Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 0677 22.11.1938

Wille allein Weg zu Wahrheit und Wissen ....
Demut ....
Überheblichkeit ....

Je nach der Stärke seines Willens wird auch das Erkennen des Menschen sein. So die Absicht zugrunde liegt, Gott dem Herrn wohlgefällig zu leben und seine Bestimmung auf Erden dem Willen Gottes gemäß zu erfüllen, so wird es auch in ihm selbst bald licht und hell werden, und er wird mit vollster Sicherheit im Herzen spüren, was recht ist, und die Wahrheit wird sich ihm offenbaren. Denn nur allein der Wille lenkt ihn auf den rechten Weg, den Weg der Wahrheit und des Wissens. Wem der Wille mangelt, der wird ewig nicht zu voller Klarheit gelangen, und es ist daher auch ratsamer, in gutem Willen sich der Fügung Gottes zu überlassen, als eigenmächtig verstandesmäßig die Wahrheit ergründen zu wollen ....

Denn es bleibt der Mensch immer irrend, solange nicht das Streben aus dem Grunde einsetzt, der allein nur dem Willen Gottes entspricht .... dem Schöpfer von Ewigkeit sich dadurch willfährig zu erzeigen. Die Demut und vollste Unterwürfigkeit dem Herrn gegenüber sind erste Bedingungen, um dereinst zum Herrn zu gelangen .... Was die Seele einst von Gott getrennt hat, war Überheblichkeit und Herrschsucht. Und so kann nur durch Selbsterniedrigung die Seele wieder zu Gott zurückfinden .... Im verstandesmäßigen Ergründenwollen aber liegt keinerlei Demut .... Es wähnet sich der Mensch aus eigener Kraft fähig, in die Schöpfung und ihre Geheimnisse einzudringen, und wird daher niemals die rechte Erhellung des Geistes finden können, bis er endlich in Selbsterkenntnis seiner Schwäche sich bittend und in tiefer Demut an den Schöpfer Selbst wendet .... Dann wird sein Streben von Erfolg gekrönt sein und ihm alles Wissen vermitteln.

Und daher ist der Weg zur Erkenntnis nur dann zu betreten, wenn sich der Seele die tiefste Bereitwilligkeit bemächtigt, Gott dem Herrn zu dienen .... Es ist dieser Wille so überaus erfolgreich, weil er alles in sich vereinigt .... die Demut und die tiefe Liebe zu Gott und somit auch die tätige Nächstenliebe, denn für sich allein begehrt der Mensch die Wahrheit nicht, sondern ist gleichzeitig bemüht, für den Herrn zu wirken und sich der irrenden Seelen der Mitmenschen anzunehmen. Es wird ein solches Streben dann auch gesegnet sein, gilt doch das ganze Erdenleben nur der Erlösung aus der Finsternis des Geistes.

In unmittelbarem Zusammenhang mit der tatkräftigen Unterstützung steht dann auch die fortlaufende Unterweisung des Erdenkindes, denn es kann der Wille des Menschen dann erst ununterbrochen tätig bleiben, wenn er durch das Zuführen geistiger Nahrung rege gehalten wird .... Er wird zu höchster Leistungsfähigkeit gestählt werden, so der Mensch vom himmlischen Vater Selbst unterwiesen wird in seiner Aufgabe .... Denn je mehr sich dem Erdenkind die göttliche Liebe offenbart, desto eifriger wird es bestrebt sein, dieser Liebe würdig zu werden, und es wird sich daher voll und ganz der Aufgabe hingeben, Licht zu empfangen und zu geben allen seinen Mitmenschen. Denn dies allein ist Bestimmung eines jeden auf Erden, sich aus der Nacht des Geistes zu erlösen, um eingehen zu können in das Reich des Lichtes .... der ewigen Wahrheit ....

Amen

 
 
 

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