Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 1354 26.3.1940

Unterordnen des Willens ....
Befreiung des Geistes ....

Ordnet sich der Wille des Menschen dem göttlichen Willen unter, so vollzieht sich jene Wandlung in der Seele des Menschen, die den Geist befreit. Es ist nun die Umformung des Denkens vor sich gegangen, es ist der Wille, der vordem sich auflehnte gegen den Schöpfer, nun weich und gefügig geworden; es erkennt der Mensch die Weisheit und Liebe des Schöpfers, und er weiß, daß nur immer die Liebe Gottes jegliches Geschehen bestimmt, und also fügt er sich ergeben in alles, was über ihn kommt.

Und es ist nun der Geist frei, der vorher durch den Gott entgegenstrebenden Willen gehemmt wurde .... Es vollzieht sich nun ein Wandel des ganzen Menschen. Er lebt gewissermaßen nun in einer Sphäre, die ihm bisher fremd war .... Der Geist in ihm gibt ihm Kenntnis von seiner wahren Heimat, und nun, da der Wille des Menschen nicht mehr Hindernis ist, vermag er auch, diese Heimat sich anschaulich vorzustellen, denn er läßt sich lenken von dem ihm sich kündenden Geist.

Auch der willensschwache Mensch läßt sich leicht lenken, sowohl von guter wie auch von schlechter Kraft, doch die Schwäche des Willens trägt nicht zur restlosen Befreiung des Geistes bei .... Denn immer wird die Willensschwäche von gegnerischer Macht ausgenützt und in Gott-widerstrebendem Sinne gestärkt. Es muß der Mensch mit vollem Bewußtsein seinen Willen dem göttlichen Willen unterstellen .... Es gehört auch dazu eine gewisse Willenskraft, die eben sich Gott zuwendet .... während die Schwäche des Willens den Menschen wankelmütig macht, jedoch nicht immer sich für Gott entscheidet.

Den eigenen Willen Gott zu unterstellen wird immer einen gewissen Kampf kosten, denn es verlangt der Mensch weit eher das, was dem göttlichen Willen entgegengerichtet ist. Will er also Gott dienen, Seinen Willen erfüllen und sich bedingungslos dem göttlichen Willen einfügen, so muß er in ständigem Kampf liegen mit seinen Wünschen, mit sich selbst und allem, was dem Körper zuträglich erscheint. Doch dieser ständige Kampf mit sich führt ihn auch dem Sieg näher .... So es ihm gelungen ist, seinen Willen gänzlich zu besiegen und nur den göttlichen Willen anzuerkennen, gibt ihm die göttliche Liebe weit Kostbareres, als er aufgegeben hat.

Er gleitet langsam von dieser Erde in die Sphären des Geistigen .... Er erkennt immer mehr die Wertlosigkeit alles dessen, was er aufgab, und den kostbaren Schatz, den er nun gehoben hat .... Es bietet ihm Gott Selbst etwas dar, was irdisch nicht erworben werden kann auf anderem Wege. Er vermittelt ihm göttliche Wahrheit, tiefstes Wissen und höchste Erkenntniskraft. Und also beginnt der Mensch gleichsam ein zweites Leben, das von dem bisherigen erheblich abweicht, es tritt das Erdenleben in den Hintergrund, und vor dem geistigen Auge des Menschen enthüllt sich die Liebe, Weisheit und Allmacht Gottes .... Es gewinnt der Mensch Einblick in göttliches Wirken, und ihm wird offenbar der Sinn und Zweck der Schöpfung.

Denn so der Mensch seinen Willen geopfert hat, hat er den eigentlichen Zweck des Lebens erfüllt. Er hat seinen Ausgang aus Gott erkannt und widerstrebet Ihm nun nicht mehr, sondern er wendet sich Ihm mit vollem Bewußtsein und freiem Willen zu .... Er hat seinen Widerstand, der Jahrtausende das Wesen bewogen hat, Gott zu fliehen, aufgegeben und sucht nun die letzte Vereinigung mit Ihm zu erreichen .... Und also ist das Unterordnen des eigenen Willens unter den göttlichen Willen unbedingt erforderlich zur letzten Erlösung der Seele ....

Amen

 
 
 

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