Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 4656 2.6.1949

Werkzeug Gottes ....
Vorhalten der Fehler Recht der Jünger ....

Wo Meine Gnade in solcher Fülle euch zuströmt, daß ihr belehret werdet von Meinem Geist, dort ist auch eine gewisse Berechtigung gegeben, den Mitmenschen auf seine Fehler aufmerksam zu machen, ohne der Selbstüberhebung bezichtigt werden zu können. Es ist dies gewissermaßen das Amt dessen, dem das reine Evangelium zugeleitet wird, daß er dieses hinausträgt in die Welt, daß er also das Rechte dem Falschen entgegensetzet, daß er Mein Wort im gleichen Sinne weitergibt, wie er es empfängt.

Wer von Meinem Geist erleuchtet ist, der hat auch die Gabe einer gerechten Beurteilung, sowie er als Mein Jünger tätig ist, also für Mich und Mein Reich unter den Mitmenschen wirket. Er wird die Fehler und Schwächen der Menschen erkennen und auch um ihre Ursache und Auswirkung wissen, er wird an letzteren auch die Wahrheit Meines Wortes erkennen, denn durch Mein Wort weihe Ich den vom Geist Erleuchteten ein in ein Wissen, das ihm alles erklärt, was um ihn ist und geschieht.

Und so wird es ihm auch nicht verborgen bleiben, warum Mein Wort nicht den vollen Anklang findet, denn er weiß, daß die Ursache dessen der Lebenswandel des Menschen selbst ist, sein Wille und seine falsche Einstellung zu dem, was Ich durch Mein Wort von den Menschen fordere. Und darum steht es ihm auch zu, dem Mitmenschen seine Fehler und Mängel vorzuhalten, auf daß er sich wandle. Er hat sogar die Pflicht, die Menschen aufmerksam zu machen, wenngleich er selten gern angehört wird und auch nur selten eine diesbez. Wandlung angestrebt wird. Dennoch steht Mein Jünger im Recht, denn Ich bediene Mich seiner, um durch seinen Mund zu sprechen zu denen, die Mich nicht selbst zu hören vermögen.

Und immer wieder sei euch gesagt, daß eure Wege gänzlich Meiner Lenkung unterliegen, daß ihr nur die Werkzeuge seid für die Arbeit, die Ich Selbst an Meinen Geschöpfen tun möchte, nur ihnen Mich nicht direkt nahen kann und daher euch benötige als Mittler. Was euch auffällt am Nächsten, was ihr erkennet als Meinem Willen zuwidergerichtet, was euch erscheinet als Fehler und Untugend, das sollet ihr auch rügen oder den Mitmenschen freundlich und geduldig darauf aufmerksam machen, auf daß er selbst nun arbeitet an seiner Seele und sich Meinem Willen anzupassen sucht.

Denn Ich bilde euch aus als Lehrer .... belehret also euren Nächsten, kläret ihn auf, wo er irret .... sei es in falschem Wissen oder auch in falscher Beurteilung seiner selbst; machet ihn aufmerksam, doch in Liebe, nicht in Zorn. Und ihr werdet nur euer Amt richtig verwalten, in das Ich Selbst euch eingesetzt habe, denn es geht lediglich um die Gesundung der Seelen, die krank sind, und wer guten Willens ist, der wird euch anhören und euch nicht gram werden, er wird erkennen, daß er euer Amt und euer eigenes Wesen auseinanderhalten muß, daß ihr nur an ihm tut, was ihr tun müsset, um Mir gehorsam zu sein. Denn euer Amt verpflichtet euch, Mir zu Willen zu sein ....

Amen

 
 
 

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