Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 2084 23.9.1941

Erlösung durch Dienen in Liebe ....
Mußzustand und freier Willen ....

Ohne dienende Tätigkeit kann sich kein Wesen erlösen. Dies gilt sowohl für die Wesen im gebundenen wie auch im freien Willen. Immer ist dienende Tätigkeit die Voraussetzung zur Erreichung des Zustandes, der es seiner Außenform ledig werden läßt. Und je williger sich das Wesen der dienenden Tätigkeit unterzieht, desto schneller kann es die Außenform wechseln, bis die letzte Außenform, der Fleischleib des Menschen, die Seele umgibt, und nun ist wieder das Dienen in Liebe die Aufgabe, welche die Seele erfüllen muß, um auch der letzten Außenform entfliehen und unbelastet eingehen zu können in das geistige Reich.

Dienen in Liebe ist das einzige, was die Seele frei macht aus ihrem unfreien Zustand, und gerade dessen achten die Menschen so wenig. In ihrem Hasten und Jagen finden sie nicht mehr Zeit für andere Menschen, sie vergessen die eigentliche Aufgabe, denn sie betrachten sich selbst zu sehr im Mittelpunkt stehend. Und daher bleiben sie gebunden, denn nur Dienen in Liebe erlöst.

In den Vorstadien sind die Wesen durch den göttlichen Willen zur dienenden Tätigkeit bestimmt, sie sind in einem gewissen Mußzustand, so daß sie die Tätigkeit ausführen müssen, die ihnen Gott zugewiesen hat. Als Mensch aber scheidet der göttliche Wille insofern aus, als Er den Menschen selbst denken und handeln läßt nach seinem Willen.

Und daher wird er nicht in eine dienende Tätigkeit hineingedrängt, sondern er muß aus freiem Willen sich dienend betätigen. Es muß der Trieb dazu im Herzen vorhanden sein, es muß also die Liebe in ihm entzündet werden, denn diese erst treibt ihn dazu, sich dienend zu betätigen am Nächsten. Ohne Liebe aber fehlt ihm der Trieb, und es erfüllt der Mensch dann nicht, was ihm als Erdenaufgabe gestellt ist. Und daran krankt die gesamte Menschheit ....

Liebetätig zu sein erfordert so lange größte Überwindung seiner selbst, wie der Mensch noch nicht in der Liebe steht. Ist aber die Flamme der Liebe in seinem Herzen entzündet, so kann er nicht anders, als sich in Liebe zu betätigen, denn Liebe ist Kraft, Kraft aber kann nie untätig bleiben, sie wird immer zur Tätigkeit anregen, also sich äußern wollen, und zwar in einer den Mitmenschen beglückenden Weise.

Und also dienet der Mensch dem, den er beglücken will, und er macht sich dadurch frei von seiner einstigen Schuld .... da er in Überheblichkeit herrschen wollte .... Es bedeutet das Dienen sonach für ihn eine Befreiung aus einer endlose Zeiten ertragenen Fessel und macht gleichzeitig die Außenform unnötig, so daß also die Seele ihre letzte Außenform ablegen kann, denn sie hat dadurch bewiesen, daß sie ihre einstige Einstellung gegen Gott aufgegeben hat, daß sie nicht mehr gegen Gott ist, sondern zur Liebe geworden ist, also in Gott-gleichem Willen steht, folglich die Trennung von Gott gänzlich überwunden hat, also eins geworden ist mit Ihm.

Zusammenschluß mit Gott bedeutet Vergeistigung, also irdische Verformung ist nun unnötig geworden und jegliche Belastung von der Seele genommen. Der Zusammenschluß mit Gott kann aber nur in der Liebe stattfinden. Die Werke der Liebe bewirken die Annäherung an Gott, da Gott in jedem Werk der Liebe gegenwärtig ist. Wer aber die Annäherung an Gott sich zum Ziel gesetzt hat, der steht schon in der Liebe, denn er verlangt mit Ihm vereinigt zu werden, weil er Gott liebt. Und also ist er durch das Verlangen auch frei von gegnerischer Gewalt .... Er hat sich selbst erlöst durch die Liebe ....

Amen

 
 
 

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