Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 6921 17.9.1957

Gottes Ansprache ist etwas ganz "Natürliches" ....

Der Vorgang geistiger Übertragungen aus dem Lichtreich ist im Grunde etwas ganz Natürliches, denn sowie ein Mensch innig mit Gott verbunden ist, ist es ihm auch möglich, Seine Stimme zu vernehmen, das Wort von Ewigkeit, das sich auch äußert durch Seine Engel, durch die Bewohner der lichtvollen Welt. Aber die Menschen haben sich weit von Gott entfernt, sie wissen nicht, daß sie so eng sich Gott verbinden können, daß sie auch Seine Gegenwart spüren und daß sich Seine Gegenwart beweiset durch Sein Wort. Und darum wird etwas ganz Natürliches als ungewöhnlich angesehen und als Folge dessen nicht bewertet; es werden die Offenbarungen Gottes als unglaubhaft abgewiesen, und die Menschen berauben sich dadurch selbst der größten Gnade, denn die Ansprache Gottes zu hören direkt oder auch übertragenerweise ist ein Gnadengeschenk von unermeßlichen Wert:

Gott Selbst zeigt den Menschen den Weg auf, den sie gehen sollen, um selig zu werden, und Er gibt ihnen auch die dazu nötige Kraft durch Sein Wort .... Es darf aber die Ansprache Gottes kein zum Glauben-zwingender Akt sein. Und darum spielt sich der Vorgang geistiger Übermittlungen so ab, daß er auch andere Erklärungen zuläßt, wenn der Mensch nicht gewillt ist, jenen Vorgang anzuerkennen. Denn er darf nicht gezwungen werden zum Glauben, und er wird auch nicht dazu gezwungen .... Sein Wille allein entscheidet, ob er ein Gnadengeschenk erkennt als solches und es entsprechend auswertet.

Und ein williger Mensch fühlt sich auch angesprochen von Gott. Ihn berühren die Worte, sie treffen sein Herz, und sie treiben ihn an, diesen Worten gemäß zu leben; er ist nicht nur ein Hörer, sondern ein Täter des Wortes und findet bald den Beweis der Wahrheit des göttlichen Wortes, weil ihm sein Tatleben selbst das "Wirken des Geistes" in sich einträgt. Es kann jeder Mensch sich diesen Beweis schaffen, wenn er nur in die Tat umsetzen würde, was sein Ohr und Herz vernommen hat. Denn nicht nur die direkte Wortübertragung wirkt sich in dieser Weise segensreich aus.

Das Wort Gottes kann überall entgegengenommen werden, wo es verkündet wird .... Wenn der Zuhörer nur bereitwillig Herz und Ohr öffnet und die Ansprache Gottes innig begehrt und seinen Lebenswandel nun auch danach ausrichtet, dann wird auch die Wirkung des göttlichen Wortes nicht ausbleiben. Die Bindung mit Gott wird stets inniger werden, und der Mensch kann selbst innige Zwiesprache halten mit Ihm und auch Seiner liebevollen Gegenäußerung gewiß sein. Denn Gott ist ein Vater .... und ein Vater spricht auch mit seinem Kind .... Verschließet aber das Kind sein Ohr und wendet sich von seinem Vater ab, dann kann es auch nichts vernehmen.

Und Gott ist die Liebe .... Die Liebe suchet zu retten, zu helfen und zu beglücken. Und darum wird Gott warnen, mahnen und Kraft und Licht schenken denen, die sich von Ihm anreden lassen. Er wird auch zu denen sprechen, die noch abseits von Ihm stehen, aber Seine Ansprache wird sie nicht zwingen, Ihm Gehör zu schenken. Doch sie sollen die Gnaden angeboten bekommen, sie sollen die Möglichkeit haben, Ihn zu hören, und je nach ihrem Willen werden sie auch den Segen Seiner Ansprache erfahren.

Aber viel unglaubwürdiger wäre es, daß ein "Gott der Liebe", ein "Vater Seiner Kinder", Sich still verhält, daß Er die Menschen ihrem Schicksal überläßt und ihnen keinerlei Hilfe leistet .... Denn es würden die Menschen unrettbar verlorengehen, wären sie nur darauf angewiesen, was ihnen menschlicherseits geboten wird. Denn es muß Wasser des Lebens sein, es muß geschöpft werden aus dem Quell, Der da ist Gott Selbst, der Urquell alles Kraft und allen Lichtes ....

Amen

 
 
 

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