als eine verlorene Zeit. Dann aber ist er noch so Materiell eingestellt, daß er für die feine Stimme in sich kein Empfinden hat. Und darum
achtet er auch nicht auf die innersten Regungen. Also wird die innere Stimme vornehmlich dort klingen, wo die Liebe zur Welt, der Sinn für alles Irdische, für die Materie, nachzulassen beginnt .... Amen
B.D. 2105 empfangen am 9.10.1941 Vorgang der Übermittlung ein Akt geistiger Kraftstrahlung .... Der geistige Kontakt ist stets und ständig herzustellen, doch selten in so offensichtlicher Weise, daß das Wirken der Geisteskräfte klar zu erkennen ist. Findet eine solche Verbindung vom Jenseits zur Erde statt, dann ist damit auch ein Zweck verbunden, und dies wieder macht es verständlich, daß sorglich gewacht wird über den Inhalt der Kundgaben, die nun den Menschen von oben zugehen. Es müssen alle Bedenken ob der Glaubwürdigkeit dieser fallengelassen werden, denn was bestimmt ist für die gesamte Menschheit und nicht nur für einen einzelnen Menschen, wird nicht willkürlich oder wahllos dem Menschen vermittelt. Der geringste Widerspruch im Inhalt würde die Menschen zum Ablehnen veranlassen. Und da es Gottes Wille ist, ihnen reine Lehre zu bieten, so wird Er auch verhindern, daß das von oben Gebotene von Irrtum durchsetzt ist. Die gebenden Kräfte sind nicht willkürlich zum Belehren zugelassen; sie empfangen ihre Weisungen von Gott und können aus eigenem Willen nichts hinzufügen, denn sie führen nur den göttlichen Willen aus. Sie stehen selbst in der Wahrheit und werden verständlicherweise keine Unwahrheit austeilen. Unwissende Wesen aber sind kraftlos .... Sie können wohl die Gedanken solcher Menschen bedrängen, die auf gleicher Unvollkommenheitsstufe stehen, sie besitzen aber nicht die Fähigkeit, korrekte Niederschriften zu diktieren .... Amen
B.D. 2106 empfangen am 10.10.1941 Abfall von Gott .... Nichts ist beständig, alles vergeht, was dem menschlichen Auge ersichtlich
ist. Das innere Leben dessen aber ist unvergänglich, denn es ist Geist vom Geist
Gottes. Aus der Kraft Gottes ist es hervorgegangen und muß unweigerlich wieder
zur Kraft Gottes zurückkehren; es muß sich angliedern, es muß sich zusammenschließen
mit der Urkraft, weil es sich einstens von ihr lösen wollte. Ein Lösen von der
Urkraft ist aber insofern nicht möglich, als die Kraft Gottes nicht teilbar
ist. Doch der Wille, sich davon zu lösen, hat bestanden, und also muß nun wieder
erst der Wille den Zusammenschluß begehren, um dann auch als zurückgekehrt zur
Urkraft zu gelten. Es waren das Geistige, das entstand aus der Kraft Gottes
und dem verkehrten Willen des Gegners von Gott Wesenheiten, die gleichfalls
freien Willen und das Bewußtsein eines Einzelwesens in sich trugen; sie waren
aus der Liebesausstrahlung Gottes hervorgegangen und sollten ursprünglich als
vollkommene Wesen unendlich glücklich sein, sie sollten das Göttliche, den Liebewillen,
gleichfalls in sich tragen und wieder schaffen und gestalten. Doch der verkehrte
Wille ihres Erzeugers legte in diese Wesen gleichfalls den verkehrten Willen,
und folglich wandelten sich die lichtvoll sein sollenden Wesen in Wesen der
Finsternis .... Amen
B.D. 2107 empfangen am 10.10.1941 „Wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind ....“ „ Wo zwei oder drei in Meinem Namen zusammen sind, da bin Ich mitten unter
ihnen ....“ Welche Verheißung liegt in diesen Worten des Herrn! Er kündigt denen
Seine Gegenwart an, die im Namen Jesu beieinander weilen. Und also will Er, daß sich
die Menschen zusammenfinden und des Herrn gedenken .... Amen
B.D. 2108 empfangen am 11.10.1941 Mittler zwischen Gott und den Menschen .... Die Bereitwilligkeit, Gott zu dienen, wird unweigerlich auch die Gnade Gottes nach sich ziehen, denn Gott will diese Bereitwilligkeit nützen zum Segen der Menschen, und Er wird daher den, der Ihm dienen will, auch mit allen Gaben ausstatten, die ihn zu seiner Aufgabe befähigen. Soll Hilfe den Menschen gebracht werden, so ist dies nur durch wieder einen Menschen möglich, denn außerirdische Kräfte können sich nicht offensichtlich bemerkbar machen, weil die Glaubensfreiheit dann angetastet würde. Sie wirken aber dennoch, nur in einer Weise, die nicht zum Glauben zwingt, und bedienen sich dazu eines willigen Menschen, der im Glauben steht. Diesem geht nun schon insofern Gnade zu, als daß ihm nun geistige Nahrung zufließt, die ihm die geistigen Wesen im Auftrag Gottes ständig bieten. Es ist dies eine ungewöhnliche Gnade, die ihm Glaubenskraft vermittelt und ihn strebsam und wissend macht. Es stellt der Mensch nun eine immer inniger werdende Verbindung her mit Gott und schöpfet unentwegt aus Seinem Liebeborn. Denn ihm wird Aufklärung zuteil, wo er solche begehrt. Er lernt Gott immer mehr erkennen und dadurch lieben, und die Liebe zu Gott äußert sich in tätiger Nächstenliebe, und also veredelt sich das Wesen dessen auch, der sich Gott zum Dienst anbietet, denn er wird stets bemüht sein, das zu tun, was Gott wohlgefällig ist, und an sich arbeiten, um der Liebe und Gnade Gottes würdig zu werden. Gott dienen zu wollen ist schon ein Tätigwerden des Willens in der rechten Weise, und diesen Menschen lässet Gott niemals fallen. Der Wille zu Gott genügt, daß Sich Gott des Menschen in Liebe und Fürsorge annimmt und ihm ständig Seine Kraft und Gnade vermittelt, denn es lebt der Mensch zu diesem Zweck sein Erdenleben, und er besteht die Probe, so er zu Gott verlangt, so er Ihn anerkennt und Ihm nun seine Bereitwilligkeit erklärt, Ihm zu dienen. Er muß nun nur noch in seiner Willensstärke gekräftigt werden und hat daher scheinbar Stunden, wo er sich unbedacht von göttlicher Gnade fühlt. Doch um seine Aufgabe erfüllen zu können, muß er so stark im Glauben stehen und über einen außergewöhnlich starken Willen verfügen, ansonsten er die vielen Widerstände nicht überwinden könnte, die einem Gott-dienen-Wollenden erwachsen. Also muß er auch kämpfen zuvor, auf daß sein Glaube und sein Wille erstarke. Er muß inständig um die göttliche Gnade bitten, er muß immer die Verbindung mit Gott herstellen, denn nur so kann er reifen für seine Aufgabe, deren Erfüllen so überaus nötig, aber auch segenbringend ist für die Menschheit. Gott weiset dem Menschen die Aufgabe zu, die er bewältigen kann, und je größere Bereitwilligkeit Er findet bei einem Erdenkind, desto größere Aufgaben kann Er ihm stellen. Er kann es benützen als Sein Werkzeug, durch das Er Sich Selbst äußern kann, doch in einer den Menschen natürlich erscheinenden Weise. Er wird durch Seine Werkzeuge Dinge vollbringen, die den Menschen es leichtmachen, zu glauben, wenn sie nur willig sind. Und weil Gott Mittler benötigt zwischen Sich und den Menschen, wird Er auch einen jeden mit außergewöhnlicher Gnade bedenken, der sich Ihm anbietet als Mittler .... seinen Willen segnet Gott und läßt ihn zum Segenbringer für die Menschheit werden .... Amen
B.D. 2109 empfangen am 11.10.1941 Welten werden vergehen, aber Gottes Wort bleibt bestehen .... Welten werden vergehen und erstehen, und es werden immer neue Wesen diese Welten beleben, und immer wieder wird Gott ihnen Sein Wort zuleiten, denn nur durch das
Wort wird es ihnen kundgetan, daß Gott alles erschaffen hat und warum Er es erschaffen hat .... Amen
B.D. 2110 empfangen am 12.10.1941 Vergewaltigung des freien Willens durch Mitmenschen .... Des Menschen Wille bestimmt sein Handeln und Denken. Es kann ihm zwar der
Wille eines anderen Menschen entgegengesetzt werden und ihn hindern an der Ausführung des eigenen Willens, dann aber kämpfen zwei gleiche Mächte gegeneinander,
und es wird der stärkere Wille siegen; nicht aber, daß die Freiheit des Willens deshalb in
Abrede gestellt werden kann. Es macht also dann der Mensch selbst den Mitmenschen
unfrei, und es ist dies Gott-gewollt, sowie der menschliche Wille den Mitmenschen hindert an der Ausübung liebloser Handlungen. Dann ist der starke Wille ein Segen für den
Mitmenschen. Umgekehrt aber ist es ein großes Unrecht, wenn der starke Wille mißbraucht wird, wenn er den Mitmenschen an Werken der Liebe und in geistigem Streben
hindert und ihm den eigenen Willen beschneidet. Dann ist der Kampf gegeneinander
in der Lieblosigkeit begründet, und dann kann er niemals Gott-gewollt sein. Immer
wird das Motiv ausschlaggebend sein, das den Willen des Menschen tätig werden läßt.
