Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 3254 14.9.1944

Welt und irdische Freuden oder geistiges Reich ....

Wer die Welt sich zum Freund macht, der wird keinen Anteil haben am geistigen Reich, denn die irdische Welt hindert den Menschen, mit dem geistigen Reich Verbindung zu suchen, und ohne diese Verbindung gibt es keinen geistigen Fortschritt, also keine Höherentwicklung der Seele. Es ist der Mensch erdgebunden, solange er auf Erden weilt, er kann aber doch sich lösen von ihr, er kann die Erde überwinden, sowie er das Irdische nur so weit beachtet, wie es nötig ist zur Erfüllung seiner Erdenaufgabe. Dann wird er sich desto begehrender dem geistigen Reich anschließen und vollauf dessen Schätze entgegennehmen können, den geistigen Reichtum, der seine Höherentwicklung fördert. Geistige Schätze und irdische Schätze können nimmermehr gleichzeitig erworben werden, sondern immer nur die einen auf Kosten der anderen.

Und es muß sich der Mensch darüber klar sein, was er lieber aufgeben will und was er empfangen möchte. Er wird des öfteren vor die Entscheidung gestellt werden, die Versuchungen werden an ihn herantreten, die Welt wird ihn locken mit irdischen Freuden und Genüssen; doch auch das geistige Reich wird seine Boten senden und sich ihm begehrenswert hinstellen, und dann muß der Mensch in aller Willensfreiheit entschließen, welche Schätze er begehrt.

Die geistigen Schätze sind um vieles wertvoller als die irdischen, überdauern sie doch das Erdenleben, und sie sichern ihm ein glückseliges Leben in der Ewigkeit. Die irdischen Schätze und Freuden dagegen sind nur vorübergehend beglückend, um dann zu verflachen, und eine Leere im Herzen zurücklassend, denn die Seele empfindet, daß sie nicht beitragen zu ihrer Erlösung, zur geistigen Entwicklung. Und darum sind irdische Freuden eine Gefahr für die Seelen, so lange, wie sie das Herz des Menschen ausfüllen und ihm den Eingang zum geistigen Reich verwehren. Und doch muß der Mensch vor solche Entscheidungen gestellt werden, er muß lernen, sich zu entscheiden, er muß sich klar werden, daß er nur einen Weg gehen kann, nach oben oder nach unten.

Ist er nun ernstlich willens, das Reich Gottes zu erwerben, so bleibt er auch stets Gott nahe im Gebet und im Liebeswirken, und dann übernimmt Gott Selbst die Führung, und Er geleitet das Erdenkind durch alle Gefahren hindurch. Er benötigt nur die volle Hingabe des Menschen, um nun auch ihn betreuen zu können mit väterlicher Liebe, und diese will für Seine Kinder nur das Rechte. Er will sie selig machen, und Er wird sie sicher leiten der ewigen Heimat entgegen, wo ihrer Herrlichkeiten erwarten, die jedes irdische Glück ums tausendfache überwiegen. Und darum soll sich der Mensch überwinden, er soll nicht für sein Leben auf Erden sorgen, sondern für das ewige Leben im geistigen Reich. Er soll alles aufgeben, was ihn an der Verbindung mit jenem Reich hindert, er soll stark sein im Verzichtleisten und noch stärker im Begehren, doch nur die geistigen Güter und für diese irdische Güter hinzugeben bereit sein.

Dann wird seine Höherentwicklung nicht in Frage gestellt sein, denn wer die Welt begehrt, der empfängt auch die Güter der Welt; wer aber das geistige Reich ersehnet, der wird aus diesem Reich bedacht im Übermaß .... Er wird belehret und gestärkt, er braucht keinen Rückgang zu fürchten, er ist stets und ständig in Verbindung mit guten geistigen Kräften, und sein irdischer Körper begehret nichts mehr für sich, sondern er schließt sich dem Begehren der Seele an, die das ewige Leben gewinnen will und darum alles aufopfert, was ihr eine Gefahr bedeutet für ihre geistige Entwicklung .... Denn nur für diese hat der Mensch das Erdenleben bekommen als Gnade, und darum darf die geistige Entwicklung nimmer außer acht gelassen werden ....

Amen

 
 
 

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