Bertha Dudde 1891 - 1965
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BD 8918 26.1.1965

Gang von der Tiefe bis zum Lichtwesen ....

Die gesamte Schöpfung ist gleichsam ein Sammelbecken für das gefallene Geistige, das in ständiger Veränderung sich befindet, das eine Form nach der anderen bezieht und sie wieder verläßt und so eine langsame Aufwärtsentwicklung durchmacht nach göttlichem Gesetz .... Denn nichts ist ohne Sinn und Zweck geschaffen, alles was besteht, dienet dem darin Gebundenen zum Fortschritt. Es gibt keine Form, die unnütz oder zwecklos ist, weil die Liebe und die Weisheit Gottes beteiligt waren an der Schöpfung aller Formen und diese auch wahrlich erkannt werden können. Doch der Mensch weiß nur um einen Bruchteil der gesamten Schöpfung, und er kann in seinem begrenzten Denken auch kaum die Zusammenhänge finden.

Darum wird der Mensch belehrt, daß die Liebe und die Weisheit Gottes bestimmend waren bei der Erschaffung aller Dinge und daß daraus folgend auch der Zweck und das Ziel einmal erreicht wird, alles gefallene Geistige wieder zur Höhe zu führen, die es einstmals im freien Willen verlassen hatte .... Daß nun dem Menschen das Wissen darum mangelt, ist ein Zeichen dafür, daß er noch von der Finsternis eingehüllt ist, unter der das gefallene Geistige schmachtet und die es auch nur im Stadium als Mensch durchbrechen kann, wenn er selbst dazu willig ist.

Solange das Geistige durch die Schöpfung hindurchgeht, so lange bewegt es sich auch im Dunkeln, d.h., es ist ohne Ichbewußtsein, es vegetiert wohl dahin, es ist Leben in der noch so tot scheinenden Form, aber es erkennt sich nicht, weil es kein Ichbewußtsein hat .... Bis es dann im Stadium als Mensch wieder zu einem ichbewußten Wesen geworden ist, das nun über alles nachdenken kann, was in ihm und um ihn ist .... Dann nimmt die Fortentwicklung eine andere Form an, weil der Mensch nun nicht mehr unter dem Mußgesetz steht, sondern einen freien Willen hat. Und es ist dieses Stadium ganz bedeutsam für das Wesen, das nun aus eigenem Antrieb den Gang nach oben zurücklegen soll.

Und dieser Erdengang als Mensch ist das Entscheidende, wo er den Beweis erbringen muß, daß er im freien Willen zu Gott verlangt .... Dann kann er die Schöpfung endgültig verlassen und in das Reich der freien Geister wiedereintreten, das er einstens verlassen hatte. Und dann wird er überaus selig sein, diese Willensprobe bestanden zu haben mit dem Erfolg des Zusammenschlusses mit Gott .... Dann wird er voller Dank zurückblicken auf die hinter ihm liegende Erdenzeit mit allen Qualen und Leiden, die der Aufenthalt in jeglicher Form für ihn bedeutet hat .... Und dann wird er selbst helfen wollen dem Geistigen, das noch in der Form schmachtet ....

Dann wird er sich erlösend betätigen, denn alles, was noch in der Form gebunden ist, braucht diese Hilfe, weil es kraftlos ist und also angetrieben werden muß zur Tätigkeit, die ihm laut Mußgesetz bestimmt ist. Und diese Kraft vermittelt das schon ausgereifte Geistige ihm, weil es nun durch den Zusammenschluß mit Gott zum Kraftempfänger geworden ist und diese Kraft anwendet zu erlösender Tätigkeit .... Es ist auch so das Leben zu erklären, das alle die Schöpfungen beweisen, an denen ein "Leben" festzustellen ist.

Wohl ist Gott Selbst der Ausgang allen Lebens, wohl strömt von Ihm unentwegt der Lebensstrom in die Unendlichkeit, doch immer über die zahllosen Lichtempfänger, die nun das Licht weiterleiten und in dieser Tätigkeit unermeßlich selig sind. Und so erhält Gott die gesamte Schöpfung, doch immer werden Licht- und Kraftstationen die von Ihm ausgehende Kraft empfangen und weiterleiten, weil jegliche Kraft zur Tätigkeit antreibt und Gottes Liebe und Weisheit auch zahllose Wesen beglücken will, die von Ihm die Kraft und das Licht ständig entgegennehmen.

Und sowie einem Menschen darüber ein Licht gegeben werden kann, befindet er sich schon im letzten Stadium seiner Entwicklung. Es ist das Licht der Liebedurchstrahlung, die er einstens zurückwies, nun aber sich (der er sich nun aber) wieder öffnet und in seiner Erkenntnis zunimmt, bis er wieder alle Zusammenhänge erfassen kann und sich voller Eifer hingibt, um auch den Mitmenschen seine Erkenntnis zu vermitteln .... Das Licht kommt wieder zu den Menschen, und wer diesem Licht Zugang gewährt, der wird in Ewigkeit nicht mehr in die Finsternis versinken .... Er wird selbst zu einem Licht werden, das sich zusammenschließen kann mit dem Licht von Ewigkeit und nun wieder selbst Licht ausstrahlen kann dorthin, wo noch Finsternis des Geistes ist ....

Amen

 
 
 

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