Dennoch bleibt der Wille frei, auch wenn er an der Ausübung gehindert ist, und daher
wird auch der Wille gewertet und nicht immer die Tat .... wenn der Wille des Menschen
eine Tat nicht wollte und er durch den Mitmenschen dazu gezwungen wird. Es soll auf
Erden kein Mensch sich herrschend über den Mitmenschen stellen, denn dies ist kein
rechtes Verhältnis untereinander vor Gott. Selbst die, denen große irdische Macht zur
Verfügung steht, sollen wie Brüder an den ihnen Untergebenen handeln; sie sollen
ihren Willen gebrauchen, indem sie voller Liebe ihre herrschende Gewalt nützen,
indem sie immer nur das Gute anstreben und also auch die Mitmenschen dazu zu
bestimmen suchen, ihren Willen in der rechten Weise zu gebrauchen, d.h., nur Taten zu
verrichten, die Gott-wohlgefällig sind. Sowie aber eine herrschende Gewalt die Menschen zwingt, Taten zu verrichten, die dem Gebot der Liebe widersprechen, bindet sie
auch deren Willen, d.h., sie macht es ihnen unmöglich, ihren freien Willen zu gebrauchen, und sie hat nun die Verantwortung zu tragen für alle Taten, die im Zwang ausgeführt werden. Der freie Wille in irdischer Beziehung wird also nicht von Gott
beschnitten, sondern nur die Menschen gegeneinander schalten sich die Freiheit ihres
Willens aus. Jedoch nur irdisch ist eine Vergewaltigung des Willens möglich. In geistiger Beziehung aber kann keine Macht der Welt einwirken auf die Freiheit des Willens.
Keine Macht der Welt kann den menschlichen Willen zwingen zu einer bestimmten
Stellungnahme zu Gott, keine Macht der Welt kann ihn hindern, so er zu Gott gerichtet
ist, und aber auch keine Macht ihn Gott zuwenden, wenn er sich Ihm noch widersetzt.
In der Einstellung zu Gott muß der Mensch seinen Willen selbst gebrauchen, und wie er
sich entscheidet, steht ihm völlig frei. Die scheinbare Unfreiheit des Willens in irdischer
Beziehung kann sich mitunter äußerst günstig auswirken in seiner Stellungnahme zu
Gott, denn wo er sich in seiner Freiheit gehindert sieht, dort sucht sich der Mensch oft
einen Ausgleich in geistiger Beziehung .... Amen
B.D. 2111 empfangen am 12.u.13.10.1941 Ursprung des Gedankens im Herzen des Menschen .... Jeder Gedanke entsteigt der Tiefe des Herzens und nimmt nun erst seinen Weg in die dafür bestimmten Organe, von welchen er als Gedanke empfunden und zum Ausdruck gebracht wird. Denn ehe der Gedanke dem Menschen zum Bewußtsein kommt, muß er im Herzen, d.h. im Innersten des Menschen, geboren werden. Was ihn zutiefst bewegt, das empfindet er im Herzen, und dieses Empfinden läßt den Gedanken entstehen, zwar mit dem Herzen nicht spürbar, jedoch aus dem Empfindungsleben heraus geboren und nun erst dem Gehirn zugeleitet, das den Gedanken aufnimmt und ihn gewissermaßen festhält, bis es dem Menschen zum Bewußtsein kommt. Der Mensch glaubt, daß der Gedanke im Gehirn seinen Ausgang nimmt, daß er dort entsteht durch organische Tätigkeit .... denn er weiß nichts von dem Wesen des Gedankens. Und daher wird ihm die Erklärung nicht glaubhaft sein, daß der Gedanke im Herzen seinen Ursprung hat. Doch verständlicher wird es ihm werden, wenn er das Herz als Zentrum seines Empfindens betrachtet .... wenn er auch den Gedanken als eine Empfindung anzusehen sich bemüht. Die einfachste Lösung aber ist die, daß sich blitzartig geistige Strömungen in ein Aufnahmegefäß ergießen und vom Willen des Menschen festgehalten werden .... Also ist der Gedanke geistige Kraft, die über den Weg des Herzens zum Gehirn umgeleitet wird, dort festgehalten, oder wo der Wille zu schwach ist, sofort wieder fallengelassen wird, ohne in das Bewußtsein des Menschen eingedrungen zu sein. Und immer
ist es vom Willen abhängig, ob ein Gedanke ergriffen wird von den dazu bestimmten
Organen, denn sowie der Mensch will, treten diese erst in Funktion und nehmen den
aus dem Herzen emporsteigenden Gedanken in Empfang und verarbeiten ihn, d.h., er
wird den schon vorhandenen Gedanken beigesellt, er wird also gleichsam eingeordnet
in schon vorhandenes Gedankengut und kann nun beliebig ausgeschaltet oder eingeschaltet werden, je nach dem Willen des Menschen. Denn die Denkorgane des Menschen sind so konstruiert, daß jedes Empfinden des Herzens sich einem Bild gleich
widerspiegelt .... (13.10.1941) Und sowie nun des Bildes geachtet wird durch den Willen
des Menschen, wird es festgehalten, d.h., es prägt sich in eigens dazu bestimmte feinste
Netzhäute ein und ist so dem Menschen jederzeit ersichtlich, also er wird es sich vorstellen können, wenn er will .... Amen
B.D. 2112 empfangen am 13.10.1941 Kampf gegen das Geistige .... Alles Göttliche und Erhabene wird von den Menschen herabgezogen, und man
nimmt keinen Anstoß daran, zu spotten oder zu lachen über Dinge, die dem Mitmenschen ernst und heilig sind. Und daher wird es die irdische Macht leicht haben, gegen
alles Geistige zu Felde zu ziehen. Sie wird nicht auf Schwierigkeiten stoßen, so sie einschneidende Umänderungen auf geistigem Gebiet durchführen will. Sie wird im
Gegenteil Zustimmung finden in allen ihren Anordnungen. Und das beweist den entgeisteten Zustand der Menschheit, es beweist auch die Notwendigkeit eines Eingreifens
von seiten der ewigen Gottheit. Gehindert wird zwar die Welt und ihre Anhänger nicht
werden an der Ausführung dessen, was sie plant, weil dadurch andere Mißstände beseitigt werden. Denen aber, die Gott treu sind und denen die scharfen Maßnahmen gelten,
bringt Gott Hilfe durch Sein Eingreifen; denn sie werden in eine Lage kommen, wo sie
aufs äußerste bedrängt werden und in Gefahr sind, schwach zu werden. Denn die Menschen kennen kein Erbarmen, weil sie selbst gänzlich fern von Gott sind. Der geringste
Widerspruch wird mit schärfsten Strafen belegt, und die Welt findet dies recht und
gerecht. Denn sie sieht nur das Irdische und heißt es daher gut, wenn den Menschen die
Möglichkeit genommen wird, sich geistig zu betätigen, mit der Begründung, daß die
Zeit nutzbringender verwendet werden könnte, so der Mensch ein Tätigkeitsfeld sucht.
