Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 2043 26.8.1941

Mißbrauch der Kraft des Stärkeren ....
Lieblosigkeit ....

Der Geist des Unfriedens beherrscht die Welt, und es kann dieser Geist nichts anderes zeitigen als wieder Unfrieden und Lieblosigkeit. Niemals wird die Liebe sich entfalten können, wo die Menschen sich lieblos begegnen. Dagegen wird der Haß und die Rachsucht zur höchsten Blüte kommen.

Und dies bedeutet immer größere Zerstörung dessen, was Besitz des anderen ist. Es bedeutet ferner, daß der Mensch immer mehr zurückgeht in seiner geistigen Entwicklung, die Zweck und Ziel des Erdenlebens ist, daß er tiefer und tiefer sinkt und zuletzt von der Welt scheidet in einem Zustand, der fast unreifer genannt werden (muß oder kann = d. Hg.) als zu Beginn seiner Verkörperung auf Erden. Denn die Lieblosigkeit ist das Gegenteil dessen, was zur Höhe führt.

Die Menschheit ist in einem entsetzlichen Wahn verfangen; sie wähnt sich berufen, das Schwache zu unterdrücken oder gänzlich auszurotten, und sieht dies als das Recht des Stärkeren an .... Sie wütet gegen die göttliche Ordnung, die das Schwache dem Starken beigesellt, auf daß dieses sich daran erprobe, jedoch in anderer Weise, als sie es tut .... Denn der Starke soll der Gebende sein und versorgen den, der schwach und hilfsbedürftig ist, er soll ihm beistehen in seiner Not und Kraftlosigkeit; es soll der Starke seine Macht und Kraft nicht mißbrauchen zur Unterdrückung des Schwächeren, sondern diese vor Unterdrückungen schützen.

Wo aber Lieblosigkeit ist, da wird der göttlichen Ordnung nicht mehr geachtet. Es hat ein jeder nur sich selbst lieb, er suchet sein Wohlleben zu vergrößern und sich zu bereichern am Besitz des Schwachen, der ihm nicht Widerstand genug entgegensetzen kann. Und dieser Zustand ist auf die Dauer untragbar, denn er wirkt sich immer zerstörend aus, niemals aber aufbauend, wie alles, was gegen die göttliche Ordnung gerichtet ist, Untergang bedeutet.

Wohl ist in der Natur ein ständiger Kampf zu beobachten, der immer wieder ein Vermehren der Kraft des Stärkeren zur Folge hat. Wohl führt dieser Kampf zur immerwährenden Umgestaltung der Außenform des Wesenhaften, doch dann ist er Gott-gewollt, weil Gott Selbst den Willen der Kreatur lenkt und jeder Vorgang nötig ist zur Höherentwicklung des Geistigen in jeglicher Form.

Der Mensch aber hat alle diese Formen überwunden, und es ist ihm während der Zeit seines Erdenwandels der freie Wille gegeben, den er nun nutzen soll zur Höherentwicklung der Seele. Er soll kämpfen, aber nur gegen sich selbst und die bösen Triebe in ihm. Er soll das Gute, Edle anstreben und alles Niedrige zu überwinden suchen, und dies ist ständiges Kämpfen ....

Und er soll dem Mitmenschen helfen in diesem Kampf wider sich selbst. Und also muß der Mensch jede Begierde unterdrücken, er muß das, was die Welt ihm als begehrenswert hinstellt, verachten lernen, auf daß er nicht seinen Besitz zu vergrößern sucht, sondern gern und freudig davon abgibt. Tut er dies, dann wird er bald seine irdischen Fesseln abstreifen können und unbelastet eingehen in das Reich des Lichtes ....

Doch welche Ziele verfolgt der Mensch zur Zeit .... Alles Sinnen und Trachten gilt nur der Vermehrung irdischen Gutes, er will besitzen, wo er sich doch entäußern soll .... Er hängt mit einer Zähigkeit an irdischem Gut und suchet dazuzugelangen auch auf unrechtmäßigem Wege, sowie er die Schwäche des Mitmenschen ausnützt und kraft seiner Stärke ihn überwindet. Und dies ist die Folge der Lieblosigkeit, die in der Menschheit nun besonders stark zutage tritt und die Anlaß ist zu unsagbarem Leid .... denn die Liebe kann nur durch solches wiedererweckt werden ....

Amen

 
 
 

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