Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 4914 15.6.1950

Gott spricht ....
Gott Selbst ist das Wort ....

Daß die Verbindung zwischen Himmel und Erde, vom geistigen zum irdischen Reich, hergestellt werden kann, wird kein Mensch mehr anzweifeln, der sich ernstlich in das Wort Gottes vertieft .... Gottes Wort muß von Ihm Selbst kommen und dem Menschen zugeführt werden, und dazu bedienet Gott Sich Ihm ergebener Menschen, die also Sein Wort vernahmen und es den Mitmenschen weitergaben. Das Wort Gottes ist der hörbare Ausdruck Seines Willens, der Seinen Geschöpfen kundgetan werden muß, ansonsten sie nicht nach Seinem Willen leben könnten. Ob nun dieses Sein Wort überliefert wird, ob es aus alten Schriften herausgelesen wird .... es muß einmal gesprochen worden sein von Gott, und Menschen müssen es vernommen haben unmittelbar von Ihm, die es dann den Mitmenschen weitergeben in Seinem Auftrag.

Das göttliche Wort ist für den, der es vernimmt von Ihm, ein untrüglicher Beweis Seiner Existenz, doch so er es nun den Mitmenschen weitergibt, muß schon der Glaube einsetzen an die Existenz eines Wesens, Das Sich Seinen Geschöpfen offenbaren will. Der Glaube soll aber wiederum ein überzeugter sein, und nun diese innere Überzeugung sich zu schaffen ist Aufgabe des Menschen während des Erdenlebens. Doch dazu verhilft Gott Selbst einem jeden Menschen, der Ihn erkennen will. Sein Wort muß aber als erstes anerkannt, d.h. ernsthaft in Erwägung gezogen werden, ansonsten der Mensch zum Urteil nicht fähig ist, das ihm die innere Überzeugung geben kann.

Sein Wort muß ernstlich durchdacht und dann die Probe aufs Exempel gemacht werden, d.h., es muß der Mensch leben nach dem göttlichen Wort, das den Willen Gottes kundgibt, und dann wird als Ergebnis seines Lebenswandels sein Ich urteilsfähig, es wird sich gewissermaßen selbst erkennen als das Geschöpf eines überaus vollkommenen Wesens, und sein Glaube an dieses Wesen wird nun überzeugt, d.h. lebendig sein, denn es ist dem Menschen nicht mehr unwahrscheinlich, daß es eine Verbindung gibt zwischen dem geistigen und dem irdischen Reich; dann wird er bald selbst die Stimme Gottes in sich vernehmen können, weil Gott Sich jedem offenbart, der an Ihn glaubt und Sein Wort vernehmen will.

Der Glaube daran, daß Gott Sich offenbart durch das Wort, ist wenig anzutreffen unter den Menschen, die jedoch nur auf den Ursprung dessen zurückgehen sollten, was als "Wort Gottes" unter den Menschen Verbreitung fand. Sowie der Mensch einmal anerkannte, daß Gott gesprochen hat und daß Sein Wort, die Schrift und die Überlieferung von Ihm ausgegangen ist, ist auch die Annahme unberechtigt, daß Er Sich nun nicht mehr äußert; vielmehr ist die stets größer werdende geistige Not Anlaß für einen Gott der Liebe, Weisheit und Allmacht, Sich immer wieder zu offenbaren, um den schwachen Glauben der Menschen zu kräftigen, um ihn zu beleben und Sich Selbst zu erkennen zu geben.

Wer an Gott glaubt, dessen Glaube ist erst dann ein überzeugter, so er auch eine Äußerung des Gottwesens für möglich hält, weil ein lebendiger Glaube auch den Zusammenhang des Schöpfers mit Seinen Geschöpfen für unwiderlegbar hält und aus diesem Zusammengehörigkeitsverhältnis auch die Übertragung oder Kundgabe des Willens Gottes abgeleitet werden kann, die nun auch das Wesen Gottes erkläret und beweiset. Gott Selbst ist das Wort, und durch das Wort hat Er den Menschen den Beweis Seiner Existenz gegeben .... Und also hat Er die Verbindung hergestellt zwischen Himmel und Erde, doch immer nur unter der Voraussetzung, daß der Mensch von der Erde aus die Verbindung zum Himmel sucht, d.h., daß er willig ist, in das rechte Verhältnis zu treten, das ihm die hörbare Äußerung Gottes einträgt .... Gott offenbart Sich durch Sein Wort dem, der Gott erkennen will und der sich würdig macht Seiner Liebe und Gnade ....

Amen

 
 
 

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