Und so werden die Gläubigen gezwungen sein, in aller Stille sich zu finden, und ihr Bittruf wird zum Vater emporsteigen, daß Er Sich ihrer Not annehmen möchte. Und Gott
erhöret sie .... Amen
B.D. 2113 empfangen am 14.10.1941 Glaube an ein Fortleben .... Die Sorge um das Seelenheil wird nicht ernst genommen und soll doch allem vorangestellt werden, denn es ist dies der Menschen einzigster Lebenszweck. Und doch
kann der Mensch nicht dazu gezwungen werden, es kann ihm nur immer und immer
wieder vorgestellt werden, daß er die Folgen seines Wirkens auf Erden auf sich nehmen
muß nach seinem irdischen Leben, daß er, so er die Seele auf Erden nicht bedenket, ein
ums vielfache kargeres und qualvolleres Dasein durchleben muß, als das ärmlichste
und schmerzensreichste Erdenleben sein kann. Es lebt der Mensch nur der Gegenwart,
und er glaubt diese Gegenwart beendet mit dem Leibestode. Und also sorget er auch
nicht für die Zukunft. Und er ist doch nur dieser Zukunft wegen auf der Erde .... Amen
B.D. 2114 empfangen am 14.10.1941 Gebet in Jesu Namen .... Der Glaube versetzt Berge .... und so ihr gläubig Jesu Namen aussprechet, werdet ihr
alles erhalten, was ihr erbittet.„So ihr den Vater in Meinem Namen bittet, so wird Er es
euch geben ....“ Jedoch ihr müsset den tiefen unerschütterlichen Glauben haben an
Seine Liebe und Allmacht, denn erst euer Glaube macht das Gebet wirksam. Das Gebet
ohne Glauben ist nur Form, der Glaube erst belebt das Gebet, und vom Glauben hängt
auch die Erhörung des Gebetes ab. Und so ihr nun innig bittet, daß der Vater im Himmel euch Seinen Geist sende, daß ihr Sein Wort vernehmet, senkt sich der Geist Gottes
auf euch herab. Doch von der Stärke des Glaubens hängt es ab, wie ihr Seine göttliche
Stimme vernehmet. Er wird hörbar zu euch sprechen, so ihr keinen Zweifel mehr in
euch traget. Es muß der Glaube so stark sein, daß ihr nicht eine Sekunde zweifelt daran,
daß Gott euch eure Bitte erfüllt, dann wird nichts mehr unmöglich sein, denn was Gott
will, das geschieht, und so ihr glaubt, gibt es nichts mehr, was Gott nicht vollbringen
könnte. Jesus besaß diesen starken Glauben, und Er wollte ihn auf alle Menschen übertragen, und also gab Er ihnen die Verheißung, daß jegliche Bitte ihnen erfüllt werde, so
sie in Seinem Namen den Vater darum bitten. Und es wird nur der Glaube an diese Verheißung von den Menschen gefordert. Es wissen diese nicht, welch eine Zusicherung
Jesus Christus ihnen gegeben hat .... sie wissen nicht, wie leicht es ihnen gemacht wird,
von Gott alles zu erreichen, so sie nur fest glauben. Jesus Christus Selbst bot Sich an als
Fürsprecher bei dem Vater, d.h., der Mensch Jesus war so stark im Glauben, daß es für
Ihn keine unerfüllte Bitte gab kraft dieses Glaubens. Und da Er wußte, daß die Menschen noch schwach waren im Glauben, sollten sie sich Seiner Glaubensstärke bedienen
und in Seinem Namen den Vater bitten .... Amen
B.D. 2115 empfangen am 15.10.1941 Wirken der Lichtträger .... In das Reich des Lichtes einzugehen erfordert einen Reifegrad, der die Seele die
Lichtfülle ertragen läßt, d.h., die göttliche Liebesausstrahlung durchflutet die Seele und
beglückt sie unvorstellbar .... Amen
B.D. 2116 empfangen am 15.10.1941 Irdische und geistige Umwälzungen .... Größte Umwälzungen stehen der Welt noch bevor, und dies in jeder Hinsicht;
sowohl irdisch als auch geistig wird eine völlig neue Zeit anbrechen, eine Zeit der
Unruhe und des Kampfes, eine Zeit der Zerstörung und des Wiederaufbaues. Menschenleben werden vernichtet werden, die Erfolge des irdischen Strebens in nichts zerfallen, Schöpfungen von Menschenhand zerstört werden, und katastrophale Naturereignisse werden die Erdoberfläche verändern .... Amen
B.D. 2117 empfangen am 16.10.1941 Gottes Fügung .... Es ist kein blinder Zufall, wie die Ereignisse des Lebens an den Menschen herantreten, sondern alles ist göttliche Fügung und seit Ewigkeiten vorbestimmt. Eines jeden
Menschen Lebensweg ist vorgezeichnet bis ins kleinste, und ob es auch scheinen mag,
als sei der menschliche Wille daran beteiligt, so ist er es nur insofern, als Gott um den
menschlichen Willen weiß seit Ewigkeit und Er also auch weiß, in welcher Weise der
Mensch die Freiheit seines Willens gebraucht. Und diesem Willen entsprechend ist das
Leben geformt worden von Gott, noch ehe es der Mensch zu leben begann. Es kann also
der Mensch nichts dazu tun, sein Leben in eine völlig andere Bahn zu lenken, als Gott
es bestimmt hat, wie umgekehrt auch keine Zufälligkeiten mitspielen an der Gestaltung
des Erdenlebens. Und daher soll alles, ob günstig oder ungünstig scheinende Umänderungen des Lebens, mit Dank und Ergebung hingenommen werden, denn sie
bezwecken nur die Höherentwicklung der Seele, sie sind immer nur wieder neue Möglichkeiten zum Ausreifen dieser. Es ist ganz irrig, anzunehmen, daß der Mensch dies
oder jenes hätte abwenden können durch seinen Willen und seine Tätigkeit. Wie sich
auch der Wille des Menschen entscheidet, immer werden die Ergebnisse dem Plan entsprechen, den Gott gefaßt hat seit Ewigkeit, womit jedoch der Mensch nicht seiner Verantwortung enthoben ist, so er den Willen in verkehrter Weise tätig werden läßt. Es hat
Gott eben diesem verkehrten Willen des Menschen schon Rechnung getragen, also die
Folgen dessen wieder zu Aufstiegsmöglichkeiten für die Seele werden lassen. Diese
Folge aber entspricht nicht dem verkehrten Willen des Menschen, also kann der
Mensch wohl im verkehrten Willen eine Tat ausführen, die Auswirkung dieser Tat aber
bestimmt nicht er, sondern Gott .... Denn immer läßt Gott den freien Willen des Menschen gelten, und da Er um ihn weiß seit Ewigkeit, hat Er diesem freien Willen entsprechend sein Leben geformt .... Amen
B.D. 2118 empfangen am 16.10.1941 Lebenskraft .... Freier Wille .... Die Lebenskraft enthält Gott keinem Menschen vor, wenngleich sie nicht immer genützt wird nach Seinem Willen, doch da Gott dem Menschen für die Erdenzeit den freien Willen gegeben hat, muß Er ihm auch die Kraft zugehen lassen, diesen Willen zu gebrauchen, und das nach jeder Richtung hin. Er wird ihn dann nicht hindern an der Ausführung Gott-widriger Pläne durch Entziehen Seiner Kraft, sondern Er wird ihm auch dazu den Lebensstrom zufließen lassen, ansonsten der freie Wille völlig zwecklos wäre. Nur daß der Mensch, der diesen Lebensstrom empfängt und ihn nicht nützet zu geistigem Streben, etwas Kostbares vergeudet, daß er mit diesem Kraftstrom wundervolle Erfolge erzielen könnte, die Bestand haben für die Ewigkeit, und er statt dessen ihn nützet für ein ganz belangloses körperliches Leben, das ohne geistiges Streben wertlos bleibt, und ob es nach außen noch so hell glänzend erscheint. Der Mensch, der die Lebenskraft nützet, um Anschluß zu suchen an geistige Kraft, wird verständlicherweise Außerordentliches leisten können, denn die Lebenskraft schon befähigt den Menschen zu ungewöhnlichen Leistungen in irdischer Beziehung, wieviel mehr wenn nun der Mensch außer dieser Lebenskraft auch die Kraft der geistigen jenseitigen Freunde in Anspruch nimmt. Diese Kraft steht zwar gleichfalls allen Menschen zur Verfügung, kann aber erst errungen werden durch bewußtes Anfordern, während die Lebenskraft auch dem Menschen zugeht, der wenig oder gar keine Verbindung hat mit der geistigen Welt. Und jegliche Gabe kann genützt werden nach freiem Willen. Die Lebenskraft aber wird ihm genommen, so der ihm vorbestimmte Erdenwandel von dem Menschen zurückgelegt worden ist. Dann kann er leer und unwissend am Tor zur Ewigkeit stehen, denn er hat eine Gnade außer acht gelassen .... er hat die Kraft aus Gott nicht angefordert, um seinen Willen in der rechten Weise gebrauchen zu können, denn die geistige Kraft stand ihm gleichfalls zu Gebote, er aber begnügte sich mit der Lebenskraft und nützte auch diese noch nicht in der rechten Weise. Und es ist dies gleichbedeutend mit Rückschritt, denn er steht noch auf der gleichen Stufe wie vor der Verkörperung auf Erden. Er nahm von Gott ein Geschenk an, ohne es zu gebrauchen, denn er sollte mit diesem Geschenk arbeiten, er aber nützte es nur zum Wohlbehagen des Körpers. Gott nimmt ihm die Kraft nicht für die Zeit seiner Lebensdauer, doch wie er sie nützen soll, wird ihm nicht vorgeschrieben; dereinst aber muß er sich verantworten, wenn er die göttliche Gabe nicht geachtet hat .... Amen
B.D. 2119 empfangen am 17.10.1941 Liebesausstrahlung .... Die Allgewalt göttlicher Liebe erfaßt alles aus ihr Hervorgegangene und lässet es niemals gänzlich fallen. Und so wird sich alles Lichtvolle, das von der Liebe Gottes durchstrahlt ist, stets und ständig dem zuwenden, was sich noch widersetzt, die göttliche Liebesausstrahlung in Empfang zu nehmen; denn ohne dessen Willen kann die Kraft der
Liebe nicht wirksam werden. Gebewillig ist Gott stets und ständig, empfangswillig aber
das aus Ihm Hervorgegangene nicht immer. Und also muß erst der Empfangswille in
dem Wesen angeregt werden, und dies ist die Tätigkeit der Lichtwesen, die in nimmermüder Liebe und Geduld sich der Arbeit unterziehen, den Wesen der Finsternis die
göttliche Liebe nahezubringen. Die Wesen der Finsternis wissen nicht um das Licht und
den beglückenden Zustand derer, die im Lichtreich weilen. Und da sie nichts wissen
davon, streben sie auch nicht nach der Höhe. Wird ihnen das Wissen darum vermittelt,
so weisen sie es ab, weil sie noch nicht glauben können, denn ihr gegenwärtiger Zustand
ist so trostlos, daß ihnen ein Lichtreich gänzlich unvorstellbar ist. Und dennoch versuchen die Lichtwesen immer wieder sie anzuregen, eine Änderung ihres Zustandes zu
schaffen. Sie stellen ihnen die Möglichkeiten vor, in hellere Umgebung zu kommen, und
sie suchen das Wesen zu beeinflussen, eine solche anzustreben. Die göttliche Liebe will
alles durchstrahlen und ringt ständig um die Seelen der Finsternis, um ihren Widerstand zu brechen, und es müssen daher jene Wesen oft durch qualvolle Lagen in einen
Zustand gedrängt werden, der in ihnen den Willen tätig werden läßt, ihm zu entfliehen,
so sie den Vorstellungen der Lichtwesen nicht Gehör schenken. Die geringste Willensäußerung zieht die Lichtwesen heran, die zwar nicht in ihrer Lichtfülle mit den finsteren Wesen in Berührung kommen können und daher in Umhüllung ihnen nahetreten.
Sowie die Seelen willig sind, empfinden sie auch die Nähe der Lichtwesen wohltätig,
und dann ist auch deren Einfluß stärker und ihre Bemühungen von Erfolg. Es spornen
die Lichtwesen nun die Seelen an zur Liebetätigkeit. Sie belehren sie in einer ihnen
zuträglichen Weise und geben ihnen Ratschläge, wie sie dem lichtlosen Aufenthalt entfliehen können, überlassen sie dann wieder ihrer Einsamkeit, auf daß das Vernommene
in ihnen wirken kann, und je nach Willigkeit wird nun das Wesen das Vernommene
anderen Wesen mitteilen und es beginnt das Wirken in Liebe, das erlösen ist und das
Wesen auch empfangsfähig macht für die Liebesströmungen, die ihm nun fortgesetzt
zufließen. Denn ist einmal der Wille zum Licht in ihnen rege geworden, dann wird auch
der Wille zu helfen in ihnen stärker .... Amen
B.D. 2120 empfangen am 17.10.1941 Wort Gottes Speise des Himmels .... Achtlos gehen die Menschen vorüber an dem Kostbarsten, was ihnen geboten wird.
Sie spüren nicht den Odem Gottes, der sie streift, sie spüren nichts von Seiner Kraft,
und also achten sie auch dessen nicht, was Seine Liebe ihnen darreicht. Sie empfinden
weder Hunger noch Durst nach geistiger Nahrung, und darum verlangen sie nicht nach
der Speise des Himmels. Und die göttliche Liebe trägt ihnen immer wieder Sein Wort
an, weil sie es bitter benötigen. Denn wer das Wort Gottes nicht kennt, wer es nicht hört,
der weiß nichts von der Liebe Gottes, von Seinem Willen und von Seinen Verheißungen .... und er geht völlig unwissend daher. Darum bringt Gott immer wieder den Menschen Sein Wort nahe, weil Er will, daß sie Ihn erkennen lernen. Und immer wieder ist
Seine Liebe um die Menschen bemüht, denn es sind Seine Kinder, die in großer Not
sind, so sie Ihn nicht erkennen und lieben .... Amen
B.D. 2121 empfangen am 18.10.1941 Menschwerdung Christi .... Das gewaltigste und unlösbar scheinende Problem ist die Menschwerdung Christi.
Menschen, die keinen Glauben haben, also auch nicht geistig streben, werden sich mit
diesem Problem nicht befassen. Es berührt sie nicht, da sie Christus und Sein Erlösungswerk nicht anerkennen. Daß Gott Selbst zu den Menschen herabgestiegen ist,
erscheint ihnen unfaßlich und unmöglich, weil sie in das Wesen der ewigen Gottheit
durch ihren mangelnden Glauben noch nicht eingedrungen sind. Diesen Menschen
kann das Problem auch nicht annähernd erklärt werden, denn um Geistiges zu fassen,
muß geistig geforscht werden, und eine geistige Erklärung kann erst die andere verständlich machen .... Seine Willensstärke und Seine übergroße Liebe vereinten sich, und also gab Seine
Seele den Geist in Sich frei. Es tat der Mensch Jesus nur, was Ihm die Liebe gebot, und
Er wehrte Sich gegen jegliche Lieblosigkeit. Folglich ward der göttliche Geistesfunke in
Ihm rege und er verband sich mit dem Geist außer sich .... Die Liebe aber ist Gott .... Amen
B.D. 2122 empfangen am 19.10.1941 „Nehmet hin und esset .... Das Bewußtsein, im rechten Erkennen zu stehen, gibt dem Menschen auch die Berechtigung, das, was er als Wahrheit erkennt, dem Mitmenschen weiterzugeben. Er darf also niemals ängstlich fragen, ob und wieweit diese Wahrheit begehrt wird. Er muß versuchen, sie dem Mitmenschen zu vermitteln, und nur hartnäckiges Abweisen entbindet ihn von der Pflicht eines Weiterleitens dessen, was ihn selbst beglückt. Es ist eine Zeit des Kampfes, und siegen wird nur, wer den Kampf nicht fürchtet, wo es gilt, für Gott und die Wahrheit zu kämpfen. Da die Menschen wenig wahrheitsverlangend sind, kann ihnen die Wahrheit direkt nicht zugehen, jedoch durch Mittler besteht die Möglichkeit, das Verlangen nach der Wahrheit in ihnen wachzurufen, indem sie ihnen dargeboten wird zur Annahme. Weiset der Mensch ab, dann ist es sein freier Wille, der nicht gezwungen werden kann, ebenso kann sich aber auch sein Wille entscheiden zur Annahme. Also muß unbedenklich der Versuch gemacht werden, unwissende Menschen in das Wissen zu leiten. Und das ist die Aufgabe dessen, der Gott dienen will .... Sowie er Gott seinen Willen unterstellt, tut er nichts mehr nach eigenem Ermessen, sondern er wird gelenkt und geleitet nach dem Willen Gottes. Und also braucht er auch
nicht zaghaft sich seines Auftrages entledigen, denn da er dienet, ist er jeder Verantwortung enthoben .... „Nehmet hin und esset, das ist Mein Fleisch .... nehmet hin und trinket, das ist Mein Blut .... Amen
B.D. 2123 empfangen am 21.10.1941 Kraftloser Zustand im Jenseits .... Die ungenützte Erdenzeit ist nimmermehr im Jenseits nachzuholen, wenngleich ein
Aufstieg zur Höhe auch dort möglich ist. Der Wandlungsprozeß auf Erden geht in kurzer Zeit vor sich, während im Jenseits eine unbeschreiblich lange Zeit erforderlich ist,
um die Seele in den Lichtgrad zu versetzen, der ein Schaffen und Gestalten zur Folge
hat. Auf Erden genügt der Wille zu Gott und inniges Gebet, daß der Seele Kraft vermittelt wird, denn die Kraft steht ihr ungemessen zur Verfügung, während im Jenseits das
Wesen kraftlos ist im Stadium der Unvollkommenheit, so daß es nichts mehr tun kann
aus eigenem Willen. Denn was ihr zur Freiwerdung aus drückender Umhüllung verhilft, erfordert Kraft. Diese Kraft besitzt sie nicht und kann daher ihren Zustand nicht
beliebig ändern, sondern sie muß sich die Kraft erst erwerben durch ihren Willen. Der
Wille aber ist schwach, eben weil das Wesen unvollkommen ist. Im Erdenleben dagegen
genügt der Wille zu Gott, daß seine Kraft vermehrt wird, sowie der Mensch an Jesus
Christus und Sein Erlösungswerk glaubt. Denn diese verstärkte Willenskraft hat Jesus
Christus durch Seinen Tod am Kreuz den Menschen erworben. Alles, was der Mensch
tut, ist eine Kraftäußerung, also kann der Mensch unentwegt Kraft gebrauchen und
nützen, weil sie ihm unentwegt zuströmt. Er kann also die Werke der Liebe, die ihn
befreien aus seiner Fessel, jederzeit verrichten, sowie er nur will, auch wenn er noch
unvollkommen ist, was das jenseitige Unvollkommene nicht kann. Denn ob es auch
helfen möchte und Liebe geben .... es kann dies erst, wenn es selbst Liebe empfängt und
so also solche weiterleiten kann. Und diese Liebe, die also zur Kraft wird, muß ihr erst
zugewendet werden von gebewilligen Wesen .... entweder von Menschen durch das
Gebet .... was aber ein Akt des freien Willens des Menschen ist und von den jenseitigen
Wesen wohl erwünscht, aber nicht erzwungen werden kann .... oder von gebefähigen
Lichtwesen, die auch erst dann austeilen können, wenn das Wesen das Verlangen hat,
seinerseits zu helfen und sich liebend zu betätigen. Also es muß erst der Wille zum Dienen vorhanden sein, ehe die Kraftübermittlung stattfinden kann, und es denkt das
Wesen in seiner jammervollen Lage eher zuerst an sich als an die mitleidenden Seelen.
Auf Erden nützet der Mensch die Kraft zu irgendwelcher Tätigkeit, und er dienet
dadurch stets und ständig, ohne sich bewußt dienend zu unterstellen. Es kann also
seine Seele sich formen auch unbewußt, wenn es ihn innerlich antreibt zum Guten und
er sich diesem Antrieb nicht widersetzt. Und dadurch wird die Kraft in ihm vermehrt,
und sein Erdenleben kann unvorstellbar erfolgreich sein, weil jede gute Handlung ihm
erneut Kraft einträgt und ihn bewußt Gott zustreben läßt. Im Erdenleben also kann der
Mensch tun und lassen, was er will, weil er nicht durch Kraftmangel gehindert ist.während im Jenseits der Wille noch nicht gleichzeitig Kraftempfang bedeutet, sondern erst
der Wille zu helfen ihm Kraft einträgt. Die Kraft, die ihm nun vermittelt wird, kommt
gleichsam den Wesen zugute, denen er Hilfe zuwenden will, und durch den Willen zu
helfen erwirbt er sich nun auch die Liebe der Lichtwesen, und nun erst wird auch er
bedacht von jenen. Der Aufstieg zur Höhe setzt zwar mit dem Moment der liebenden
Betätigung einer unvollkommenen Seele ein, aber sie benötigt undenkbar lange Zeit,
ehe sie das gleiche Ziel erreicht, was der Mensch auf Erden leicht erreichen kann, da er
unverzüglich seinen Willen in die Tat umsetzen kann, da ihm dazu die Kraft nicht mangelt. Wille und Kraft sind unbedingt nötig zur Wandlung eines noch finsteren Wesens
in ein Lichtwesen. Ist nun das Wesen kraftlos, so bleibt sein Zustand unverändert, d.h. der gleiche, wie
er war beim Abscheiden von der Erde. Der nach oben gewendete Wille trägt ihm vermehrte Kraft ein, solange er auf Erden weilt, während im Jenseits die Zuwendung der
Kraft mit einer Bedingung verbunden ist .... mit dem Weiterleiten dieser Kraft an hilfsbedürftige Seelen. Es muß also das Wesen die Kraft begehren für andere Seelen .... Amen
B.D. 2124 empfangen am 23.10.1941 Geistiges Wissen Folge des rechten Wandels vor Gott .... Unverständlich bleibt es den Menschen, daß geistiges Wissen die Folge ist des rechten Wandels vor Gott .... daß also nicht das Anstreben des Wissens auf dem Wege planmäßigen Schulens den Menschen zum Wissenden macht, sondern letzteres völlig ausgeschaltet und doch tiefstes Wissen gewonnen werden kann, wenn der Mensch, anstatt
Schulweisheit anzustreben, nach dem Willen Gottes zu leben sich bemüht .... daß also
nicht kopfmäßig die rechte Weisheit erworben wird, sondern das Herz und dessen
Empfinden bestimmend ist, will der Mensch wissend werden. Es kann sich wohl der
Mensch auf dem Wege des Verstandes Menschenweisheit aneignen, doch diese ist nur
für das Erdenleben anwendbar, also auch nur für das Erdenleben nutzbringend, kann
aber nimmermehr geistiges Wissen um das geringste vermehren. Geistiges Wissen ist
völlig unabhängig von irdischer Bestrebung, von irdischem Lerneifer und den so
errungenen Erfolgen oder gewonnenen Ergebnissen. Und deshalb bleibt ein Mensch,
dessen Denken und Handeln nicht in seiner Liebe begründet ist, geistig unwissend,
wenngleich er sein Leben ausschließlich mit verstandesmäßigem Forschen ausfüllt,
denn er bleibt immer außerhalb des geistigen Reiches, und sein Wissen um dieses ist
mangelhaft; es ist für ihn dieses Reich ein unerleuchtetes Gebiet, ein Gebiet, das in seiner Dunkelheit für ihn unerkennbar ist und er es daher als nicht vorhanden-seiend
auch nicht zu erforschen sucht. Folglich eignet er sich auch kein geistiges Wissen an, er
begehrt es nicht und tut auch nichts, um sich empfangsfähig zu gestalten. Er arbeitet
also nicht bewußt an sich, er sucht weder sein Wesen zu veredeln, noch bewußt zu wandeln nach dem Willen Gottes, und so wird auch sein Herz nicht aufnahmefähig sein für
die geistige Weisheit, so sie ihm vom Mitmenschen vermittelt wird. Der gut und edel
empfindende und handelnde Mensch ist in seinem ganzen Denken anders als ein
Mensch, der in Lieblosigkeit gegen den Mitmenschen und in Ich-Liebe sein Leben verbringt. Ersterer wird achten auf alles, was ihn dem göttlichen Schöpfer näherbringt .... er wird in, um und über sich das Wirken einer Macht erkennen, und mit dieser Macht
in Fühlung treten, und also wird er gedanklich aufmerksam gemacht auf den Willen
Gottes, d.h., er wird die göttliche Ordnung erkennen und wissen, daß nur das Leben in
der göttlichen Ordnung ihn der ewigen Gottheit näherbringt. Und hat er den Willen,
Gott näherzukommen, so kommt Gott ihm auch entgegen, und das in Form von Wissen. So wird also das Leben nach dem Willen Gottes immer das Wissen des Menschen
bestimmen. Auch wenn der Mensch nicht bewußt göttliche Weisheit anstrebt, aber er
wird nicht anders als richtig denken können, so es sich um geistige Dinge handelt, um
Dinge, die außerhalb des Irdischen liegen, die nicht den Körper, sondern dessen Seele
und Geist betreffen. Und er wird ohne Widerstreben diese Gedanken bejahen, er wird
mit einer gewissen Sicherheit seine Gedanken als der Wahrheit entsprechend empfinden und sie seinen Mitmenschen kundtun, denn ihm sagt es sein Geist, daß er im rechten Denken steht. Und wo liebetätige, das Gute anstrebende Menschen zusammenkommen, dort wird der Gedankenaustausch völlige Übereinstimmung ergeben, und schon
daraus ist ersichtlich, daß sie alle in der Wahrheit wandeln, daß sie gedanklich das gleiche übermittelt bekommen haben und daß sie darum mit Recht sich wissend nennen
können. Und je mehr sich die Menschen bemühen, sich selbst, d.h., ihre Seele zu formen, desto tiefer dringen sie ein in geistiges Wissen. Es gibt für sie bald nichts mehr, was
ihnen unklar oder unverständlich ist. Denn eine wohlgestaltete Seele ist unentwegt in
der Liebe tätig .... Amen
B.D. 2125 empfangen am 24.10.1941 Der Weg zur ewigen Heimat mit Gott .... Gebet .... Der Weg zur ewigen Heimat ist weit für den, der ihn nicht wandelt mit Gott, denn er geht so viele Irrwege, ehe er auf den Weg gelangt, der nach oben führt, und die Zeit seines Ganges auf Erden ist vergeblich gewesen, so nicht das Ziel die ewige Heimat war. Mit Gott zu gehen heißt, einen Führer zu haben, Der jeden Schritt lenkt und Dem sich der Mensch völlig anvertrauen kann. Und dann kann er unbesorgt seinen Weg gehen, er wird nicht fehlgehen, wenngleich der Weg manchmal beschwerlich ist und schlecht passierbar erscheint. Gott schützet ihn, daß er nicht strauchelt; Er faßt ihn an der Hand und leitet ihn über Felsen und Gestein hinweg, durch Dornen und Gestrüpp hindurch immer wieder auf den rechten Weg, der sicher zum Ziel führt. Und dieser Weg ist kurz, sowie der Mensch wandelt mit nach oben gewandtem Blick, sowie er ihn wandelt mit Gott .... Das Geleitwort eines jeden Menschen soll sein: Herr, sei mit mir und führe mich .... laß’ keinen Schritt mich geh’n allein .... Herr, laß’ mich stets erkennen Dich, laß’ immer mich Dein Schützling sein .... bleib’ Du mir nah’ in jeder Not und nimm Dich meiner an .... hilf, daß zu Dir, mein treuer Gott, ich innig beten kann .... gib Gnade mir und Glaubenskraft und allzeit reinen Sinn und wende meinen Blick zu Dir, zur ew’gen Heimat hin .... Amen
B.D. 2126 empfangen am 24.u.25.10.1941 Irdisches Licht und geistiges Licht .... Alles Wesenhafte drängt dem Licht entgegen und flieht die Finsternis, sowie es einmal die Wohltat des Lichtes empfunden hat. Und da der Endzweck jeglicher Schöpfung
ist, das Wesenhafte aus der Dunkelheit zu erlösen, muß ihm die Wohltat des Lichtes erst
einmal erwiesen werden, auf daß es nun von selbst dem Licht zustrebt. Es muß durchstrahlt werden vom Licht, und dies ist die Aufgabe der lichtspendenden Himmelskörper, die Gott zu diesem Zweck entstehen ließ und die immer und ewig ihr Licht in das
Weltall senden zur Belebung alles dessen, was Wesenhaftes in sich birgt. Diese Licht-spender erfüllen nun ihre Aufgabe .... sie durchdringen mit ihren Lichtstrahlen jegliches Schöpfungswerk, und es gibt nichts, wohin die Strahlen ihren Weg nicht finden.
Selbst die an sich undurchdringlich erscheinende feste Form empfindet diese Bestrahlung wohltätig und erwacht dadurch zum Leben, d.h., sie wird in sich tätig, wenn auch
dem menschlichen Auge nicht ersichtlich, denn die Lichtstrahlen bewirken, daß sich
überall Leben regt und nichts unverändert bleibt durch die Tätigkeit dessen, was zum
Leben erwacht. Was regsam ist, entfaltet eine Kraft, und wo eine Kraft sich äußert, entsteht etwas Neues .... Das Verlangen nach Dunkelheit aber verwehrt dem Licht den Zugang zum menschlichen Herzen, und dieser Wille ist entscheidend für die Ewigkeit .... Amen
B.D. 2127 empfangen am 25.10.1941 Erdenaufgabe bewußtes Streben .... Die Seele benötigt den Aufenthalt auf der Erde, um die Entfernung von Gott zu verringern. Dies ist der Zweck des Erdenlebens. Sie ist bei Beginn der Verkörperung in
weitester Entfernung von Gott und kann bei der Beendung Ihm ganz nahe sein .... sie
kann aber auch beim Ableben in der gleichen Entfernung von Gott stehen, und dann
war das Erdenleben zwecklos. Der Gang auf Erden soll ein Dienen in Liebe sein, dann
muß auch unweigerlich die Entfernung von Gott verringert werden, denn ein liebendes
Wesen gestaltet sich so, wie Voraussetzung ist, um Gott nahezukommen. Formt sich
nun die Seele dem göttlichen Willen entsprechend, dann ist sie nichts Gott-Fernes
mehr, sie ist ein Wesen geworden, das zum Urzustand zurückgekehrt ist .... sie ist nur
Liebe und somit göttlicher Anteil, und dann benötigt sie den Aufenthalt auf Erden nicht
mehr, sondern sie trennt sich von der Erde und geht ein in das geistige Reich. Dieser
Zustand ist das Ziel einer jeden Seele und kann nur durch bewußtes Streben erreicht
werden. D.h., es muß der Mensch wissen um seinen mangelhaften Zustand, ihn beheben wollen und das tun, was Gott verlangt .... Amen
B.D. 2128 empfangen am 26.10.1941 Zustand der Seele im Jenseits .... Sowie die Seele die körperliche Hülle verläßt, wirken sich die guten oder schlechten Taten im Erdenleben aus, und zwar kommt die Seele in eine Umgebung, die ihrem Wandel auf Erden entspricht .... lichtvoll, wenn das Erdenleben ein Wandel in Liebe war, oder lichtlos, wenn es liebelos war. Und diese neue Umgebung wirkt sich aus auf das Empfinden der Seele, bedeutet somit einen glückseligen oder unglückseligen Zustand. Die Glückseligkeit eines im Licht weilenden Wesens ist für den Menschen auf Erden unvorstellbar, ebenso auch der Zustand, in dem eine lichtlose Seele weilt. Es sind Qualen, die nicht beliebig beendet werden können und die darum eine Verzweiflung in der Seele auslösen, weil sie gänzlich unfähig ist, ihre Lage zu ändern. Und diesen qualvollen Zustand ihrer Seelen schaffen sich nun unzählige Menschen auf Erden durch ihren Lebenswandel, und Gott weiß um ihr dereinstiges Los im Jenseits, und Er möchte es abwenden von ihnen und sie bestimmen zu einem anderen Lebenswandel, solange es noch Zeit ist. Denn auf Erden genügt der Wille zur Höhe, der ihnen Kraft und Gnade eintragen kann, ihr Leben in andere Bahnen zu lenken. Was im Jenseits endlose Zeiten dauert, kann auf der Erde in kurzer Zeit vor sich gehen .... eine totale Wandlung des Denkens, die irdisches Leid zuwege bringen kann. Dies ist die Erklärung für das Leid, das der Menschheit auferlegt ist, so sie in völlig verkehrtem Willen steht und einen Erdenwandel führt, der unweigerlich diesen qualvollen Zustand im Jenseits nach sich zieht .... Amen
B.D. 2129 empfangen am 26.10.1941 Gebet
- Vereinigung mit Gott .... Wenige Menschen nur fassen es, wie bedeutsam der Vorgang der Vereinigung mit
Gott ist. Diese wenigen aber streben mit allem Eifer den Zusammenschluß mit Gott an,
denn sie wissen um die Kraft, die ihnen dadurch zuströmt, sie wissen, daß eine solche
Kraftzufuhr beseligend ist und es nichts gibt, was dieser gleichwertig wäre. Und was sie
einmal erkannt haben, ist bestimmend für ihren Erdenwandel. Die Mehrzahl der Menschen aber bleibt unberührt, so sie davon in Kenntnis gesetzt wird, daß der Zusammenschluß mit Gott etwas unnennbar Köstliches ist. Sie empfinden nur rein irdisch und
können sich in geistiges Empfinden nicht hineinversetzen. Sie bleiben in Abwehrhaltung, so ihnen Weisheiten vermittelt werden, die geistiges Gebiet berühren, und können folglich auch den Kraftstrom nicht spüren, da er bei Widerstand unwirksam bleibt.
Und also kann niemals der Kontakt hergestellt werden zwischen den Menschen und
Gott, und der Nachteil dessen ist so unvorstellbar für die menschliche Seele, denn zur
Höhe gelangt diese nur durch die Gnade Gottes, die wieder nur durch Anerkennen und
Anstreben der ewigen Gottheit erworben werden kann. Der Zustrom der göttlichen
Gnade ist immer die Folge des Zusammenschlusses mit Gott im Gebet .... Wer innig betet, der hat sich entschieden aus freiem Willen für Gott, und er kehrt zurück zu Dem, von Dem er ausgegangen ist .... Amen
B.D. 2130 empfangen am 27.10.1941 Weg zum Erkennen .... Neue Lehre .... Solange der Mensch nichts weiß um den Sinn und Zweck der Verkörperung auf
Erden, wird ihm auch der Gedanke an ein Fortleben nach dem Tode unannehmbar
sein, denn er betrachtet dann das Erdenleben als Selbstzweck, und von diesem
Gesichtspunkt aus stellt er sich nun auch zu seiner Erdenaufgabe ein, d.h., er legt seiner
irdischen Tätigkeit zu großen Wert bei. Er hat dann verständlicherweise nur das Ziel,
das Erdendasein erschöpfend auszuwerten, weil er an ein Nachher nicht denkt. Diesen
Menschen wird es ein Geheimnis bleiben, daß es einen Weg gibt, der ins Erkennen
führt, denn sie begreifen das Einfachste nicht, daß es eine Verbindung gibt zwischen
Gott und den Menschen und daß diese Verbindung stets hergestellt werden kann, wenn
der menschliche Wille dazu bereit ist. Sie erkennen wohl einen Schöpfer an, jedoch als
ganz fernes Wesen, als Macht, Die unleugbar ist, aber nicht erreichbar dem Erdenmenschen und auch nicht in Zusammenhang mit diesem stehend, und folglich fassen sie
auch nicht, daß dieser Schöpfer Sich Selbst offenbaren kann und Er dies tut, um den
Menschen die Wahrheit zu bringen. Dagegen erkennen sie alles als Wahrheit an, was
ihnen von unwissender Seite gepredigt wird; sie lassen selbst eine Lehre entstehen, die
scheinbar das gleiche bezwecken soll und die doch gänzlich der göttlichen Lehre widerspricht. Sie befolgen nicht die Gebote der Liebe, wenngleich sie den Anschein erwecken
wollen, als sei die Liebe zur Menschheit die treibende Kraft, eine Neuordnung einzuführen. Doch es wird zusammenbrechen, was nicht von Gott ist, und bestehenbleiben, was in Gott seinen Ursprung hat. Und also werden die Menschen noch so weise
sich dünken können, sie werden nichts Vollkommenes entstehen lassen, solange sie
nicht mit Gott Selbst in Verbindung stehen, von Gott Selbst gelehrt sind und mit Gottes
Hilfe ihre Lehre den Mitmenschen vermitteln .... Amen
B.D. 2131 empfangen am 28.10.1941 Glaube an Fortleben .... Der Glaube, daß das Leben beendet ist mit dem leiblichen Tode, macht den Menschen unfähig zum geistigen Streben, denn immer wird er sein Augenmerk dann richten auf weltliche Anforderungen und deren Erfüllen. Es ist dies dann sein einziges Streben, und es ist verständlich, daß seine geistige Höherentwicklung dann in Frage gestellt ist. Es kann zwar das geistige Wissen, das den Menschen antreiben soll zur Arbeit an seiner Seele, ersetzt werden durch außergewöhnliche Liebetätigkeit, denn wer sich in dieser übt, der wird auch bald zum Erkennen der Wahrheit kommen und auch zum Glauben. Es ist dies die unausbleibliche Folge eifrigen Liebeswirkens. Sowie es also dem Menschen ernst ist um eine charakterliche Höherbildung, um eine Umgestaltung seines Wesens, so ist er auch ohne den Glauben an ein Fortleben auf dem rechten Wege, denn die Liebe wirkt erlösend, und die Erlösung ist der einzige Lebenszweck. Nur muß wieder jedes Liebeswerk in freiem Willen ausgeführt werden. Es kann nicht wirkungsvoll sein, so eine gewisse Beeinflussung des Willens vorangegangen ist. Geistige Freiheit ist Vorbedingung zu geistigen Erfolgen. Und darum kann eine Umgestaltung des Denkens und Handelns nicht zwangsweise vollzogen werden, und darum muß den Menschen die göttliche Liebe unterbreitet werden, die den Menschen wohl zum Streben an sich beeinflussen kann, ihn aber niemals als geistigen Zwang berührt. Für das Leben nach dem Tode werden Beweise gefordert, und es können diese bei einer geringen Aufmerksamkeit erkannt werden, denn schon das Zuströmen geistiger Kraft ist ein Beweis dessen, daß Kräfte außerhalb des irdischen Lebens tätig sind, und diese Gewißheit müßte den Glauben an ein Weiterleben erstehen lassen. Doch daß eben dieser Glaube den Menschen mangelt, ist gleichzeitig ein Beweis dafür, daß auch die Liebetätigkeit unter den Menschen nur sehr gering ist und oft nur ein mechanisches Ausüben eines Liebeswerkes die Folge von irdischen Gesetzen oder Anforderungen ist, die aber jeglicher inneren Liebe entbehren. Denn nur das ist wahre Liebe, die von Herzen kommt und die das Herz antreibt zu immer neuer Liebetätigkeit. Diese Liebe wird erlösend wirken, und es wird der Mensch zum Glauben geführt werden an ein Fortleben nach dem Tode und auch ein geistiges Wirken anerkennen, so er in dieser Liebe steht. Denn er verbindet sich durch das Wirken in Liebe mit Gott, und Gott leitet ihn zum Erkennen .... Amen
B.D. 2132 empfangen am 28.10.1941 Ankündigung des kommenden Ereignisses .... Eine Verkettung unglückseliger Umstände lenkt das Weltgeschehen in gänzlich
andere Bahnen, und es ist dies von Gott so vorgesehen, denn was scheinbar dem einen
Volk zum Schaden gereicht, wirkt sich für die gesamte Menschheit zum seelischen Nutzen aus. Es wissen die Menschen nicht, wie überaus weise der Schöpfer des Himmels
und der Erde Seinen Plan beschlossen hat seit Ewigkeit, wie Er in Seiner Weisheit alles
so fügt, daß es irgendwie der Höherentwicklung der Seelen dient. Und so ist auch nun
ein Ereignis vorgesehen, das menschliche Pläne zunichte macht und eine große Verwirrung anrichtet unter den Menschen. Die Stunde, da Gott Selbst eingreift, rückt immer
näher, und sie wird überraschend schnell herankommen. Wer nur das Weltgeschehen
beachtet, der wird nur das entsetzliche Unglück sehen, nicht aber dessen Auswirkung
auf die Seelen der Menschen. Und also wird er auch kein göttliches Wirken erkennen
wollen, denn es ist ihm unverständlich, daß zur Umgestaltung des Denkens und zur
Höherentwicklung der Seele Ereignisse nötig sind, die unsagbares Leid über die Menschen bringen. Und das wird ihn veranlassen, Gottes Wirken zu streiten, ja eine allmächtige Gottheit gänzlich abzuweisen, Gott aber wird Sich zu erkennen geben .... Amen
B.D. 2133 empfangen am 29.10.1941 Göttliches Geisteswirken .... Alles verrät das Wirken des göttlichen Geistes, was wieder zu Gott hinweist, und deshalb wird alles, was gut ist und Gutes anstrebt, in Verbindung gebracht werden können
mit dem Wirken des göttlichen Geistes. Dämonisches Wirken zieht herab, es verkehrt
Liebe in Haß, es verneint das Gute und Edle, es strebt die Vergrößerung der Entfernung
von Gott an, während göttliches Geisteswirken zur Liebe erzieht, den Menschen veredelt und ihn die Nähe Gottes anstreben läßt. Und daher wird der Mensch sehr leicht
unterscheiden können, welche Kräfte ihn beherrschen. Es kann der Mensch nicht gut
handeln und denken, sowie er von schlechten, dämonischen Kräften beeinflußt wird,
sowie diese Macht über ihn haben. Sein Denken und Handeln wird immer entsprechend der Macht sein, die ihn beherrscht. Ist der Mensch bemüht, so zu leben, wie es
Gott wohlgefällt, so beherrschen ihn auch gute Geisteskräfte, also Wesen, die von göttlicher Kraft durchflutet sind. Er steht dann unter der Einwirkung des göttlichen Geistes,
des Kraftstromes aus Gott, der alles Wesenhafte, das er durchstrahlt, wieder zu Gott
zurückleitet. Göttliches Geisteswirken also ist es, wenn des Menschen Gedanken sich
mit Gott befassen, d.h., wenn ihm, so er seine Gedanken bei Gott verweilen läßt,
gedanklich Antwort zugeht auf Fragen, die sein Wille beantwortet haben möchte. Göttliches Geisteswirken ist ferner, wenn sein Verlangen nach geistiger Nahrung gestillt
wird durch Übermittlung des göttlichen Wortes. Göttliches Geisteswirken ist es, wenn
der Mensch die Fähigkeit erlangt, das göttliche Wort zu verstehen, wie es Gott verstanden haben will .... Amen |
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